Medizin gibt es auch jenseits der Kreisgrenze

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Die Apotheken im Nordkreis haben nun geänderte Notdienste. Auch für die Apotheker selbst ist das eine Umstellung, an die sie sich nun erst einmal gewöhnen müssen. Foto: Daniela Martinak
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Der elektronische Notdienstplan kann auch von den Kunden bedient werden. Foto: Daniela Martinak
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Eva Schraut hängt den neuen Notdienst im Schaufenster der Rur-Apotheke aus. Foto: Daniela Martinak

Jülich. Wer am Wochenende Bauchschmerzen bekommt, leider aber keine Pillen zu Hause hat, sollte ab sofort über einen Internetzugang, zumindest aber über ein Telefon verfügen. Welche Apotheke im Nordkreis wann Notdienst hat, ist nämlich nicht mehr so offensichtlich.

Nicht nur denjenigen, die außerhalb der regulären Öffnungszeiten Medikamente brauchen, verursacht das ein wenig Kopfschmerzen, auch die Apotheker selbst sind noch ein bisschen verwirrt, was das neue System angeht. „Bisher wurde der Notdienst durch den Zusammenschluss mehrerer Apotheken in einem bestimmten Umkreis in Eigenverantwortung und leitend durch einen Notdienstbeauftragten organisiert und durch die Apothekenkammer Nordrhein Jahr für Jahr nach Prüfung genehmigt“, erklärt Luc Rey, Jülicher Apotheker und fügt hinzu: „Stattdessen ist nun die Apothekenkammer Nordrhein verantwortlich für die Einteilung der Notdienste.“ Dadurch komme es zu einer veränderten Verteilungsstruktur, auch der bisher ausliegende Notdienstkalender macht somit keinen Sinn mehr und wurde abgeschafft. Das Ziel sei die fairere Verteilung dieser Dienste innerhalb einer Stadt und in den ländlichen Gemeinden.

Somit hat laut Plan nun mindestens eine Apotheke im Umkreis von 15 Kilometern – egal von welchem Standpunkt ausgehend – nun einen 24-Stunden-Notdienst an Wochenenden, außerhalb der regulären Öffnungszeiten und an gesetzlichen Feiertagen. Felix Zimmermann, Kreisvertrauensapotheker, gibt zu: „Auch für uns ist das Neuland. Anhand des Pilotprojekts in Westfalen konnten wir allerdings erkennen, dass dieses System funktioniert und für alle Beteiligten sinnvoller ist.“

Während so allerdings die Anzahl der Notdienste der städtischen Apotheken weitgehend gleich bleibt, steigt der Anteil bei den ländlichen Apotheken um 20 Prozent. Fakt sei schließlich: Wo viele Ärzte, dort viele Apotheken. Und somit fallen die Notdienste in den ländlichen Gemeinden durch die Aufteilung doch etwas umfangreicher aus als in der Stadt. Rey: „Natürlich ist das neu. Vor allem für diejenigen, die in der Stadt leben und bisher verwöhnt waren, weil immer eine Apotheke in der Stadt geöffnet hatte. Jetzt müssen die Jülicher auch schon mal bis Titz oder Aldenhoven fahren!“ Oder bis Düren, Hückelhoven, Stolberg oder Eschweiler. Etwa ab dem 16. Januar. Dann nämlich und bis einschließlich zum 21. Januar hat keine Apotheke im Nordkreis Notdienst. Dafür am 24. gleich drei auf einmal!

Ein ausgeklügeltes System, das manche Leute dann aber doch stutzig macht. „Jede Apotheke hat Anfang Januar den Plan für das gesamte Jahr zugeschickt bekommen. Notdienste tauschen, wie das früher einmal üblich war, ist nun nicht nur umständlicher, sondern auch kostenpflichtig für uns“, erklärt Rey. Schließlich käm bei einem Tausch auf die Kammer jede Menge Verwaltungsarbeit zu. Das soll unbedingt vermieden werden.

Unterm Strich sind sich allerdings die Apothekeninhaber und Mitarbeiter einig. Felix Zimmermann bringt es auf den Punkt: „Es ist eine bessere Ausnutzung der Struktur. Dennoch muss gesagt werden, dass jederzeit umjustiert werden kann, falls der neue Plan doch nicht aufgeht.“

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