Missbrauchs-Anklage: Teilgeständnis abgelegt

Von: Wolfgang Schumacher
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Wegen Missbrauchs eines Kindes in 152 Fällen ist Peter D. vor der 5. Großen Strafkammer am Aachener Landgericht angeklagt. Symbolfoto: dpa

Aachen/Jülich. Peter D. (56) machte vor der 5. Großen Strafkammer am Aachener Landgericht kein Hehl daraus, dass er an und mit seinem noch minderjährigen Adoptivsohn – heute im Teenageralter – über Jahre sexuelle Handlungen vollzogen hatte.

Doch den als schweren sexuellen Missbrauch in 152 Fällen angeklagten Tatvorwurf gestand der Mechaniker aus Merzenhausen nicht in vollem Umfang ein. Vielmehr versuchte er der Strafkammer unter Vorsitz von Richter Roland Klösgen darzulegen, dass der bei Beginn der Sexspiele noch nicht einmal zehnjährige Junge in vollem Einvernehmen gehandelt habe.

Laut Anklageschrift begann alles bereits im Dezember 2006 und dauerte bis Juli 2014 an. Peter D‘s homosexuelle Neigungen waren bekannt im Dorf. Nur seine Ehefrau, die zwei Söhne mit in die Beziehung brachte und von denen D. den jüngeren im Jahr 2010 adoptierte, schien davon nichts gewusst zu haben. „Wir haben uns am Ende nicht mehr verstanden und nur gestritten“, beschrieb er die zerrüttete Ehe. Und ließ wiederholt durchblicken, dass die weit über das, was er am Montag vor Gericht eingestand, hinausgehenden Tatvorwürfe falsch seien.

„Das ist Rache“, sagte er, seine Frau und der Sohn hätten das erfunden. Lediglich einen leichten Übergriff gegenüber dem Jungen räumte er ein. Wobei Richter Klösgen unmissverständlich darauf verwies, dass auch das strafbar sei. Doch die Anklage wirft ihm mehr vor, vollzogenen Beischlaf mit dem Kind und eine Vergewaltigung des Jungen, alles geschehen in der Werkstatt des Bauernhofes.

Das Opfer ist im übrigen aussagebereit und hat angekündigt, dies öffentlich in der kommenden Woche zu tun. Am Montag sagte zunächst sein älterer Bruder aus, der nur kurzfristig auf dem Hof in Merzenhausen wohnte und dann zu seinem leiblichen Vater zog.

Der heute 21-Jährige zeigte keine Belastungstendenzen gegenüber dem Stiefvater. Der habe einmal versucht, sich ihm zu nähern. Als er das abwies, habe er Ruhe gegeben. Sein kleiner Bruder habe ihm überhaupt nichts erzählt. Der Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt.

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