Mit dem Einrad nach Köln: Student unterstützt Projekt in Tansania

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Jülich. Für Jonathan Ullwer war der Advent nicht nur besinnlich, sondern vor allem spannend. Der Jülicher, der seit 2010 in Berlin Wirtschaftsingenieurwesen studiert, hatte sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Er wollte nach den Weihnachtsfeiertagen von Jülich nach Köln fahren – auf seinem Einrad.

Dafür trainierte er sehr fleißig, denn der Student konnte vorher noch gar nicht Einrad fahren! Mit der verrückten Aktion verfolgte Jonathan ein nobles Ziel. Er wollte Aufmerksamkeit erzeugen und Spenden sammeln für den Bau eines Mädcheninternats in Chonyonyo (Tansania). Dabei handelt es sich um ein Projekt des Vereins Ingenieure ohne Grenzen, bei denen er sich bereits seit einigen Jahren engagiert. Mit der tansanischen Partnerorganisation Mavuno Project plante der gemeinnützige Verein die Girls‘ Secondary School, die etwa 240 Schülerinnen weiterführende Bildung ermöglichen soll. Jonathans Projektgruppe ist dabei speziell für die Wasserversorgung der Schule verantwortlich, eine wichtige Aufgabe, denn durch das zentrale Zisternensystem kann der Zugang zu sauberem Wasser für Schülerinnen, Lehrkräfte und Angestellte nachhaltig gesichert werden.

Bereits im Oktober begann der Bau der Wasserversorgung, das Projekt ist aber weiterhin auf Spenden angewiesen. Mit seiner Fahrt wollte Jonathan einen kleinen Beitrag leisten und insgesamt 720 Euro für einen Hochtank sammeln, weshalb er das Projekt auch auf den Namen „Einrad Eintank“ getauft hat.

Zuletzt schwang er sich jeden Tag auf sein Einrad und übte, um zwischen den Jahren die knapp 50 Kilometer bis zur Rheinmetropole schaffen zu können. Zur Unterhaltung für Interessierte stellte er seine Übungsfortschritte in kurzen Videos online. So konnte sich jeder überzeugen, dass es dem Studenten ernst war mit seiner Aktion. „Ein bisschen Sport nach den Weihnachtstagen kann doch nicht schaden“, erklärte der 25-Jährige. „Wenn ich die Menschen damit auf unser Wasserprojekt aufmerksam machen kann, ist mir das die Mühe auf jeden Fall wert!“

Am Sonntag wurde es ernst für Jonathan. Nach dem Startschuss um 8.30 Uhr im Wohngebiet Am Blauen Stein, wo er von vielen lieben Freunden, Nachbarn und Verwandten auf die Reise nach Köln verabschiedet wurde, musste Jonathan nicht alleine einradeln: Mutter Felicitas begleitete ihn auf dem Zweirad. Zudem hatte eine Familie aus Duisburg dem Studenten ein großes Einrad zur Verfügung gestellt, mit dem er weit besser und schneller vorankam als mit dem kleinen „Einrädchen“ in der Übungsphase. Ein voll besetzter Service- bzw. Filmwagen versorgte die beiden auf der Tour. Geradelt wurde über Landstraßen und Fahrradwege Richtung Domstadt. Das Wetter spielte auch mit, denn der anfänglich stramme Gegenwind pustete eine ungetrübte Wintersonne frei. Vom samstäglichen Schneeregen war nicht mehr viel übrig.

Wann genau er in Köln ankommen würde, wusste der 25-Jährige im Vorfeld nicht. „Das hängt davon ab, wie schnell ich am Ende Einrad fahren kann. Ich rechne aber damit, dass es schon dunkel sein wird, bevor ich den Dom sehe.“ Doch es sollte schließlich ganz anders kommen: „Leider habe ich es auf dem Einrad trotzdem nicht bis Köln geschafft, denn gerade, als ich so richtig in Schwung gekommen war, wollte mein rechtes Knie nicht mehr“, schreibt der Student. Den Bändern zuliebe habe er schon nach der Hälfte der Strecke aufgegeben. „Heute bin ich mir sicher, dass es die richtige Entscheidung war, auch wenn ich natürlich erstmal ziemlich zerknirscht war. Aber nach ein paar Tagen des Humpelns sind jetzt alle Gliedmaßen wieder voll einsatzbereit. Ich hoffe, ihr verzeiht mir den Abbruch der Einradfahrt, wenn wir am Wochenende das abschließende Video veröffentlichen“, tröstet er seine Unterstützer und alle Spender. Den Rhein habe er an diesem Tag wenigstens mit Motorkraft erreicht...

Interessierte können sich über Jonathans Aktion „Einrad Eintank“ auf dem Spendenportal Betterplace im Internet unter https://www.betterplace.org/de/fundraising-events/einradeintank informieren. Hier finden sich auch die unterhaltsamen Youtube-Videos und das angekündigte Video der Einrad-Tour Fast bis nach Köln.

Mit einer Spendensumme von 852,11 Euro hat Jonathan Ullwer auch sein Spendenziel erreicht. „Wir können nicht nur einen Hochtank, sondern auch einen Teil des Hochtankunterbaus finanzieren. Das ist ein großartiger Erfolg!“, dankt er allen Spendern und auch dem Team, das ihn bei der Umsetzung der Aktion unterstützt hat.

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