Matinee im Glasmalerei-Museum: Erfreuen an Gesangsduetten

Von: Pedro Obiera
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Ergänzten sich sehr harmonisch: (v.l.) Eva Nesselrath, Maria Enuju-Park und Tobias Koltun. Foto: Pedro Obiera

Linnich. Ein Reigen weniger bekannter Lieder von Felix Mendelssohn Bartholdy und Robert Schumann sowie ein kunterbunter Strauß an Opern-Arien von Mozart bis Wagner standen auf dem Programm einer Sonntagsmatinee im gut besuchten Glasmalerei-Museum zu Linnich.

Einen besonderen Akzent enthielt das kurzweilige Konzert durch das denkbar einvernehmliche Zusammenwirken zweier junger Sängerinnen, so dass man sich im Liederteil an einer ganzen Serie von Gesangsduetten erfreuen konnte, die ansonsten im Schatten des Liederschaffens der Meister stehen.

Die Sopranistin Maria Enuju-Park und die Altistin Eva Nesselrath überraschten mit Jahreszeiten-bezogenen Duetten von Mendelssohn und fünf Duetten aus Schumanns „Spanischem Liederspiel“, die die Sängerinnen mit erfreulicher Textverständlichkeit und großem Einfühlungsvermögen wohlklingend zu Gehör brachten. Die Gestaltungsmöglichkeiten waren freilich ein wenig begrenzt, da die ausgewählten Gesänge nur wenig stilistische Kontraste aufwiesen.

Das sollte sich im zweiten Teil ändern, in dem Pianist und Conférencier Tobias Koltun unterhaltsam in „Die Welt der Oper und Operette“ einführte. Ausschnitte aus Operetten suchte man zwar vergebens, aber die Auswahl an denkbar unterschiedlich gefärbten Opern-Arien ließ den kleinen Faux Pas schnell vergessen. Abgesehen von einem kecken Duett aus Mozarts „Figaro“ und dem Abendsegen aus Humperdincks „Hänsel und Gretel“ mussten sich die Sängerinnen in anspruchsvollen Solo-Auftritten bewähren.

Der helle, biegsame, in den Höhen noch etwas hart ansprechende Sopran von Maria Enuju-Park ist prädestiniert für lyrische Gesänge wie die der Ilia in Mozarts „Idomeneo“ oder der Mimi in der „Bohème“ Giacomo Puccinis.

Die bereits am Aachener Theater hervorgetretene Altistin Eva Nesselrath verfügt über eine sehr tiefe Stimme in echter Alt-Lage, wie geschaffen für die Erda in Wagners „Rheingold“ und die Knusperhexe in „Hänsel und Gretel“. Ihre Bühnenerfahrung gerade in dieser Rolle merkte man ihrem spielfreudigen Vortrag an. Auch die heikle Mezzo-Arie der Isabella aus Rossinis „Italienerin in Algier“ bewältigte die Sängerin überzeugend, auch wenn das Timbre ihrer Stimme für den Belcanto Rossinis ein wenig rau klingt.

Tobias Koltun hatte es am etwas dünn klingenden Klavier nicht leicht, das anspruchsvolle und vielfältige Programm adäquat zu begleiten. Das Klavier war im Hintergrund postiert, so dass der Kontakt mit den Sängerinnen erschwert wurde, was man den Ergebnissen erfreulicherweise nicht anhörte.

Eine Sonntags-Matinee, die dem Publikum sichtliches Vergnügen bereitete, das sich mit Rossinis „Katzenduett“ als Zugabe noch steigerte.

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