Jülich - Millionen stößt es hin und wieder sauer auf

Millionen stößt es hin und wieder sauer auf

Von: ojo
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Facharzt Thorsten Michel geht in seinem Referat Symptomen auf den Grund. Foto: Horrig

Jülich. Unangenehmes findet häufig Einzug in das Buch der geflügelten Worte. So auch die im übertragenen Sinne verwendete Umschreibung, dass einem etwas sauer aufstößt. Den physiologischen Zustand kennt wahrscheinlich jeder. Meist handelt es sich dabei um „Sodbrennen - eine Volkskrankheit mit vielen Gesichtern”.

So lautet auch der Titel des 18. Forums Medizin, das das St. Elisabeth-Krankenhaus Jülich und unsere Zeitung veranstalten. Sodbrennen - eine Volkskrankheit - ist das nicht etwas zu hoch gegriffen?

Überhaupt nicht, sagt Thorsten Michel, Facharzt für Innere Medizin, aus Jülich. Er ist einer der vier Referenten, die das Thema „Sodbrennen” aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten werden. Er verzeichnet eine Zunahme von Refluxbeschwerden, die behandelt werden müssen.

Er wie auch seine Kollegen bestätigen die Tendenzangaben der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselerkrankung, wonach jeder zehnte Bundesbürger mehrmals pro Woche, ja sogar täglich von Sodbrennen betroffen ist. „Jeder hat mal Refluxbeschwerden. Das hat auch etwas mit den Lebensgewohnheiten zu tun”, erläutert Facharzt Michel. Er wird sich in seinem Fachvortrag vornehmlich den Symptomen, Beschwerden und der Anatomie widmen.

Mit Reflux wird der Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre bezeichnet. Wenn saueres Aufstoßen, ein Brennen hinter dem Brustbein, Heiserkeit oder Husten häufiger und vor allem länger andauernd auftreten, ist der Gang zum Arzt dringend geboten.

Ursache einer Refluxerkrankung ist ein geschwächter Schließmuskel. „Reflux kann auch mit einer Hiatushernie einhergehen.” Damit ist ein Zwerchfellbruch gemeint. An dieser Stelle erfolgt der Übergang der Speiseröhre von der Bauchhöhle in den Brustraum.

Vielfach könne schon mit Medikamenten Beschwerdefreiheit erreicht werden. Antazida könne die Magensäure neutralisieren und somit den schädigenden Einfluss auf die Speiseröhre mildern beziehungsweise beseitigen. Da Sodbrennen als „Life Style”-Erkrankung betrachtet wird, wären schon Veränderungen der Essgewohnheiten und Umstellung der Ernährung wirksame Maßnahmen, um gegen Reflux vorzugehen.

Bewussteres Essen, beispielsweise Verzicht auf üppige Abendmahlzeiten und Einschränkung von Magensäure steigernde Speisen und Getränke wie Kaffee oder Alkohol - und Abnehmen bei Übergewicht wären Bestandteile der konservativen Behandlung. Thorsten Michel: „Eine generelle Diätempfehlung kann man nicht geben.” Der Weisheit letzter Schluss wäre ein operativer Eingriff, mit dem der Reflux letztlich unterbunden wird.
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