Merscher Höhe: Flüchtlinge lassen noch auf sich warten

Von: Volker Uerlings
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Im Stand-by-Modus: Die Zelte auf der Merscher Höhe sind fertig, in den kommenden Tagen sollen die Bewohner kommen. Foto: Uerlings

Jülich/Köln. Viele warten in diesen Tagen aufs Christkind. In Jülich – speziell auf der Merscher Höhe – warten einige Menschen auf die ersten Flüchtlinge. Die Erstaufnahmeeinrichtung des Landes ist in Windeseile binnen weniger Wochen errichtet worden und hätte Anfang Dezember in Betrieb gehen können. Aber dann blieben die Bewohner aus.

Das ist aber nur ein Zwischenzustand. „Bis Weihnachten werden wir voraussichtlich richtig in Betrieb gehen“, sagt die Leiterin Sabine Günnel vom Kreisverband Jülich des Deutschen Roten Kreuzes auf Anfrage. Und wie unsere Zeitung von der Bezirksregierung Arnsberg erfuhr, dient die Einrichtung in Jülich als „Puffer“ an den kommenden Feiertagen.

Weil die zahlreichen Stadt- und Gemeindeverwaltungen in Nordrhein-Westfalen nicht oder nur im Notbetrieb besetzt sind, werde es keine Zuweisungen nach dem üblichen Verfahren geben. „Jülich befindet sich im Stand-by-Modus für die anstehenden Weihnachtstage, in denen wir keine Zuweisungen an die Kommunen vornehmen werden“, sagte Christoph Söbbeler, Sprecher des RP Arnsberg. „Und wir brauchen ziemlich große Puffer, um das gestalten zu können. Wir können nie präzise einschätzen, in welcher Zahl Asylbewerber kommen. Am 4. Januar startet dann wieder das normale Prozedere“, erklärte Söbbeler weiter.

Er bestätigte, dass die Zahlen in NRW jüngst etwas gesunken sind. „Momentan ist der Zulauf etwas moderater.“ Daraus lasse sich aber beileibe keine Trendwende ablesen, das könne sich schlagartig wieder ändern. Zufluchtsuchende, die neu ankommen, werden ab Weihnachten und bis zum 3. Januar laut Söbbeler zunächst in den 24 dauerhaften Einrichtungen und den 265 Notunterkünften, darunter Jülich, einquartiert.

Das Team des Deutschen Roten Kreuzes in Jülich sowie viele freiwillige Helfer waren anfangs etwas irritiert, aber auch froh, mehr Zeit zu erhalten, um die Zeltstadt herzurichten. „Das ist ein bisschen geschenkte Zeit“, sagte Sabine Günnel gegenüber der Redaktion. „Die lebensnotwendigen Bereiche wie Schlafen, Essen, Sanitär sind zu 100 Prozent aufnahmebereit. Wir nutzen die Zeit jetzt, um die Sozialbereiche wie Kleiderkammer und Schulungsräume herzurichten. Die Stimmung ist gut. Wir freuen uns auf die Flüchtlinge.“

Das Personal der Erstaufnahmeeinrichtung konnte die Schichteinteilung testen. „Wir arbeiten in Früh-, Spät- und Nachtschicht – in Kooperation mit Freiwilligen“, informiert Sabine Günnel. Von deren Engagement ist sie besonders angetan. „Die Jülicher Bevölkerung hat sich schon hervorragend und sehr motiviert eingebracht.“ Bei größeren Aktionen waren 20 Freiwillige dabei.

Nächste Woche könnten dann die ersten neuen Bewohner der Zeltstadt anreisen.

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