Siersdorf - Meister von Elsloo: Von eigentümlicher Schönheit

Meister von Elsloo: Von eigentümlicher Schönheit

Von: Adi Zantis
Letzte Aktualisierung:
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Spätgotisches Werk: die Statue, die dem Meister von Elsloo zugeordnet werden. Foto: Zantis

Siersdorf. Zurzeit befasst sich eine Experten-Kommission im Limburger Raum und in Teilen der niederrheinischen Region mit einem Projekt um den Meister von Elsloo, dem zahlreiche Werke der Bildschnitzerkunst im Gebiet von Maas und Rhein sowie unter anderem uch in der Siersdorfer Ordenskirche zugeschrieben werden. Als „Meister von Elsloo” wird ein namentlich nicht bekannter niederländischer Kunsthandwerker bezeichnet, der zirka ab 1510 tätig war. Seinen Namen erhielt der in der Spätgotik anzusiedelnde Künstler nach der Schöpfung einer „Anna Selbdritt” (der heiligen Anna mit Maria und Kind) für eine Kirche im niederländischen Elsloo.

Nach wenig bekannten Jahreszahlen der ihm zugeschriebenen Werke wird vermutet, dass der „Meister” zwischen 1510 und 1524 tätig war. Seine Werke sind Beispiele traditioneller mittelalterlicher Heiligenverehrung in den Niederlanden und gehören zur spätgotischen Hochkonjunktur vor der Reformation. Eventuell hatte der Meister von Elsloo seine Werkstatt in Roermond.

Er hat seinen Stil an seine Schüler weitergegeben und sein Einfluss ist im Limburger Raum und den angrenzenden Regionen bis ins ausgehende Mittelalter weiter zu finden.

Neben seinem Hauptwerk in Elsloo werden dem Meister auch viele Kunstschöpfungen in den Kirchen der gesamten Grenzregion von Belgien, Holland und Deutschland sowie in sakralen Museen am Niederrhein zugeschrieben.

Einen besonderen Stellenwert für Kunstwerke aus dem Schöpfungsbereich um den Meister von Elsloo nimmt auch die St.-Johannes-Kirche in Siersdorf ein. Insgesamt acht Holzstatuen in einer Größe von zirka 110 Meter sind nach neuesten Erkenntnissen einer Zeit um die Mitte des 16. Jahrhunderts zuzuordnen. Wie kürzlich von einem Spezialisten-Gremium unter Leitung des Bau- und Kunstreferenten Elmar von Reth vom Bistum Aachen in einer Begutachtung dokumentiert wurde, handelt es sich an Hand der vorliegenden Expertise um Kunstwerke, die dem Stil des Meisters von Elsloo entsprechen. Die an den Säulen im alten Kirchenraum aufgereihten Figuren sind Darstellungen der Muttergottes, Johannes der Täufer, St. Nikolaus, St. Georg, St. Katharina, St. Agnes, St. Luzia und St. Elisabeth.

Niederländischer Einfluss

Entstanden sind die Heiligenstatuen deutlich unter niederländischem Einfluss. Sie zeigen einen großen und einfach gehaltenen Faltenwurf. Die Haltung der Figuren ist zum Teil befremdlich. Auffallend das etwas einfache Schema der Gesichter: große regelmäßige Augenbrauen, flach liegende Augen und gerade Nasen mit darunter liegenden dünnen Lippen sowie betonte Kinngrübchen. Gerade aber diese eigentümliche Formgebung ist für heutige Kunstkenner interessant und macht die Siersdorfer Holzfiguren zu wertvollen Kleinodien aus meisterlicher Hand.
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