Jülich - Massen strömen in den Park

Massen strömen in den Park

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Schaukampf am Apfelquadrat: Die Römer ziehen gegen die Kelten und fahren einen Sieg ein. Foto: Gottfroh

Jülich. Der historische Brückenkopf war in seiner Geschichte schon Zeuge einiger Auseinandersetzungen. Solche wie am Pfingstwochenende beim Epochen- und Historienfest gab es allerdings auch im heutigen Park selten zu sehen.

Da zogen Römer gegen Kelten, und mittelalterliche Ritter zückten ihre Schwerter gegen den Feind. Wer am Pfingstwochenende den Eingang des Brückenkopf-Parks passierte, der trat durch ein Tor in eine andere Zeit.

Über Nacht war am Apfelquadrat des Parks eine kleine Zeltstadt entstanden, in der Darsteller verschiedener Epochen vom Leben in einer längst vergangenen Zeit erzählten und Einblick in Sitte und Tradition gewährten.

Die Besucher erlebten die Geschichte der Welt einmal hautnah und übersprangen mit wenigen Schritten ganze Kontinente und Jahrhunderte. So lagen auch wilde Seeräuber mit dem Nachbau eines stilechten Piratenschiffes im Park vor Anker. Auf ihrem Beutezug hatten sich einige Mitglieder der Crew den Jülicher Nachwuchs geschnappt und auf die „Santa Colonia” verschleppt.

Was sie mit den Kids anstellen wollten, konnten die Eltern nur mutmaßen, doch erweckten „Captain Kalli” und seine Crew keinen vertrauensvollen Eindruck. Schließlich war ein Skelett in einem zwei Meter großen Holzkäfig im Piratenlager alles, was von einer früheren, einst menschlichen Beute der Piraten übrig geblieben war.

Hinein ins nächste Abenteuer

Die Kinder hatten Glück: Nachdem sie den Piratenschatz, die Seeräuber und die „Santa Colonia” einmal aus nächster Nähe in Augenschein nehmen durften, ließ Captain Kalli sie wieder frei, damit sie nur wenige Meter vom Piratenlager entfernt ins nächste Abenteuer eintauchen konnten.

Weniger gefährlich, aber ebenso abenteuerlich ging es nur 20 Schritte entfernt bei den Indianern weiter. „Die Indianer haben für uns gesungen”, erklärte die 5-jährige Julia aus Jülich, die von den Ureinwohnern vollkommen begeistert war. Nicht nur indianischen Liedern konnten die Besucher lauschen, auch bei Stammestänzen der amerikanischen Ureinwohner konnte man zuschauen.

Vor allem aber das Stockbrotrösten am Lagerfeuer kam vor allem bei den Kids gut an. Gut gestärkt konnte man anschließend sein Talent beim Bogenschießen unter Beweis stellen. Je weiter man sich in das Apfelquadrat des Parks hinein begab, umso tiefer drangen die Besucher, die aus Jülich und der weiten Region, aber auch aus Holland und Belgien angereist waren, in eine ferne Vergangenheit ein. Wikingerfrauen zeigten, wie die Nordmänner einst das Brot backten und luden die Besucher zur Kostprobe ein. „Auch wenn´s gut schmeckt: die Arbeit wäre mir zu beschwerlich. Wie gut, dass wir heute nur noch zum Bäcker gehen müssen. Da danke ich doch den Errungenschaften der Neuzeit”, scherzte eine Besucherin mit ihrer Familie.

Die großen und kleinen „Epochenwanderer” konnten auf einem kleinen Mittelalter-Markt sehen, wie mühsam das Handwerk einst war. Da wurden Besucher wie Carlo Conti kurzerhand zu Sklaven gemacht. Letzterer wurde dazu verdonnert, „Fossi, dem Gabelkönig” beim Bronzegießen zu helfen und dem handwerklichen Blasebalg Luft zu entlocken. „Sie machen mich hier ja wirklich zum Sklaven - aber ich sage ihnen, ich bin dafür zu alt”, versuchte sich der Versklavte aus der Affäre zu ziehen, doch bei Fossi hatte er keine Chance - dafür hatten die Zuschauer umso mehr Spaß.

Kleine und große Besucher kamen im Ritterlager auf ihre Kosten. Hier konnte der Nachwuchs selbst einmal ins Kostüm mit Helm und Schwert steigen und in den Kampf ziehen. Auf der Parkschen Zeitachse ging es dann vom Mittelalter aus noch tiefer in die Vergangenheit hinein in die Antike. Hier hatten Römer und Kelten ihre Lager aufgeschlagen.

Die XV Legio Primigenia präsentierte in ihrem Zeltlager den militärischen Alltag. Im Lager war das Waffentraining und das Exerzieren zu verfolgen. Vor allem aber hatten die Römer noch eine Rechnung mit den Eburonen und Kelten offen. Letztere hatten die mächtigen Römer gedemütigt: Ganz martialisch hatten sie das enthauptete Haupt eines Römers an einer Lanze auf ihrem Streitwagen zur Schau gestellt. Die Römer dürstete es nach Rache, und sie zogen einmal quer über das Apfelquadrat, um den Bruder zu rächen. In wenigen Sekunden hatten sich hunderte Zuschauer um das Schlachtfeld versammelt, die Showkampf sehen wollten.

Die Besucher waren vom Epochenfest begeistert. Das zeigte auch der Ansturm. 8300 Gäste zählten die Verantwortlichen des Parks am Pfingstsonntag. Gestern war der Zuspruch geringer.
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