Merscher Höhe: Antenne in Nacht- und Nebelaktion gekappt

Von: ahw
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Bürgermeister Axel Fuchs nahm die „Kondolenzliste“ von den Funkamateuren Günter Hirte (r.) und Martin Marquardt Foto: Stadt Jülich

Jülich. Dass die Befürchtungen der Jülicher Funkamateure mit Blick auf die drehbare Antennenanlage zwischen Jülich und Mersch nicht aus der Luft gegriffen waren, zeigte sich umgehend.

Als der Ortsverein Jülich des Deutschen Amateur Radio Club (DARC) am Samstag an der Kölnstraße Unterschriften für den Erhalt der letzten Antenne aus dem Bestand der Sendeanlage der Deutschen Welle in Jülich sammelte, war diese schon gekappt worden. Ein von der Stadtentwicklungsgesellschaft Jülich (SEG) beauftragtes Abbruchunternehmen aus Erftstadt war schon am Freitag tätig geworden und hat die rund 35 Meter hohe Antenne „umgelegt“. Von Mittwoch an wird die Apparatur weiter ausgeschlachtet.

Dass auf diese Weise Tatsachen geschaffen worden sind, war offenbar nicht notwendig, denn der Auftrag zum Abriss wurde erst erteilt, als die Funkamateure versuchten, die letzte Antenne der Sendeanlage unter Denkmalschutz zu stellen, was den Verkauf des Geländes gefährdete. „Das war ein Eigentor“, sagte SEG-Geschäftsführer Frank Drewes auf Anfrage.

„Das hätte nicht sein müssen“, ist auch er nicht glücklich über den Ablauf. Der Käufer des Geländes, dessen Schafherde auf dem eingezäunten Areal weiden soll, hätte nämlich nichts gegen eine weitere Nutzung der Antennenanlage gehabt, bei bestehendem Denkmalschutz indes auf den Kauf verzichtet.

So sah sich die SEG in Zuzwang und hat das Verwertungssrisiko aus dem Weg räumen lassen. „Es gibt keinen Gewinner“, spielt Drewes darauf an, dass der Abriss einen vierstelligen Betrag kostet.

Derweil haben die ob der SEG-Taktik stinksauren Günter Hirte und Martin Marquart von den Jülicher Funkamateuren, die erst am Samstag gegen 10.30 Uhr vom Abriss erfahren hatten, die mehr als 100 in Jülich gesammelten Unterschriften am Montag Bürgermeister Axel Fuchs als „Kondolenzliste“ mit Foto der niedergelegten Antenne überreicht.

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