Jülich - Mauerfall hautnah: „Überall waren Schlangen und Menschenmassen”

Mauerfall hautnah: „Überall waren Schlangen und Menschenmassen”

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Berlinerin posiert an Berliner Mauer - auf dem Schlossplatz in Jülich: In Händen hält Emily Willkomm-Laufs eine Originalzeitung. Foto: Jagodzinska

Jülich. Seit 20 Jahren wird der „Tag der Deutschen Einheit” am Tag der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten am 3. Oktober gefeiert. Emily Willkomm-Laufs, Stadtverordnete der Grünen in Jülich, wohnte zum Zeitpunkt des Mauerfalls in Neukölln im Westen Berlins und war sehr aktiv in ihrer Kirchengemeinde.

Zeitungsartikel aus Ost- und West-Berlin und einige gesammelte Fotos sind wichtige Zeitdokumente und halten die Erinnerung lebendig.

Willkomm-Laufs verschlief allerdings buchstäblich die spektakulären Geschehnisse in der Nacht vom 9. auf den 10. November. Wegen des frühen Arbeitsbeginns am nächsten Morgen war sie zu Bett gegangen und hatte sogar die Nachrichten versäumt.

„Mein Pastor rief am Samstag an und sagte, dass in Neukölln überall Schlangen an den Banken stehen und keine beziehungsweise nicht ausreichend Toiletten vorhanden wären.” Die Banken hatten extra samstags geöffnet, damit „die Leute aus dem Osten” ihr Begrüßungsgeld von damals 100 DM abholen konnten.

„Wir haben dann schnell noch beim Discounter Lebensmittel eingekauft, um eine große Suppe zu kochen.” Im Anschluss verteilten sie Flugblätter mit dem Angebot an die Ostberliner, sich in der Kirche aufzuwärmen. „Überall waren Schlangen und Menschenmassen zu sehen, und die Leute haben das gerne in Anspruch genommen”, erinnert sich die Lokalpolitikerin.
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