Jülich - Marktplatz: CDU kritisiert „Pseudo-Aufschrei der Entrüstung“

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Marktplatz: CDU kritisiert „Pseudo-Aufschrei der Entrüstung“

Von: gep
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An Markttagen sollten die Verkaufsstände den gesamten Vorplatz des Alten Rathauses einnehmen dürfen. Dabei dürften aber die Lkw der Marktbeschicker dort nicht tagsüber dauerhaft abgestellt werden, so ein Vorschlag von Winfried Cremerius von der FDP. Foto: hfs.

Jülich. Im Streit um die Neugestaltung des Marktplatzes springt Elmar Fuchs, Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes Jülich, für seinen Parteifreund Erich Gussen, den Vorsitzenden des Jülicher Planungs-, Umwelt- und Bauausschusses (PUB), auf die Schanze. Zugleich geht Fuchs voll auf Konfrontationskurs zu Conrad Doose, dem Vorsitzenden des Fördervereins Festung Zitadelle Jülich, der mit Guido von Büren, dem Vorsitzenden des Jülicher Geschichtsvereins, Gussens Vorschläge verworfen hatte.

Fuchs spricht von einem „Pseudo-Aufschrei der Entrüstung“. Keiner bestreite, „dass maximal acht Bäume entweder versetzt oder gefällt werden müssen“, um den Marktplatz multifunktional nutzen zu können. Doose und von Büren hatten gefordert, statt acht nur maximal vier Bäume zu fällen. Dafür sprächen auch die durchdachte Gestaltung des Baumkarrees auf dem Platz, das nicht zerstört werden dürfe, und Denkmalkriterien.

Vor 20 Jahren habe Doose, so der CDU-Vormann, mit anderen die Schaffung eines Renaissance-Marktplatzes in Jülich versprochen, den es im Übrigen in dieser Stadt nie gegeben habe. „Geschaffen wurde stattdessen ein zugiger Marktplatz mit einer Wasserrinne, die bald schon zu einer Stolperfalle ohne Wasser verkam mit einem Wasserwürfel, der schon lange nicht mehr vor dem Rathaus steht“, erläutert Fuchs.

Der früher beliebte Marktplatz – dies auch, weil er auch mit dem Pkw angefahren werden konnte, – sei heute nur noch während der Markttage belebt, zumal man dann die katastrophalen Schäden im Bodenbelag nicht mehr so deutlich sehe, fügt der CDU-Chef hinzu.

Diese „bereits im Ansatz fehlerhaften Platzkonzeption“ könne, so Fuchs, heute ernsthaft nicht mehr bestritten werden – ebenso, dass auch das System der Fußgängerzone „für eine Kleinstadt der falsche Weg“ sei.

In der laufenden Diskussion, so Fuchs, habe er den Eindruck, dass ein Kahlschlag auf dem Marktplatz geplant sei und Gussen ein „naturverachtender Baumfäller“ sei, der an den Pranger gestellt werde. Dabei werde noch „unterstellt“, die CDU wolle durch Baumfällungen den Marktplatz wieder befahrbar machen, als würden die Bäume heute „unüberbrückbare Sperrriegel auf den Zuwegungen zum Marktplatz“ darstellen.

Angesichts der Finanzmisere der Stadt, so der CDU-Vorsitzende weiter, sei klar, dass die eigentlich notwendige Generalsanierung der angeblich sanierten Innenstadt in den nächsten Jahren nicht finanzierbar sei. Gussen habe als PUB-Vorsitzender bereits früh gefordert, mit möglichst effizienten Mitteln die Attraktivität der Innenstadt zu steigern. Die Neugestaltung der Düsseldorfer Straße mit ihrer partiellen Befahrbarkeit gebe dabei eine Richtung vor, die weiter verfolgt werden könne. Die am Markt ansässigen Ladenlokale litten bei Markttagen oder Stadtfesten darunter, faktisch nicht mehr erreicht werden zu können.

Partielle Befahrbarkeit

Überlegungen, etwa den Weihnachtsmarkt oder andere Märkte auf den Marktplatz zu ziehen, seien wegen der Bäume gescheitert. „Auch bei einer durchaus vorstellbaren partiellen Befahrbarkeit des Marktplatzes zu bestimmten Zeiten ist die Baumbepflanzung ein Problem.“ Zu Recht beschwerten sich nicht nur die Umweltschützer über die Durchführung der Autoschau auf dem Schlossplatz. In der Tat wäre der Marktplatz der bessere Standort.

Wer eine Attraktivitätssteigerung des Marktplatzes ernsthaft wolle, müsse die funktionalen Mängel beseitigen. Dazu zähle eine „maßvolle Veränderung des Baumbestandes“. Doch es gebe offensichtlich noch Vertreter, die davon überzeugt seien, „dass die damalige Entscheidung, den Marktplatz in einem zugigen Platz der Renaissance der Neuzeit zu verwandeln, richtig war“.

Aber die Attraktivität der Mitte Jülichs müsse verbessert, Leerstände abgebaut und auf die Anforderungen einer sich verändernden Mobilität, gerade der älteren Mitbürger, reagiert werden.

Er hätte sich, so Fuchs an die Kritiker, das an den Tag gelegte Engagement bei anderen durch die Verwaltung angeordneten Rodungen in dieser Stadt sehr gewünscht.

Gussen hat sich unterdessen erneut zu Wort gemeldet. Er unterstrich, dass es, anders als von Doose und von Büren dargestellt, keine Beschlussentwürfe geben habe und keine Beschlüsse gefasst worden seien.

Er nehme zudem zur Kennntnis, dass die beiden Vereinsvorsitzenden mit der Fällung von vier Bäumen einverstanden seien.

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