Marienoktav: Lichterprozession durch Ralshoven

Von: ptj
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Das Gnadenbild geht voran: Die Lichterprozession macht sich an der „Maria Hilf“-Kapelle auf den Weg. Foto: Jagodzinska

Ralshoven. „Mutter der Betenden“ ist Thema der Ralshovener Marienoktav mit Messen, Andacht und Begegnung, die auch als Pfingstnovene (Neun-Tage Gebet) angelegt ist. Jeder Oktavtag hat zudem sein eigenes Unterthema. Ein Höhepunkt dieser geistlichen Woche in der Wallfahrtskapelle war erneut die Lichterprozession durch den Ort, angeführt von vier Trägern des Ralshovener Gnadenbildes, Priester und Messdienern.

Kernvers der Prozession mit etwa 40 Gläubigen war der Liedruf: „Wo die Liebe und die Güte wohnt, dort ist Gott“. Dieser Singruf unterbrach immer wieder die bewusst mit Pausen vorgebeteten „Ave Maria“ oder den „Engel des Herrn“. Denn „um Gott zu hören, muss ich zuerst still werden“. Und „Maria zeigt den Weg der Stille. Sie würde sagen: Setz dich schweigend zu Gott, halte dich aus. Du kannst Gott nur geben, was du hast“, hatte Pfarrer Dieter Telorac in der vorausgegangen Messe betont.

Friedhof als Station

Sofern vorhanden, hatten die Bewohner die Mariennischen an ihren Häusern beleuchtet oder Marienstatuen mit brennenden Kerzen im Eingangsbereich ihrer Häuser platziert. Eine Andachtsstation der Prozession war der mit zusätzlichen Kerzen beleuchtete Friedhof, der gleichzeitig „Ort der Stille, Ort der Liebe und vor allem Ort des Glaubens ist“, wie Telorac betonte. Denn „die Vollendung des Lebens kommt erst dann, wenn der Tod uns einholt“.

Tagesthema an diesem heißen Samstag war „Nachdenklichkeit im Hören“. „Jede Menge Lärm erreicht mein Ohr ungeschützt. Ich kann aber ein gehörsamer Mensch sein und das Gehörte unterscheiden“ verwies Telorac auf die „Kunst des Hörens“, verbunden mit der entsprechenden Vorstellungskraft. So gehe es im Glauben nicht um die „Sammlung religiöser Informationen“, sondern um ein „angeschmiegtes Lauschen in heiliger Bewegtheit“. Maria, die „vertraut war mit dem Ewigen“, erschrak nicht über den Engel Gabriel bei der Verkündigung, sondern über seine Anrede: „Sei gegrüßt zu Begnadete, der Herr ist mit dir“ und dachte – auch im weiteren Verlauf der Oktav – darüber nach, was der Gruß zu bedeuten habe.

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