Meisterschaft der wirbelnden Männer begeistert Zuschauer

Von: Otto Jonel
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Sichern sich mit viel Akrobatik und synchron wie ein Uhrwerk zum dritten Mal den NRW-Meistertitel: Die „Prinzengarde Rietberg“. Foto: Jagodzinska

Jülich. Ist schon wieder Karneval? Nein, weit gefehlt. Die 8. offene NRW-Männerballettmeisterschaft stellte erneut eindrucksvoll unter Beweis, dass eine moderne Tanzperformance mit viel Akrobatik ernstzunehmender Sport ist.

Zum vierten Mal holte die KG „Bretzelbäckere“ aus Mersch-Pattern das stimmungsvolle Großevent im Auftrag des Bundes Deutscher Männerballette nach Jülich, wo es im PZ des Gymnasiums Zitadelle von rund 800 Gästen verfolgt wurde. „Das geht raus nach ganz Deutschland“, betonte der moderierende KG-Präsident Tom Kuckartz nicht ohne Stolz, als er unter anderem das ZDF-Magazin „Hallo Deutschland“ begrüßte. Den Schirm über die Veranstaltung hielt SPD-Landtagskandidat Fred Schüller.

Jeweils 10 bis 20 Leistungspunkte vergab die neutral besetzte, siebenköpfige Jury nach den Kriterien Präsentation, Show und Unterhaltung (20 Punkte), Choreographie, Kreativität, Tanztechnik und Ausführung. Jury-Obmann war Arno Schatz, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Männerballette, der inzwischen „zu einem Freund geworden ist“.

Zu den 14 Teilnehmerteams zählten erfolgsverwöhnte routinierte Formationen, aber auch neue Gesichter wie die „Däpp-streetboys“ aus Hasselsweiler und solche, die selten außerhalb der eigenen Dorfsitzung auftreten wie die „Plumaris“ aus Titz, die beide mit augenscheinlich viel Spaß auf die Bühne traten.

Als Eisbrecher der Meisterschaft ausgelost war der bislang zweifache Titelverteidiger, die „Prinzengarde Rietberg“ – mit der weitesten Anreise. Sie legte die Messlatte hoch mit ihrem synchron wie ein Uhrwerk getanzten Motto „Jumani“. Das rollenreiche Würfelspiel, „das den Dschungel zum Leben erweckt“, setzten die Tänzer höchst akrobatisch und mit hoher Geschwindigkeit um. Dafür verdienten sie den Siegerpokal aus der Hand des Schirmherren, ihren dritten Meistertitel und damit erneut die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft am 17./18. Juni in Bonn.

In Höchstform zeigten sich die gastgebenden „Wild Boys“ mit ihrem kraftvoll-akrobatisch umgesetzten Motto „Top Gun“, mitten unter ihnen Kuckartz, der sich als Moderator kurzzeitig vertreten ließ. Erneut sicherten sich die wilden Jungs den Titel als Vize-Meister. Als ernste Konkurrenten galten die „Indener Traumtänzer“, mehrfache Sieger auf lokaler Ebene mit ihrer Show-Nummer auf „Star-Wars“-Basis „Der Todesstern is fott“, geprägt von Bewegungs- und Ideenreichtum mit einer guten Prise Humor. Sie landeten auf Platz vier.

Chancen auf einen der vorderen Plätze hatte – zumindest aus Laiensicht – auch das Männerballett Ihnetal mit seinem ausdrucks- und requisitenstarken Motto „Van Helsing“ mit amüsanten Momenten, aber auch das Männerballett Kückhoven mit seiner überzeugenden Nummer „Der Schatz des Pharao“ mit sportlichen Mumien und Ägyptern in schillernden Kostümen. Letzteres schaffte es als Dritter aufs Siegertreppchen, das Männerballett Ihnetal fand sich „nur“ auf Platz 7 wieder, ließ sich aber voller Stolz feiern. „Leute, wie geil ist denn der 7. Platz bei den NRW Meisterschaften!“, freuten sie sich, wobei sie das PZ des Gymnasiums als „Stadthalle Jülichs“ bezeichneten.

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