Jülich/Köln - Marc Breuer: Der Solist hält alle Fäden in der Hand

Marc Breuer: Der Solist hält alle Fäden in der Hand

Letzte Aktualisierung:
11752923.jpg
Will zurück auf die Bühnen der Region: Marc Breuer. Foto: Jagodzinska

Jülich/Köln. Das legendäre Comedy-Duo „Rurtal-Trio“ schrieb zwischen 1991 und 2008 Kleinkunstgeschichte und gastierte unter anderem Dutzende Male im Jülicher Kulturbahnhof. Seit der Trennung des Duos ist der in Erkelenz wohnende Christian Macharski als „Hastenraths Will“ in der Region ein gern gesehener und häufiger Gast. Um den Kölner Marc Breuer, beliebt als „Löschmeister Jackels“ wurde es hingegen still im lokalen Umfeld. Das soll sich nun ändern: Breuer präsentiert am Samstag, 20. Februar, sein brandneues Comedy-Gastspiel „Ich hab‘ die Ruhe weg“ an alter Wirkungsstätte.

Mit ihm sprach Silvia Jagodzinska.

Herr Breuer, was ist der genaue Grund Ihres Ausstiegs aus dem beliebten „Rurtal-Trio“ und warum hat man seither so wenig von Ihnen gehört?

Breuer: Nach vielen Jahren als Löschmeister beim Rurtal Trio mit dem Schwerpunktthema „Liebe, Drama, Leidenschaft im ländlichen Bereich“ hatte ich 2008 den Wunsch gehabt, einmal etwas anderes zu machen. Über meine Aktivitäten in der Kölner Lesebühnen-Szene war ich zwischenzeitlich auf den Geschmack gekommen, was das Solo-Kabarett angeht. Da bin ich dann seinerzeit mit „Omma, Prinz Charles und ich“ auf diesem Feld gestartet. Damit war ich fleißig überregional unterwegs. In schummrigen, ost-westfälischen Kellertheatern wie auch bei so schönen Sachen wie dem „Quatsch Comedy Club“, „Night Wash on Tour“ und den WDR-„Mitternachtsspitzen“. Da tritt man dann automatisch lokal etwas weniger in Erscheinung. So ein Jammer, denn gerade der Kultur-Bahnhof Jülich hat ein super Kharma.

Zum Silberjubiläum des „Rurtal Trios“ treten Sie nach mehr als sieben Jahren wieder gemeinsam auf. Die Stadt Hückelhoven bewirbt das Ausnahmeevent. Wie fühlen Sie sich dabei? Schließen Sie weitere gemeinsame Auftritte aus?

Breuer: Mein alter Freund und Rurtal-Kollege Mahoni (alias Hastenraths Will) machte mich darauf aufmerksam, dass sich 2016 der erste Auftritt des Rurtal Trios zum 25. Mal jährt. Das konnte ich zunächst nicht glauben, da wir beide eigentlich ja noch blutjung sind! Da war natürlich die Lust groß, zum Jubiläum noch einmal eine große Sause zu machen. Und zwar im Wohnzimmer des Rurtal Trios, der Aula des Gymnasiums in Hückelhoven. Wegen der großen Nachfrage gibt es schon sechs Termine. Die Vorfreude ist groß. Danach gehen wir dann aber wieder unseren Solo-Geschichten nach, so dass es bei der kurzen Reunion bleiben wird.

Wie lautet Ihr Resümee nach 17 Jahren gemeinsamer Gastspiele mit Macharski und gut sieben Jahren Solokarriere? Hat sich die Eigenorientierung gelohnt?

Breuer: Die Zeit mit dem „Rurtal Trio“ hat großen Spaß gemacht und uns schon viele Türen geöffnet in der Comedy-Szene. Dass wir ab 2008 getrennte Wege gingen, folgte im Grunde der Logik von „Wenn es am Schönsten ist, soll man aufhören“. Mit der Entscheidung für das Solo-Fach bin ich immer noch sehr glücklich. Als Solist muss man zwar immer den ganzen Abend alleine bestreiten, dafür kann man aber auch hundertprozentig das umsetzen, was man gerne machen möchte.

Was verraten Sie uns aus Ihrem neuen Kabarettprogramm? Der Stückbeschreibung nach nehmen Sie sich ein wenig selbst auf die Schippe?

Breuer: Im aktuellen Programm geht es um Zeitnot und Alltagsstress. Termine, E-Mails, ständige Erreichbarkeit. Zwei schreiende Kinder und eine defekte Spülmaschine. Das alles kenne ich nur zu gut. Man kommt wirklich zu nichts. Zum Valentinstag wollte ich dieses Jahr keine Blumen kaufen, sondern nur eine „What´s app“-Botschaft verschicken. Allerdings mit sieben Herzchen! Das muss schon sein. Dazu bin ich viel zu sehr Romantiker.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert