Jülich - Missio-Truck zeigt auf dem FH-Campus das Elend im Kongo

Missio-Truck zeigt auf dem FH-Campus das Elend im Kongo

Von: ktw
Letzte Aktualisierung:
5258303.jpg
Auf dem FH-Campus: Der 20 Meter lange Missio-Truck informierte über die Bürgerkriegswirren im Kongo. Foto: Witt

Jülich. Ein riesiger Lkw steht auf dem Gelände. des Jülicher FH-Campus Es ist der Missio-Truck, der im Rahmen der Aktion Schutzengel „Für Familien in Not. Weltweit“ in allen deutschsprachigen Räumen unterwegs ist. Es ist eine multimediale Ausstellung für Jugendliche und Erwachsene.

„Weltweit fliehen Millionen Menschen, wir wollen mithilfe des Missio-Trucks ganz speziell die Situation der Menschen in der Bürgerkriegssituation im Osten Kongos in den Mittelpunkt stellen“, erklärt Lisa-Marie Schulz, die hauptamtliche pädagogische Mitarbeiterin bei diesem Projekt ist.

Am Beispiel von Bürgerkriegsflüchtlingen im Ostkongo sollten auch in Jülich die Besucher durch die multimediale Darbietung im Truck für die Bürgerkriegswirren sensibilisiert werden. „Die meisten Teilnehmer kennen die Verbindung zwischen ihren Handys und den Schicksalen der Flüchtlinge nicht“, informiert Lisa-Marie Schulz, „der Rohstoff, der sich in unseren Handys befindet, kommt nämlich aus dem Kongo. Es ist das Erz Coltan und dieses führt zu einem schrecklichen Rohstoffkonflikt.“ „Das Coltan-Vorkommen im Kongo ist sehr hoch. Es gehört Rebellen, die von den Einnahmen Waffen finanzieren. Deswegen sind die Coltanminen umkämpft“, berichtet Lisa-Marie Schulz weiter.

Aus dem Erz Coltan wird das seltene Metall Tantal gewonnen, dasnicht nur in Handys , sondern auch in Kondensatoren für Digitalkameras und Spielkonsolen, für Laptops und Flachbildschirme verwendet wird.

In der Regel stehen die Missio-Trucks, die ungefähr 20 Meter lang und 13 Tonnen schwer sind, auf Schulhöfen, Marktplätzen oder sogar in Fußgängerzonen. In ihnen befinden sich sechs ausgebaute Räume, die thematisch gestaltet sind. „Menschen auf der Flucht“ ist das Oberthema eines jeden Raums.

Noch bevor der Rundgang beginnt, wird man im Eingangsbereich auf das Leben eines afrikanischen Haushalts eingestimmt. Dort stehen typische afrikanische Gewürze wie Safran, Curry und Ras el Hanout, aber auch Küchengeräte wie zerbeulte Gefäße. Nun nimmt man beispielhaft die Identität eines aus dem Ostkongo vertriebenen Flüchtlings an.

Zur Auswahl stehen acht Avatare, so unter anderem auch die virtuelle 28-jährige Studentin Christelle, die kurz vor ihrem Medizinexamen steht. Mit der Karte, auf der in wenigen Sätzen die aktuelle Lebenslage des Avatars steht, und dem darauf enthaltenen QR-Codes geht es los. An verschiedenen Stationen kann man die Flucht der Einzelschicksale, mithilfe von Spiel- und Hörstationen, Vorträgen mit Filmen, Texttafeln und interaktiven Angeboten nacherleben.

Bereits im ersten Raum, einer Kapelle, erscheint auf einem Bildschirm ein aufgeregter Mann, der verkündet, dass das Dorf von schießenden Rebellen angegriffen wird. Man kommt als Besucher in die Situation zu entscheiden, welche Dinge man für die Flucht seines Avatars benötigt und was in naher Zukunft notwendig sein könnte, denn der Flüchtling kann nur weniges mitnehmen. Die Entscheidung hat an den Stationen der weiteren Räume Auswirkungen auf die Auswahlmöglichkeiten des Avatars.

Hoffnung auf Zukunft

Entworfen wurde das im Truck integrierte Spiel „Menschen auf der Flucht“ übrigens von missio und dem Unternehmen „Serious Games Solutions“. Es wurde offiziell sogar für den Deutschen Computerspielpreis 2013 nominiert. Drei Stationen weiter, im Raum „Hoffnung auf Zukunft“ befindet sich das Traumazentrum, das darstellt, wie das Hilfswerk Missio und kirchliche Partner die Menschen betreut und unterstützt – mit Traumaarbeit, Soforthilfe, Empowerment und Eingliederung in die Gesellschaft.

Der letzte Raum bezieht sich speziell auf die Flüchtlingssituation in Deutschland und thematisiert Handlungsmöglichkeiten für die Besucher des Trucks. Es ist die Endstation des Flüchtlings.

Nach den Texttafeln und Spiel- und Hörstationen wurde der afrikanische Kontinent mit seinen herausfordernden Problemen, trotz der großen Entfernung, doch näher als man eigentlich erwartet hätte, meinte eine junge Besucherin auf dem FH-Campus.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert