Jülich - MGJ bietet im Nordkreis ersten bilingualen Zweig

MGJ bietet im Nordkreis ersten bilingualen Zweig

Von: ptj
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Verantwortliche der Schule und des Trägers sowie Lehrer werben für bilingualen Unterricht am Mädchengymnasium Jülich. Foto: Jagodzinska

Jülich. Als erste und einzige Schule in Stadt und Altkreis Jülich wird das Mädchengymnasium Jülich (MGJ) mit einem „besonderen Angebot sein Alleinstellungsmerkmal als Europaschule schärfen“, wie Schulträgervertreterin Dr. Barbara Schellenberger es ausdrückte. Ab dem Schuljahr 2017/18 wird eine der drei bis vier parallelen Eingangsklassen als bilinguale Klasse eingerichtet.

Das heißt, in Klasse 5 und 6 werden die teilnehmenden Schülerinnen zwei Stunden pro Woche mehr in Englisch unterrichtet.

Ab Klasse 7 erhalten sie dann vom bisherigen Englischlehrer Sachfachunterricht in Biologie, ab Klasse 8 zusätzlich in Politik. Ab der 9. Klasse besteht die Möglichkeit, den Sachfachunterricht um ein drittes Fach zu erweitern. „Wir möchten damit keine Eliteklasse bilden“, stellte Schellenberger klar. Nach Kontakten mit anderen Schulen mit bilingualem Unterrichtsangebot gelinge Schülerinnen mit gymnasialer Eignung die erfolgreiche Absolvierung des zweisprachigen Fachunterrichts, durch den sowohl die Sprach- als auch die Fachkompetenz gestärkt werden.

Die Teilnahme wird jeweils in den Zeugnissen ausgewiesen und durch ein entsprechendes Zertifikat zum Abschluss der Sekundarstufe I bestätigt. „Das Interesse wird groß sein“, vermutet der kommissarische Schulleiter Norbert Billstein anhand der bisherigen Resonanz, verbunden mit Enttäuschung von Schülerinnen und ihren Eltern, für die das interessante Angebot zu spät kommt.

Die Etablierung bilingualer Angebote zählt zu den obligatorischen Kriterien bei der (Re-)Zertifizierung der Europaschulen. Mit einem bilingualen Bildungsgang werden die Kriterien nach Bekunden von Pressesprecher Andreas Wergen sogar „übererfüllt“. Motiviert fühlt sich das MGJ zudem durch die Bedeutung des Englischen als Welt- und Geschäftssprache. Vorlesungen, etwa in Natur-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, werden zunehmend an Universitäten in Englisch gehalten.

Englisch ist auch Arbeitssprache vieler Kongresse. Somit sei die zertifizierte Teilnahme an diesem Bildungsgang „Eintrittskarte in internationale Hochschulstudiengänge“. Wie sieht nun der englischsprachige Sachfachunterricht aus? Englisch/Biologielehrerin Anne Lummerich, die sich selbst als „Anhängerin der bilingualen Theorie“ bezeichnet, gibt einen Einblick. Der gesamte Unterricht wird in Englisch gehalten. „Wenn mal eine Vokabel fehlt“, darf auch ein deutsches Wort im englischen Satz verwendet werden.

Auch die Hausaufgaben werden in Englisch ausgearbeitet. Die Note „wird nach Fachkompetenz gegeben“, während sich die Sprachnote im Englischunterricht niederschlägt. Die Englischlehrer am MGJ werden entsprechende Weiterbildungen absolvieren. Erwähnenswert ist, dass die Mädchenschule ihren Weg „sehr solide in kleinen Schritten beschreitet“ und die Schülerinnen „eng begleiten“ wird. Ferner wird der bilinguale Unterricht der Unterstufenschülerinnen um 13 Uhr beendet sein.

Schülerinnen des bilingualen Bildungsgangs können „auch dann eine Fahrkostenerstattung erhalten, wenn das MGJ nicht die wohnortnächste Schule ist“. Zur gesunden Konkurrenz vermerkte Billstein abschließend: „Jede Schule hat ihre Besonderheit“. Nicht zuletzt werden sogenannte fördernde „Lernstudios“ auch in anderen Fächern angeboten, etwa im musischen oder sportlichen Bereich.

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