Aldenhoven - „Martinus-Aktion“ möchte im Benin eine Schule bauen

„Martinus-Aktion“ möchte im Benin eine Schule bauen

Von: gre
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Dr. Wolfgang Riewe („Bildungswerk Westafrika“, v.l.), Doris Werner und Alexandra Kaldenbach (beide Vorstand der Martinus-Aktion) mit Referentin Astrid Toda. Foto: Greven

Aldenhoven. Benin, der kleine Staat im Westen des „Schwarzen Kontinents“, mit gerade einmal acht Millionen Einwohnern ein Zwerg unter den großen Nachbarstaaten, soll Zielort der Unterstützung durch die Martinus-Aktion 2016 sein. Genauer gesagt sollen die Spendenmittel in den Bau von Schulen in den ländlichen Distrikten fließen.

Denn „Bildung und Wissen, der erste Schritt in eine bessere Zukunft“, lautet das Motto des „Bildungswerk Westafrika“, das es sich seit 1993 zur Aufgabe gemacht hat, das Schulwesen auf dem Lande zu verbessern. Astrid Toda, die zierliche Diplomaten-Gattin, bereist seit Jahren dieses Land, das zu den ärmsten zählt. Am Donnerstag war sie bei den Freunden des Martinus-Werks zu Gast, denen sie ihre Ideen, ihren Entschluss übermittelte, diese Bildungsarbeit fortzusetzen.

In geraffter Form schilderte Astrid Toda die Lebensverhältnisse in dem kleinen Staat: Viele Sprachen, noch mehr Dialekte, Trockenheit, Überschwemmungen, große Armut, keine Christianisierung und keine Islamisierung, althergebrachter Volksglaube. Das Land verfügt über keinerlei Bodenschätze und unterliegt deshalb nicht der Ausbeutung von Industriestaaten. Deshalb sind hier auch keine Weißen. Die Fläche wird überwiegend landwirtschaftlich genutzt. Einzige Ressource sind die Menschen.

Hoher Kinderanteil

Der Kinderanteil ist außerordentlich hoch. Es gibt zwar Schulen – Grundschulen und etwas seltener Sekundarschulen – aber deren Unterbringung ist oft sehr primitiv, so dass der Unterricht in den Regenzeiten ausfällt. Gemeinsam mit der örtlichen Organisation „Ecole de la Solidarite“ baut das „Bildungswerk Westafrika“ an Ort und Stelle Schulen, in denen Kinder ganzjährig unterrichtet werden können. Allerdings nur durch Hilfe zur Selbsthilfe. Männer und Frauen des Dorfes, die ein Schulgebäude haben möchten, müssen sich verpflichten, 25 Prozent der Kosten selbst zu tragen, beim Bau aktiv mitzuwirken und den dauerhaften Erhalt zu gewährleisten.

Dies beinhaltet ein mit den Dorfältesten abgeschlossener Vertrag. 23 Schulen sind auf diese Weise seit 1993 entstanden, 20 Grund- und drei Sekundarschulen. Sechs Schulbauten pro Jahr hat sich der Verein zum Ziel gesetzt.

Für unsere Verhältnisse geht deren Verwirklichung sehr zügig vonstatten. Für die Planung und Mittelbeschaffung ist ein Jahr angesetzt. Die Bauzeit ist relativ kurz, denn der Bau ist im wesentlichen standardisiert, wirkt gleichzeitig sehr solide, wie Fotos über deren Bau erkennen ließen. Hierfür stehen einige Facharbeiter zur Verfügung, die von vielen Helfern unterstützt werden. Ist das Bauwerk fertig, zieht das Bildungswerk zum nächsten Antragsteller.

Astrid Toda und der Vorsitzende des Bildungswerks, Dr. Wolfgang Riewe, schilderten die Notwendigkeit, neben den vorrangig gebauten Grundschulen auch die weiterführenden Sekundarschulen zu errichten, um vor allem Mädchen die Möglichkeit der Weiterbildung zu verschaffen. Denn gerade die Frauen spielen in Benin eine besondere Rolle: Sie sind die „treibende Kraft“ des Volkes. Ohne sie würde die Wirtschaft hier zusammenbrechen.

Dies habe die traditionelle Männergesellschaft inzwischen erkannt und akzeptiere die Bildung der Mädchen. Man ist also auf einem guten Weg. Die Organisatoren der „Martinus-Aktion“ hoffen auf die gewohnte Spendenfreudigkeit beim Projektwochenende am 5. und 6. November.

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