Aldenhoven/Pattern - Marinekameradschaft: Durch „die See zusammengeführt und geprägt“

Marinekameradschaft: Durch „die See zusammengeführt und geprägt“

Von: ptj
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In Ausgehuniform präsentierte sich die Marinekameradschaft Aldenhoven anlässlich ihres Jubiläums im 60. Jahr ihres Bestehens beim Bordfest im „Haus Pattern“. Foto: Jagodzinska
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Festreden bei Festtagsbeleuchtung: (V.l.) Vorsitzender Harald Heinemann, Landesverbandsmeister Rudolf Borsch und Laudator Günter Moritz zu sehen.

Aldenhoven/Pattern. Die Marinekameradschaft (MK) Aldenhoven wurde durch „die See zusammengeführt und geprägt“. Die See soll immer „das Band ihrer Freundschaft sein“ – bis die Kameraden „zur großen Freiwache abberufen“ werden. Wie bei der Marine üblich, feiert die 44-köpfige Kameradschaft (inklusive Damen) jährlich mit gemeinsamem Essen, Bingo-Spielen, Tanz und Tombola ihr Bordfest.

Zum Jubiläum anlässlich ihes 60-jährigen Bestehens sprach zunächst Bürgermeister Ralf Claßen, der selbst auf „eine kurze militärische Historie“ zurückblicken kann, seine Glückwünsche aus. Landesverbandsmeister Rudolf Borsch lobte den Jubilar als „Flaggschiff im Landesverband Nordrhein“ und warf einen Blick ins Gründungsjahr 1956, als Konrad Adenauer Bundeskanzler war, Borussia Dortmund Deutscher Meister und der Liter Benzin 56 Pfennig kostete. Borsch verlieh MK-Vorsitzendem Harald Heinemann Urkunde und Wappen.

Zu den Ehrengästen zählte Ratsherrin Monika Müller (Grüne), deren Vater Franz Rudolf Mitbegründer der MK war.

Geschäfts- und Schriftführer Günter Moritz brachte den 85 Anwesenden die Marinekameradschaft in einer Laudatio „etwas näher“. Die Gründungsversammlung fand am 6. Mai 1956 im Lokal Esser statt, Seefahrer Karl Höft wurde zum ersten Vorsitzenden gewählt. Schon damals war die MK „eine gesunde Mischung“ aus ehemaligen Marinesoldaten, die bereits im 2. Weltkrieg zur See gefahren waren, und Kameraden aus anderen Fachbereichen der gerade frisch gegründeten Bundeswehr. Sinn der Gemeinschaft war die Pflege der Kameradschaft, der Erhalt des maritimen Brauchtums sowie die Eingliederung der an der Marine interessierten Bevölkerung.

Die Tradition des gemeinsamen Labskausessens zählt seit dem Gründungsjahr zur Jahresplanung. Bordbuch wird seit September 1958 geführt. Erwähnenswert ist ein Eintrag von Juli 1960, der bei einmaligem unentschuldigten Fehlen eine Buße von 50 Pfennig und bei Wiederholung eine Buße von 1 DM vorsah. Der dreimal unentschuldigt Abwesende wurde ausgeschlossen.

Fahrten-Tradition

1985 unternahmen die Kameraden ihren ersten Ausflug nach Kiel-Laboe. Aus dieser Fahrt heraus entstand die Tradition, Fahrten zu maritimen Standorten zu unternehmen, wie nach Cuxhaven, Kiel, Wilhelmshaven, Zingst und zur Insel Rügen. 2005 besichtigte die MK die „Gorch Fock 1“, die im 2. Weltkrieg „von der eigenen Mannschaft versenkt wurde, um nicht den Alliierten in die Hände zu fallen“. Seit 1965 nimmt die Kameradschaft auch nach außen hin „die gesellschaftliche Aufgabe eines Ortsvereins wahr“ und beteiligt sich regelmäßig an Schützenfestumzügen und sportlichen Veranstaltungen der DLRG. Bei der Schwimmolympiade 1990 landete eine MK-Mannschaft sogar auf dem ersten Platz. Spätestens ab diesem Zeitpunkt sei sie aus Aldenhoven „nicht mehr wegzudenken“.

Moritz betonte den würdigen Rahmen, den die Kameradschaft durch ihre Teilnahme etwa Kranzniederlegungen zum Volkstrauertag verleiht. Heinemann, der den Begriff Bordfest geprägt hat, entwickelte verbesserte Strukturen. Die Mannschaft wurde verjüngt, neue Mitglieder hinzugewonnen. Professionell organisierte Ausflugsfahrten, Veranstaltungen, Feste und Truppenbesuche bestimmen das aktuelle Bild der MK und schlagen Brücken zu heutigen Marine. Mitglieder renovierten in Eigenleistung ihren Versammlungsraum im „Haus Vaahsen“ in der Kapuzinerstraße, gestalteten und richteten ihn liebevoll ein. Offiziell eingeweiht wurde er am 7. Mai 2010. Moritz drückte seine Hoffnung aus, die MK möge hier „ihren letzten Ankerplatz gefunden“ haben. Vorsitzender Harald Heinemann und Günter Moritz sind seit über 20 Jahren „äußerst zuverlässige Kameraden“.

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