Millionenprojekt Gästehaus: Fragen nun erwünscht

Von: Volker Uerlings
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So stellen sich die Architekten das Innere des Energie-Pavillons vor: mit Spindeltreppen zum „Krähennest”, einem „Skywalk” und Rutsche. Ganz unten eine „schnöde” Turnhalle. Skizze: Jartschitsch/Moosbrugger

Jülich. Die „Mauer des Schweigens” ist vor knapp zwei Wochen durchbrochen worden: Da gab es erstmals öffentlich Informationen über ein Millionenprojekt der Stadt Jülich im Rat, das Jugendgästehaus.

Die Bezeichnung ist eigentlich ungenau, denn die Herberge für junge Leute und Familien stellt nur ein Drittel der am Lindenrondell geplanten Bauten dar. Das Gesamtpaket präsentieren die Stadt, die Entwicklungsgesellschaft Indeland und die Architekten nun auch der breiten Öffentlichkeit vor: Am Freitag, 25. März, sind Fragen ausdrücklich erwünscht.

Dann geht es am gegenüberliegenden Ende des Parks, in der Blumenhalle (Beginn 19 Uhr, Eingang Kirchberger Straße), um die ehrgeizigen Pläne und die noch unsichere Finanzierung. Im Zuge der Maßnahme bekommt der Brückenkopf-Park neben dem Gästehaus einen neuen Haupteingang, Verwaltungsräume, ein „Bildungshaus” und nicht zuletzt eine Indoor-Halle in Pavillon-Form.

Viele Fragen, wenige Antworten

Diese Halle ist vorwiegend dem Thema „Energie” gewidmet. Zu ihrer Ausstattung gab es schon im Stadtrat viele Fragen, aber wenige Antworten. Natürlich umfasst die „Möblierung” bereits jetzt Großgeräte wie eine Spindeltreppe zum „Krähennest”, einen „Skywalk” für Balance-Fans sowie eine gewundene Rutsche nach unten, wo die Architekten eine „Turnhalle” ankündigten. Eine schnöde Sportfläche unten schien manchem Beobachter im Rat eine wenig fantasievolle Nutzung zu sein. Offen blieben auch die Show- und Lern-Stationen im Energie-Pavillon, die noch entwickelt werden müssen.

Zumindest in der Planung gibt es eine gewünschte Verbindung zwischen dem Gästehaus-Komplex und einem anderen Jülicher Großprojekt: dem Schwimmzentrum. Wie Architekt Walter Jartschitsch auf Nachfrage darlegte, soll nach Möglichkeit ein gemeinsames Blockheizkraftwerk beide Einrichtungen erwärmen und mit Energie versorgen. Dazu fehlt aber noch die „Kleinigkeit” der seit bald zehn Jahren ausstehenden Entscheidung für einen solchen Bau. Kommt das Schwimmzentrum nicht, müssten Gästehaus & Co. aus Kostengründen mit einer Gasheizung ausgestattet werden, sagte der Planer Österreich.

Die Architekten hatten auch über die Bauweise als Passiv- oder Niedrigenergiehaus nachgedacht. Das hätte aber zur Folge, dass die Gäste kein Fenster öffnen dürften und die von Kunden unbedingt gewünschten Balkone nicht machbar gewesen wären. So beschränke sich das Gebäude-Trio im Bereich regenerativer Energien auf die Nutzung von Photovoltaik und Solarthermie.

Unterdessen ist die erste Phase der europaweiten Ausschreibung Mitte nächster Woche beendet. Sofern es mehrere Bieter gibt, erfolgt bis 10. April eine Auswahl mit der Bitte um konkrete Angebote bis 30. April. Die letzte Angebotsfrist endet am 15. Juni. Mit der Bewertung und einem Zuschlag sei bis 30. Juli zu rechnen, sagte Landrat Wolfgang Spelthahn im Stadtrat. Danach könnte es losgehen.
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