Millionen vom Land für Merscher Höhe?

Von: Volker Uerlings
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Fotos: Jansen, Uerlings Foto: G. Jansen
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Jülicher Land. Die Vermarktungsideen für das interkommunale Gewerbegebiet Merscher Höhe in Jülich werden auf breiter Front unterstützt und für so gut befunden, dass auch ordentlich Zuschüsse fließen sollen. Diese Botschaft wurde am Donnerstag in Jülich verkündet.

Dietmar Nietan (MdB/SPD) hatte am Morgen noch mit Landeswirtschaftsminister Garrelt Duin gesprochen und fasste zusammen: „Der Durchbruch ist geschafft: Die Landesregierung ist mit an Bord.“ Neben „normalen“ Gewerbeflächen soll vor den Toren Jülichs ein Spezialbereich für Unternehmen geschaffen werden, die sich den „neuen“ (regenerativen) Energien verschrieben haben. Die sind auch ein großes Thema in den Jülicher Forschungseinrichtungen.

In Düsseldorf habe es die Zusage gegeben, zunächst die Ausschreibung eines Masterplans finanziell zu fördern – „und auch das Projekt selbst, wenn der Masterplan gut ist“, sagte Nietan, der das nicht als parteipolitischen Erfolg darstellte, sondern nicht müde wurde, die Unterstützung aller Bundestags- und Landtagsabgeordneter aus dem ganzen Kreis Düren zu betonen. Insofern zahlt sich also nicht nur die Zusammenarbeit der Kommunen Jülich, Niederzier und Titz aus, sondern auch das gemeinsame politische Engagement über geografische und parteiliche Grenzen hinweg.

Ein Masterplan kostet sicher einen höheren sechsstelligen Betrag, und das, was später vor der Toren Jülichs geplant ist, etliche Millionen Euro. Entsprechend dürfte die Landesförderung am Ende eine sieben- bis achtstellige Höhe erreichen, wenn die Masterplanung abgesegnet wird.

Was verursacht diese hohen Kosten? In dem Spezialbereich „Neue Energien“ finden Unternehmen nicht nur Flächen, sondern nach Angaben von Frank Drewes, Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft Campus Merscher Höhe, „ein bis zwei Immobilien in modularer Bauweise“. Im Klartext: große Gebäude, in die zum Beispiel Dienstleister gleich einziehen können.

Gutachter Dr. Lothar Mahnke hatte diese Spezialisierung in einem Gutachten ausdrücklich empfohlen, weil das „einzigartige Technologiepotenzial“ in und um Jülich bei Gewerbeansiedlungen bislang nicht gehoben werde. Die Fachhochschule Jülich ist nur ein paar Steinwürfe entfernt, Forschungszentrum und Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt befinden sich in Sichtweite.

Nicht nur deren Arbeit ist für Firmen interessant, die sich beispielsweise mit der Energiewende und ihren Auswirkungen auf die (Leitungs-)Netze beschäftigen, sondern auch die Fachkräfte in der gesamten Region sind es. Der energiepolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Oliver Krischer, sieht das auch so und sagte am Donnerstag in Jülich: „Das Projekt ist eines, das begeistert.“ Dietmar Nietan veranschaulichte: „Wir wären mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn wir den Innovationen der Region keinen Ort geben.“

Die drei Bürgermeister Axel Fuchs (Jülich), Hermann Heuser (Niederzier) und Jürgen Frantzen (Titz) nahmen diese Neuigkeiten natürlich hocherfreut zur Kenntnis. Das Trio betonte die partnerschaftliche Zusammenarbeit, die auch bei der ersten Aufsichtsratssitzung der Entwicklungsgesellschaft Campus Merscher Höhe am Vortag zum Ausdruck gekommen sei. Niederzier und Titz haben noch keine Gesellschafteranteile gezeichnet und nahmen als „Gäste“ teil.

Es überrascht nicht, dass die beiden kleineren Partner kein Problem damit haben, dass das gemeinsame Kind nun einen neuen Namen bekommt. Aus dem eigentlich nur lokal bekannten „Campus Merscher Höhe“ wird der „Brainergy-Park Jülich“, zusammengesetzt aus „Brain“ (Gehirn) und Energy. Der Standort Jülich ist überregional einfach prominenter. Das hilft bei der Vermarktung eines Angebots, das „wohl einzigartig in Deutschland ist“ (Axel Fuchs).

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