Jülich - Mit 20 Millibar fließt das Erdgas in die Haushalte

Mit 20 Millibar fließt das Erdgas in die Haushalte

Von: tm
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Erdgas ist in Jülich alltäglicher Brennstoff. Über Fernleitungen wird es an fünf Übergabestellen in die Stadt transportiert. Foto: Mauer
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Gas gilt heute als absolut sicheres und umweltfreundliches Medium zur Energielieferung. Foto: Mauer

Jülich. Wer kennt den blauen Flammenring auf dem Herd nicht, das kleine Feuer in der Therme, die für wohlige Wärme in Wohnung und Haus sorgt? Erdgas ist für die Menschen seit langer Zeit zu einem kostengünstigen und angenehmen Brennstoff im täglichen Leben geworden. Auch in Jülich.

„Unser Gas wird von unserem vorgelagerten Netzbetreiber in unser Gasnetz eingespeist“, sagt Willi Blick. Thyssen ist dieser Betreiber. Der Leiter Netzbetrieb bei den Stadtwerken kennt alle Details der Gasversorgung in der Stadt. Über Fernleitungen wird der Brennstoff in die Stadt transportiert. An fünf Übergabestellen kommt das Gas an, mit einem Druck von bis zu 30 Bar.

Aber dieses Gas ist noch völlig geruchlos. Um den typischen Gasgeruch, der als Warnsignal dient, zu erzeugen, wird in sogenannten Odorier-Anlagen ein Geruchstoff zugemischt. Die Übergabestellen verlässt der Brennstoff mit 0,8 Bar (Mitteldruck), also 800 Millibar, in Richtung Mitteldrucknetz. Dieses Netz liegt im gesamten Stadtgebiet. Die Kunststoff- und Stahlrohre mit einem Durchmesser von 80 bis 160 Millimetern liegen zumeist unter dem Asphalt und den Bürgersteigen und werden ständig kontrolliert.

In regelmäßigen Abständen sind in den Versorgungsleitungen „Schieber“, das sind Absperrhähne, eingebaut. Sie können im Störungsfall sehr schnell geschlossen werden. „Es kommt immer mal vor, dass sich im Mitteldrucknetz Blasen bilden“, verrät Gasexperte Blick. Das ist nicht tragisch und wird zumeist automatisch reguliert.

Das Gasnetz ist mit zahlreichen Reglerstationen ausgerüstet, die den Druck noch einmal reduzieren. Diese Stationen arbeiten automatisch und regeln den vorhandenen Netzdruck dann auf gerade einmal 20 Millibar herunter (Niederdruck). Mit diesen 20 Millibar werden die meisten Haushalte mit Gas versorgt. Der Energielieferant „kriecht“ am Ende also regelrecht in die Häuser. Der Druck reicht jedoch völlig aus, um Herd und Therme zuverlässig und unauffällig arbeiten zu lassen.

Gas ist für die Menschen seit langer Zeit selbstverständlich fürs Kochen und Heizen geworden und gehört zum Alltag.

Gas gilt heute als absolut sicheres und umweltfreundliches Medium zur Energielieferung, aber einige Regeln müssen schon eingehalten werden. „Der Umgang mit Gasanlagen erfordert Fachwissen und sollte nur von zugelassenen Installateuren durchgeführt werden“, erläutert Willi Blick. „In den letzten 25 Jahren hat es gerade einmal einen Unfall aufgrund der Gasversorgung in Jülich gegeben“, erläutert Blick. „Wir tun unser Möglichstes, um solchen Ereignissen vorzubeugen.“

Jedes Haus ist deshalb mit einem eigenen Schieber versehen, damit im Störungsfall die Versorgung des Anschlusses kurzfristig unterbrochen werden kann.

Alle vier Jahre wird das Niederdrucknetz – einschließlich aller Hausanschlüsse – überprüft. Die Kontrollen im Mitteldrucknetz erfolgen alle zwei Jahre, teilweise sogar jährlich. Gefundene Undichtigkeiten werden dann ganz schnell behoben. Und, ganz wichtig: „Meine Mitarbeiter werden zu Nichtrauchern erzogen“, sagt Willi Blick mit einem Augenzwinkern.

Einer, der regelmäßig an Versorgungsleitungen arbeitet und so mit Gas in Berührung kommt, ist Hans-Dieter Devigne. Er, erklärter Nichtraucher, sorgt mit seinem Saug-Bagger dafür, dass Rohrleitungen schnell und schonend freigelegt werden, wenn Baumaßnahmen oder Renovierungen des Netzes anstehen.

„Diese Technik des Erdreichwegsaugens ist besonders schonend für die vorhandenen Versorgungsleitungen“, erläutert der Facharbeiter, der mit dem Saugrüssel des Baggers das Erdreich beiseite schafft und das Geflecht aus Wasser- und Gasleitungen, aber auch Stromkabeln und Glasfaserleitungen, freilegt. „Das geht hiermit besonders schnell und ist effektiv.“

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