Miete von Bürgerhallen bald doppelt so teuer

Von: Volker Uerlings
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Die Miete des Großen Saales der Bürgerhalle Broich verteuert sich ab 1. Mai um 110 Prozent. Foto: Gottfroh

Jülich. Im Grunde ist es noch nicht einmal ein Tropfen, der auf ein „Fass ohne Boden” namens Jülicher Haushalt fällt. Betroffene Bürger aber werden es spüren. Die Mieten für die Bürgerhallen in den Ortschaften, die Stadthalle und die schulischen Räume wie das PZ der Zitadelle werden schon in wenigen Tagen dramatisch teurer.

Ab dem 1. Mai gelten nach einem Mehrheitsbeschluss des Stadtrates im Vergleich zu den alten Sätzen mehr als doppelt so hohe Benutzungs-entgelte. Wer also seine Hochzeit, eine Kinderkommunion oder andere große Feste in einem passenden Raum feiern will, muss sehr viel tiefer in die Tasche greifen.

Um 110 Prozent verteuert sich zum Beispiel die Nutzung des Großen Saales der Bürgerhalle Broich: von 143 auf 300 Euro. 53 Prozent mehr muss zahlen, wer dort ein Drittel des Großen Saales anmietet: 110 statt 72 Euro. Noch extremer ist die Steigerung in Kirchberg: Die Bürgerhalle dort - am „Lindenhof” - war in Verbindung mit der Gastronomie bislang kostenfrei. Ab dem nächsten Sonntag werden 200 Euro fällig.

Und mit 93 Prozent Verteuerung sind die Mieter der Bürgerhallen in Bourheim, Güsten, Stetternich und Merzenhausen dabei. Für diese Gebäude gelten einheitliche Sätze, die nun von 57 auf 110 Euro erhöht werden.

Die genannten Entgelte sind schon die günstigsten, die den Ortsvereinen und Jülicher Bürgern abverlangt werden. Externe oder gewerbliche Nutzer werden noch stärker zur Kasse gebeten. Auswärtige Mieter dürfen künftig für den eingangs erwähnten Großen Saal der Halle Broich 400 Euro (zuvor 194 Euro) auf den Tisch blättern.

Was bringt das? Diese Gebäude sind und bleiben für die Stadt ein Zuschussgeschäft. Trotz dieser Mieterhöhungen buttert die Kommune immer noch Beträge in sechsstelliger Höhe dazu: rund 400.000 Euro bei den Bürgerhallen und rund 167.000 Euro bei der Stadthalle. Dieser Zuschuss hätte sich um 17.000 Euro verringert - theoretisch.

Die Verwaltung räumt allerdings ein, dass durch den strengen Winter und in Folge Mehrausgaben bei den Energiekosten gerade mal 1000 Euro netto übrig bleiben. Weil die Stadt aber gegenüber den Haushaltswächtern ihr Bemühen dokumentieren muss, die Defizite bei den freiwilligen Ausgaben zu verringern, war nach mehr als sieben Jahren der Dreh an der Gebührenschraube wohl nicht zu vermeiden.

Die Mieterhöhungen bei den Veranstaltungsräumen in Schulen fallen etwas moderater aus. So klettert die Gebühr für das Pädagogische Zentrum der Zitadelle mit Foyer von 270 auf 330 Euro (bei Nutzung bis drei Stunden). Gleiches gilt für das PZ der Hauptschule.

Die Nutzung der Schlosskapelle für Heiratswillige, also Trauungen, bleibt unverändert bei 110 Euro - sie war vorher schon nicht eben günstig. Wenn nun aber Vereine oder Bürger der Stadt den stimmungsvollen Raum mieten möchten, zahlen sie 170 Euro (statt 110 Euro) bei bis zu drei Stunden und 340 Euro (statt 226 Euro) darüber hinaus.

Noch vielschichtiger ist die Gebührenübersicht bei der Stadthalle. Den Kleinen Saal gibt es ab 200 (statt 150) Euro, den Großen Saal ab 350 (statt 341) Euro. Bestimmte kulturelle und traditionelle Veranstaltungen (Bühne ´80, Altweiberball, Puppenbühnen) kommen in den Genuss von günstigeren „Pauschalentgelten”.

Die Erhöhungen waren im Stadtrat nicht unumstritten. Vor allem die Jül-Fraktion verweigerte die Zustimmung. Letztlich gab es aber bei elf Nein-Stimmen eine große Mehrheit.
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