Merscher Höhe: Masterplan in Arbeit

Von: Guido Jansen
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Stehen wahrscheinlich bald nicht mehr alleine auf der Merscher Höhe: die alten Sendehallen. Foto: Jansen
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Sie sprechen über das gemeinsame Projekt: Jülichs Bürgermeister Axel Fuchs (v.l.), sein Niederzierer Amtskollege Hermann Heuser und Frank Drewes (Entwicklungsgesellschaft Campus Merscher Höhe). Foto: Uerlings

Jülich. Vor fünf Jahren saß Frank Drewes beim Stadtgespräch und musste passen. Gewerbeflächen, auf denen in Jülich neue Arbeitsplätze hätten entstehen können – damals hatte der Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft Jülich (SEG) kaum noch etwas zu bieten.

Jetzt war Drewes wieder zu Gast bei der Gesprächsveranstaltung unserer Zeitung und des Vereins Stadtmarketing im Technologiezentrum und hatte ein ganz anderes Blatt auf der Hand. Vielleicht sogar das beste der Region. Anfang 2019 könnte Baustart sein für die ersten Unternehmen, die sich im sogenannten Brainergy-Park im Jülicher Norden ansiedeln. Das Wachstumspotenzial ist außergewöhnlich groß. Das hat ein Gutachten im vergangenen Jahr festgestellt.

Jülich ist zum Leuchtturm im Bereich neue Energien geworden. Führende Forschungseinrichtungen auf diesem Bereich gibt es mit dem Forschungszentrum Jülich, dem Solarcampus der FH Aachen und dem Solarinstitut des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt schon länger. Seit der Atomausstieg beschlossen und das Ende der Kohle-Verstromung näher rückt, leuchtet die Arbeit der Jülicher Forscher noch heller.

Das Gutachten besagt, dass Jülich viele forschungsnahe Unternehmen aus ganz Deutschland aus dem Bereich neue Energien anlocken könnte, wenn es Platz für sie gäbe. Das Technologiezentrum Jülich (TZJ), eine Art Brutkasten für aufstrebende, wissenschaftsnahe Unternehmen, ist auch ohne Deutschland-weite Vermarktung voll besetzt und damit laut Lothar Mahnke von der Aachener Gesellschaft für Innovation und Technologietransfer (AGIT) viel erfolgreicher als alle vergleichbaren Zentren in der Region. „Wenn Experten von außerhalb auf das Potenzial in Jülich schauen, dann fällt denen oft die Kinnlade runter“, sagt der Jülicher Wirtschaftsgeograph Michael Gramm.

70 Fußballplätze groß

Platz soll bald geschaffen werden. Dafür werfen die Stadt Jülich und die Gemeinden Titz und Niederzier ihre Gewerbeflächen auf einem Fleck zusammen, nämlich auf der Merscher Höhe, da, von wo aus früher die Deutsche Welle sendete. So entsteht ein Gewerbegebiet von insgesamt 50 Hektar – das entspricht der Größe von 70 Fußballplätzen –, das Schritt für Schritt bebaut werden soll.

Ein Masterplan entsteht gerade und soll bis Anfang 2018 vorliegen. Ein Teil der Fläche ist erschlossen, weil die Landesregierung sie im vergangenen Jahr für ein Flüchtlingscamp hergerichtet hat, das mittlerweile wieder zurückgebaut wurde. Ende 2018 endet die Reservierung.

Die beiden Nachbargemeinden sind noch nicht Gesellschafter der eigens gegründeten Entwicklungsgesellschaft Campus Merscher Höhe. Laut Jülichs Bürgermeister Axel Fuchs beschäftige man sich gerade mit dem Kleingedruckten. Ihre Absicht haben die Drei schon mehrfach betont. „Wir müssen mit dem Kirchturmdenken aufhören.

Einer alleine wird den Strukturwandel nicht schaffen“, sagt Niederziers Bürgermeister Hermann Heuser. „Wenn das hier nicht klappt, dann klappt das nirgendwo“, schiebt er hinter. Aus Sicht seines Titzer Kollegen Jürgen Frantzen spielt das gemeinsame Projekt eine besondere Rolle. Bei Wohnbaugebieten verzeichne Titz reges Wachstum. „Aber bei Gewerbegebieten werden wir bislang nicht so wahrgenommen“, sagt Frantzen. Deswegen habe man zur Verfügung stehende 14 Hektar in die Merscher Höhe eingebracht.

Gemeinsame Pläne

Denn Titz und Niederzier entwidmen eigene Gewerbeflächen und schaffen so die Voraussetzungen für die gemeinsamen Pläne in Jülich, ohne dass netto mehr Flächen verbraucht werden. So wird eine wesentliche Forderung des Landesplanung erfüllt.

Kern des Brainergy-Parks soll eine Sonderfläche von bis zu neun Hektar Größe sein, auf dem ein neuer Gebäudekomplex für junge und etablierte Unternehmen aus dem Bereich Neue Energien gebaut werden soll. Gut über 20 Millionen Euro wird das kosten. „Das können wir vor Ort nicht tragen, dafür brauchen wir Fördergelder“, sagt Michael Gramm. Ein Ministerentscheid sei notwendig, damit Landesmittel in die Merscher Höhe fließen können. Die alte rot-grüne Landesregierung hatte zugesagt, den Brainergy-Park zu fördern.

„Zu diesen Zusagen stehen wir“, sagte CDU-Landtagsabgeordnete Patricia Peill beim Stadtgespräch für das schwarz-gelbe Kabinett. „Wahrscheinlich fördern wir mit noch mehr Mitteln.“

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