Maria Paula Emunds hat einen festen Platz in der Missionsgeschichte

Von: gre
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Unser Foto zeigt die Generaloberin M. Paula (sitzend) mit ihrer Schwester Alberta im südafrikanischen Missionshaus Mariannhill. Repro: Greven

Schleiden. Am 8. Januar jährt sich zum 150. Male der Geburtstag einer der bedeutendsten Frau der katholischen Missionsgeschichte, Mutter Maria Paula Emunds. Sie war Mitgründerin eines der ersten Frauenmissionsorden und dessen erste Generaloberin.

Der Diözesanteil im neuen Gebetbuch „Gotteslob“ zählt sie zu den namhaftesten Persönlichkeiten des Bistums Aachen. Die österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaften befasst sich recht eingehend mit dem segensreichen Wirken der Ordensfrau. In Schleiden ist eine Straße nach ihr benannt.

Mutter Maria Paula Emunds wurde 1865 als Tochter Maria Josephina Emunds in eine große Kleinbauernfamilie in Schleiden geboren. Mit fünf Jahren wurde sie zu ihrer ledigen Patentante nach Burtscheid geschickt, wo sie einige Jahre die Schule besuchte, aber keine glückliche Kindheit verlebte. Einige Jahre danach war sie zu Hause in ihrer Familie. Dann zog es sie nach Aachen, wo sie in einem Haushalt arbeitete.

Mit 20 Jahren las sie einen Aufruf von Abt Franz Pfanner, einem Trappistener-Missionar, der die Station Mariannhill nahe dem südafrikanischen Durban leitete und Mitarbeiterinnen für die Erziehung junger Frauen und Mädchen am Kap der Guten Hoffnung suchte. Das sollte Josephinas Welt werden. Von niemanden ließ sie sich von diesem Weg abbringen.

Mit 21 nach Südafrika

21 Jahre war sie alt, als sie sich mit neun begeisterten jungen Frauen auf den mühsamen Weg in einen fernen Kontinent wagte. Wenige Wochen nach ihrer Ankunft erhielt Josephina das rote Ordenskleid der Missionsschwestern vom Kostbaren Blut CPS. Sie wurde Novizin und erhielt den Namen Paula. Schon bald hatte der Abt ihre Führungsqualitäten erkannt und übertrug ihr die Noviziatsleitung. Zu ihren Aufgaben gehörte der Aufbau von Missionsstationen außerhalb des Standortes Mariannhill.

Mühsam mit der „Arche Noah“ – einem Ochsengepann – mussten sich die Nonnen auf die weiten Wege machen, ausgesetzt den Gefahren der Wildnis. Im Gepäck nur das Notwendigste, „je ein Sack Bohnen und Maismehl, ein Besen, eine Nähnadel, etwas Nähgarn und einige Stecknadeln“.

In seinem 1964 im Herder-Verlag erschienenen Buch „Sie zogen hinaus“ schildert der Autor Hermann Klingler die Strapazen, die Schwester Paula bei einer ihrer Fahrten erlitt, als sie in einen Steppenbrand geriet.

Nach der Gründung einer neuen Ordensniederlassung in Kirchherten wurde sie dorthin beordert und ihr die Leitung für die Ausbildung junger Ordensfrauen übertragen. 1891 wurde die Gemeinschaft nach Helden-Panningen (Niederlande) verlegt. Hier wurden die Frauen auf ein Leben in der Mission vorbereitet. Das Missionskloster registrierte jährlich bis zu 40 Neuanmeldungen. Das Mutterhaus musste hier schon bald erweitert werden und erhielt den Namen „Heilig Blut“.

1907 zur Generaloberin gewählt

1906 wurde der Schwesternorden von Papst Pius X. approbiert, und 1907 wurde Mutter Paula von der Delegiertenversammlung zur Generaloberin gewählt. Selbst hohe Kirchenfürsten würdigten ihre Arbeit und Autorität und schätzten ihre Meinung. 1908 wurde sie von Papst Pius X. in Privataudienz empfangen.

Ihre Unabhängigkeit vom Mariannhiller Männerorden erreichte Mutter Paula mit der Gründung des selbständigen Ordens der Missionsschwestern vom Kostbaren Blut erst 1929. Entsprechend ihrem Vorbild traten auch ihre beiden Schwestern Alberta und Notburga in den Orden ein. Mutter Paula dankte 1931 als Generaloberin ab und zog sich in die niederländischen und deutschen Klöster des Ordens zurück.

Sie starb 83-jährig am 21. Mai 1948 im Mutterhaus in Aarle-Rixel (Niederlande).

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