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Mehr Klamauk als Komödie in Jülicher Stadthalle

Von: Hilde Viehöfer-Emde
Letzte Aktualisierung:
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Die Autoren in „Mondlicht und Magnolien“ sind quasi „inhaftiert“: Bei Erdnüssen und Bananen sollen sie in dieser Komödie ein Drehbuch schreiben. Foto: Wolfgang Emde

Jülich. Das Gastspiel des Landestheaters Dinkelsbühl am Samstagabend in der Stadthalle Jülich zeigte strukturell einige Schwächen. Die Aufführung „Mondlicht und Magnolien“ strapazierte in der Reihe „Lachen“ weniger die Lachmuskeln der Zuschauer als deren Geduld.

Die Story von Ron Hutchinson spielt in der Filmmetropole Amerikas, in Hollywood 1939.

Der Produzent Selznick unterbricht die Dreharbeiten seines Films „Vom Winde verweht“. Er fordert von dem Drehbuchautor Ben Hecht ein neues Drehbuch, das dieser innerhalb von fünf Tagen schreiben soll. Das große Problem ist, dass Hecht das umfangreiche Buch von Margaret Mitchell nie gelesen hat. Außerdem interessiert er sich recht wenig für den Roman und seinen geschichtlichen Hintergrund des Sezessionskrieges in den Südstaaten der USA. Die Geschichte der Scarlett O´Hara, Rhett Butler, Melanie und Ashley findet er scheußlich und kitschig.

Bei einer quasi „Inhaftierung“ im Büro des Produzenten wird er genötigt, das Drehbuch zu verfassen. Statt bei Wasser und Brot sitzen die Akteure allerdings bei Erdnüssen und Bananen ein.

Die wichtigsten Szenen des Buches werden von Selznick und seinem Regisseur Victor Flemming vorgespielt, parallel dazu schreibt Hecht die Dialoge. Dies führt natürlich zu äußerst komischen Situationen und Szenen.

Die Schauspieler Andreas Peteratzinger (Selznick), Thomas Tucht (Flemming), Julian Niedermeier (Hecht) und Stefanie Steffen ( Miss Poppenghul) schlüpften in unterschiedliche Rollen, zeigten komödiantisches Talent und agierten unter vollem Körpereinsatz.

Die Dialoge kamen zu kurz und zeigten wenig Esprit und sprachlichen Schliff. Die Szenen wiederholten sich und waren eigentlich nur für Sketche geeignet. In dieser Fülle und Aneinanderreihung strapazierten sie die Nerven der Zuschauer. Inszenierung und Regie ließen Feingefühl und Differenzierung missen, denn der Stoff des Kammerspiels hätte differenzierter und pointierter umgesetzt werden können. Zeit- und gesellschaftskritische Einschübe aus der Zeit von 1939 als auch des Sezessionskrieges wurden von der Grobheit anderer Szenen überlagert.

Der herzliche Schlussapplaus galt sicher besonders den engagierten Schauspielern, die für Lacher sorgten.

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