Jülich - Millioneninvestition in Mechatronikzentrum der Bundeswehr

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Millioneninvestition in Mechatronikzentrum der Bundeswehr

Von: hfs
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Wird für weitere Millionen Euro aufgerüstet: das Mechatronikzentrum der Bundeswehr in Jülich. Untergebracht ist die Dienststelle im ehemaligen Reichsbahnausbesserungswerk, das 1918 in Betrieb genommen wurde. Foto: hfs
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Blick in eine der Werkstatt-Hallen des Mechatronikzentrums der Bundeswehr in Jülich.

Jülich. Maler, Lüftungsbauer, Dachdecker, Installateure, Putzer, Maurer, Betonbauer oder aber Schreiner, die Anzahl an Gewerke, die in den letzten beiden Jahren im Mechatronikzentrum der Bundeswehr in Jülich ein und ausgingen, könnte nicht größer gewesen sein. Denn in den vergangenen vier Jahren sind etwa neun Millionen Euro verbaut worden. Nach derzeitiger Planung werden bis 2019 weitere zehn Millionen investiert werden.

Helle, lichtdurchflutete Büroräume, Duschen und Toiletten, die auch in einem Sternehotel zu finden sind, hochmoderne Elektrik, Sparbeleuchtung wohin man schaut, eine Speisesaal-Kantine, die ihrem Namen alle Ehre macht. Wer das ehemalige Instandsetzungswerk noch in Erinnerung hat, der dürfte nun bei einem Besuch mehr als nur staunen. „Die Anpassung an gesetzliche Vorschriften wie Brand-und Arbeitsschutz stand natürlich im Vordergrund der Sanierung. Ebenso umfangreiche Dämmmaßnahmen, die Kompletterneuerung der Sanitäreinrichtungen.“

Architekt Gregor Mescherowsky aus Aachen erntet mit seiner Mannnschaft allseits Lob und Anerkennung für die gelungene Baumaßnahmen, die das Mechatronikzentrum – jedenfalls in den fertiggestellten Bereichen – im wahrsten Sinne des Wortes in neuem Licht erstrahlen lassen. „Es ist schon bemerkenswert, was hier alles gemacht wurde“, sagt Oberstleutnant Johann Schnell, Leiter des Mechatronokzentrums, bei einem Rundgang mit Hauptmann Manfred Schwade.

Dem es insbesondere die ebenerdig angebrachten großen, schallisolierten Fenster angetan haben. Kein Vergleich zu den alten Glasbausteinen, die früher in etwa zwei Meter Höhe diagonal die Räumlichkeiten durchzogen. Wie zum Beispiel in der Kantine, heute, nach der Umbaumaßnahme – die Sanierung des Sozialtraktes in Halle 5 umfasste zusätzlich noch die Erneuerung der Umkleide-und Sanitärbereiche und den Neubau eines Unterrichtsraums, kostete 900.000 Euro – ein wirklicher Speisesaal, in dem nur noch die alten Wandbilder an Reichs- und Bundesbahnzeiten erinnern. Das Gebäude wurde vor mehr als 100 Jahren als Eisenbahn-Ausbesserungswerk gebaut.

Dass man jetzt vom Essensraum auf die Außenterrasse gelangt, macht den Speisesaal sicherlich umso attraktiver für die rund 300 Mitarbeiter. Dass es bei der Sanierung keinerlei unliebsame Überraschungen gab wie zum Beispiel den Befall mit Schimmelpilz, betonte der Architekt. Er ließ zudem alte, in Bruchstein gemauerte Hallenpfeiler freilegen und sanieren. Die nun zum Blickfang beim Gang zu den Büros oder zum innenliegenden Lichthof werden.

Begonnen wurde mit den Sanierungsmaßnahmen im Jahre 2009, als die alte, über 280 Meter lange und 70 Meter breite lange Werkshalle ein neues Dach samt Unterkonstruktion erhielt, damit die Zeiten, als hochmoderne Prüf-und Teststände mit Plastikfolie vor Nässe geschützt werden mussten, der Vergangenheit angehörten. Über 3,1 Millionen Euro flossen in diese erste große Sanierung, die bei laufendem Betrieb in zwei Teilabschnitten durchgeführt wurde.

Im Juli 2012 begannen die anderen Maßnahmen. So wurden zum Beispiel in Halle 54 die Elektrik, Fußböden, Beleuchtung und die Reinigungstechnik in der Lackiervorbereitung für 700 000 Euro an die gesetzlichen Vorschriften angepasst. In Arbeits- und Brandschutz, Elektrik und Beleuchtung wurden bei der Sanierung des Bürokomplexes 800 000 Euro investiert.

Jeweils fast eine Million Euro flossen in die Sanierung der Sanitäranlagen (Waschraum, Duschen, WC-Anlagen) in den Werkhallen, beziehungsweise nochmals eine Million in die Fußbodensanierung der Halle 5. Ein kompliziertes Verfahren, denn hunderte Tonnen Beton mussten in einem 24-stündigen Dauerbetrieb in die Halle gepumpt werden.

„Doch zuvor mussten wir viele alte Wassertanks für die Lokomotiven, die hier im Boden lagen, entsorgen“, wies Manfred Schwade auf die Besonderheit der Verfüllung hin. Die neue Fundierung gewährleistet, dass zwei riesengroße Prüfstände erschütterungsfrei genutzt werden können. Davon gibt es in ganz Europa nur zwei an der Zahl. Ein Prüfstand wird im Mechatronikzentrum genutzt, um die über eine Tonne schweren Getriebe im laufenden Betrieb zu überprüfen.

„Wir freuen uns jetzt schon, wenn die sanierten Gebäude an das Bundeswehrdienstleistungszentrum als Verwalter der Immobilie übergeben werden“, meint Architekt Gregor Mescherowsky. Ein rein formeller Akt, denn danach bekommt Oberstleutnant Johann Schnell die „Schlüssel“ für die staatliche Liegenschaft. Die neuen Räumlichkeiten werden Mitte September offiziell eingeweiht.

Dann will der Bund noch einmal rund zehn Millionen Euro in die Hand nehmen. So sollen von Oktober 2017 bis Dezember 2019 die Halle 5 für sieben Millionen Euro und die Halle 2 für drei Millionen Euro saniert werden. „Wir blicken mehr als optimistisch in unsere Zukunft“, stellte Oberstleutnant Schnell, als der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Rachel sich vom Fortschritt der Arbeiten überzeugte.

Reichlich Arbeit für das Mechatronikzentrum gibt es, wenn die Bundeswehr mit dem Rückzug aus Afghanistan beginnt.

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