Maßgefertigte Möbel für behinderte Kids

Von: Kr.
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Die zahlreichen Ehrengäste waren sichtlich beeindruckt von dem, was die Auszubildenden des Tischlerhandwerks erstellt hatten. Getragen wird das Projekt von dem Berufskolleg Jülich, der Tischler Innung Düren-Jülich und dem Bildungszentrum der Handwerkskammer Aachen. Foto: Kròl

Jülich. Außergewöhnliche Möbelstücke sind zurzeit in der Schalterhalle der Sparkasse Düren am Schwanenteich in Jülich ausgestellt. Sie sehen nicht nur gut aus, sie unterscheiden sich auch in vielen wesentlichen Punkten von Tischen oder Stühlen, die man in jedem x-beliebigen Möbelhaus kaufen kann.

Sie sind nicht nur stabil, sondern auch funktional. Und was ganz wichtig ist: sie sind auf die Bedürfnisse des jeweiligen Nutzers zugeschnitten. Entstanden sind diese Möbel im Laufe der Jahre in Kooperation von Schülern der Tischlerklassen des Berufskollegs, der Tischler-Innung Düren Jülich sowie dem Bildungszentrum der Handwerkskammer Aachen in Simmerath.

Normaler Arbeitsprozess

Im Jahre 2005 wurde die Idee geboren, den Auszubildenden eine Projektarbeit anzubieten, die vom ersten Kundengespräch bis zur Fertigstellung und Auslieferung einen ganz normalen Arbeitsprozess, wie er täglich in den Werkstätten stattfindet, beinhalten sollte. Doch man wollte keine Konkurrenz zu den Betrieben bilden, so kam man auf die Idee, sich an integrative Bildungseinrichtungen oder Fördereinrichtungen für körperlich und geistig behinderte Kinder zu wenden.

Besondere Ansprüche

Sie benötigen oft Sonderanfertigungen, um optimal mit den Kindern arbeiten zu können. So entstanden im Laufe der Jahre die unterschiedlichsten Möbel – Tische, die mitwachsen oder Aussparungen für Rollstühle haben, Stühle, auf denen auch behinderte Kinder sicher sitzen können, Garderoben und auch Rednerpulte. Ja es entstand sogar für die Förderschule Selgersdorf eine Gedenkecke, für jene Schüler, die früh aus dem Leben scheiden mussten. „Es ist für uns ein Geben und Nehmen“, gestand der stellvertretende Obermeister Ulrich Goebbels bei der Ausstellungseröffnung. Auf der einen Seite sammeln die Schüler so praktische Erfahrung, und ihre Ausbildung wird verbessert, auf der anderen Seite wird Kindern mit Behinderung das Leben und der Alltag etwas leichter gemacht.

Er nutzte außerdem, die günstige Gelegenheit all jenen zu danken, die diese Projekte mit Material und Geldzuwendungen unterstützten. Außerdem dankte er den Schülern sowie Edgar Jakobs und Walter Nießen vom BGZ Simmerath, Ernst Bosten, Bernhard Pohl und Sven Quernheim vom Jülicher Berufskolleg und von der Tischlerinnung Obermeister Hermann Josef Schwieren und Lehrlingswart Dieter Jansen, die alljährlich viel ehrenamtliches Engagement in diese Projekte stecken und dabei ein Großteil ihrer Freizeit opfern.

Er appellierte allerdings auch an die Anwesenden, diese Arbeit, die gut und sinnvoll ist, zu unterstützen. „Ich kann ja nicht immer die Sparkasse fragen“, schmunzelte Goebbels. Er dankte bei dieser Gelegenheit auch Sparkassendirektor Uwe Willner für die häufigen Finanzspritzen und für die Möglichkeit in seinem Haus einmal an die Öffentlichkeit zu treten.

„Es ist ganz erstaunlich, wie auch solche Schüler, die nicht immer leicht zu lenken sind, sich in diese Projekte hineinknien. Unsere Schüler sind sehr motiviert. Sie wissen, dass sie etwas für Menschen leisten, denen es nicht so gut geht“, berichtete Sven Quernheim. Lob und Anerkennung für dieses erfolgreiche und langjährige Projekt wurde den Kooperationspartnern auch von Seiten des Kreises durch Maria Kaptain, Heike Schwarzbauer, Leiterin des Berufskollegs, und dem Bundestagsabgeordneten Thomas Rachel zuteil. Die Ausstellungsstücke sind noch in den nächsten zwei Wochen in der Schalterhalle zu sehen.

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