Mersch beherbergt drei „stille Heldinnen des Alltags”

Von: silja
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„Stille Heldinnen des Alltags
„Stille Heldinnen des Alltags”: Helga Kollmann, Angela Radmacher und Marina Rauh (v. L.) in Rauhs Garten. Foto: silja

Mersch. Als „stille Heldinnen des Alltags” wurden Helga Kollmann, Marina Rauh und Angela Radmacher unlängst von Landrat Wolfgang Spelthahn bezeichnet. Mit ihnen hatte er insgesamt 25 Preisträger bei der elften Verleihung der sozialen Ehrenpreise des Kreises Düren ausgezeichnet.

Seit vielen Jahren richten die Merscherinnen vierzehntägig einen Seniorennachmittag im Pfarrheim aus. Eine wichtige Kontaktquelle ist diese Veranstaltung für etwa 20 Damen und inzwischen nur noch zwei Herren ab 60 Jahren. Wie die Ausrichterinnen wissen, „freuen sich die Senioren wirklich darauf”. So pflegt etwa eine ältere Dame ihren an Demenz erkrankten Mann und verlässt ihn nur für die drei Stunden des Kaffeenachmittags.

Dann „lebt sie richtig auf”. Nach dem gemeinsamen Kuchenessen haben die Senioren es stets eilig, „Mensch ärger dich nicht” oder Rommikub zu spielen. „Das ist sehr wichtig”, betont das Damentrio, das zudem zudem ein Osterfrühstück und Feiern zu Karneval, zum Maibeginn und im Advent organisiert.

Begleitet werden diese besonderen Anlässe von den „Hobbymelodikern”, einer vierköpfigen Band, die mit Klavier, Trompete und Akkordeon vor allem Volksmusik aufspielt. Zum Seniorenangebot zählen auch Gesundheitsvorträge oder solche zum Thema Patientenverfügung. Häufig als „Überraschung”, weil viele der älteren Herrschaften diesen Themenbereich als „unangenehm” empfinden. Unangekündigt erscheint auch ab und an die Verkehrswacht zum kostenlosen Sehtest. Wer diesen Test bestanden hat, darf sich im Anschluss mit Stolz rühmen. Ein Jahresausflug mit unbekanntem Ziel für die Teilnehmer krönt die Aktivitäten der Seniorengruppe. Begeistert aufgenommen wurden etwa eine Schiffstour von Koblenz nach Rüdesheim oder Fahrten ins Schokoladenmuseum oder den Kölner Zoo.

„Dienstälteste” ist mit über zehn Jahren im Organisationsteam des seit etwa 30 Jahren bestehenden Seniorennachmittags die 57-jährige Zahnarzthelferin Helga Kollmann. Marina Rauh (47) ist Schulsekretärin und seit sechs Jahren dabei. Sie engagiert sich nebenbei noch im Pfarrgemeinderat, trägt den Pfarrbrief aus und besucht „Geburtstagskinder” ab 75 Jahren.

Die Jüngste im Team, Angela Radmacher (45) hat als private Altenpflegerin im Ort sehr viel Erfahrung mit Senioren und ist seit vier Jahren dabei.

Wegen ihrer Berufstätigkeit hat das Trio „Mittwoch als festen Termin gewählt” - für alle Veranstaltungen. „Wir haben uns untereinander gesucht und gefunden”, erzählen die Damen, die sich „durch die Kinder kennengelernt haben” und inzwischen Freundinnen geworden sind. Wie wird der Seniorennachmittag organisiert?

Jeder Teilnehmer entrichtet fünf Euro, davon wird der Bäcker bezahlt sowie kleine Geschenke für die Senioren zu Ostern, zum Geburtstag und Erntedankfest und zu Weihnachten. „Hin und wieder backen wir auch selber”, sagen die Merscher Ladies. Alle zwei Wochen hingegen - exklusive der Ferien - bereitet eine nette Dame aus dem Ort ihre von den Senioren heiß begehrte Stachelbeerbaisertorte gegen eine Aufwandsentschädigung zu.

Das Damentrio lädt alle Senioren aus Mersch/Pattern herzlich zum Kaffee- und Spielenachmittag ein, der terminlich im Dorfkalender und im Pfarrbrief festgehalten ist. Naturgemäß sterben immer wieder Teilnehmer, und es wäre schade, wenn der Kreis schrumpfte.
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