Jülich - „Matinee zur Marktzeit“: Palm mit grandiosem Orgelspiel

„Matinee zur Marktzeit“: Palm mit grandiosem Orgelspiel

Von: ptj
Letzte Aktualisierung:
15363794.jpg
Brilliert an der Vleugels-Orgel in der Propsteikirche: Orgelprofessor Stefan Palm im Rahmen der „Matinee zur Marktzeit“. Foto: Jagodzinska

Jülich. Weil die „Matinee zur Marktzeit“ stets sehr gut angenommen wird, wie Kantor Christof Rück betonte, winkte den Zuhörern in der voll besetzten Jülicher Propsteikirche zum zweiten Mal ein „kulinarisches Finale“.

Bevor aber an den Stehtischen im Außenbereich zu Grünkohl mit Mettwurst, Sauerkraut mit Kassler und einer vegetarischen Variante gebeten wurde, bot Professor Stefan Palm an der Vleugels-Orgel auf der Empore einen „noch viel größeren Leckerbissen“.

Der mit internationalen Preisen überhäufte Orgelprofessor spielte in Perfektion die Sonata Nummer 1, op. 42 von Alexandre Guilmant, dem französischen Orgelvirtuosen der Romantik. Mit seinen Symphonien und seinen acht Orgelsonaten plus Transkriptionen für Orchester im Mittelpunkt seines Schaffens trug Guilmant wesentlich zur eigenständigen französischen Prägung eines romantisch-sinfonischen Orgelstils bei.

Hierbei ähneln Form und Tonsprache auffallend der deutschen Klassik und Romantik. So erinnert die meisterhaft zu Gehör gebrachte 1. Sonate in d-Moll sehr an Beethoven, sowohl in der „Introduction et Allegro“ als auch im als Pastorale (Andante quasi Allegretto) angelegten zweiten Satz.

Stehende Ovationen

Im romantischen Choral als zweites Thema im finalen dritten Satz ist die Handschrift von Felix Mendelssohn Bartholdy erkennbar. Andächtig verfolgten die zahlreichen Zuhörer in der Kirche Guilmants Sonate, drehten sich anschließend in Richtung Orgelempore um und feierten Palm mit stehenden Ovationen. So ließ der Professor für Orgelliteraturspiel als Zugabe die technisch brillante und musikalisch mitreißende Fuge G-Dur aus den freien Orgelwerken von Johann Sebastian Bach erklingen, wofür er wiederum donnernden Applaus verdiente.

Traditionell war der Eintritt zur „Matinee zur Marktzeit“ frei. Trotzdem klingelten freiwillig gespendete Münzen in den Sammelkörbchen für das gut halbstündige Orgelkonzert und den kulinarischen Abschluss mit warmen Speisen. So nähert sich die Pfarrgemeinde „Heilig Geist“ stetig ihrem Ziel, „den Grundstock für die geplante Truhenorgel“ im Chorraum der Propsteikirche zu erweitern.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert