Malteser ziehen bald in neue Rettungswache

Von: Antonius Wolters
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Axel Rottländer ist der kommissarische Leiter der Dienststelle Jülich des Malteser Hilfsdienstes. Bislang war er als Flüchtlingskoordinator für die Bezirksgeschäftsstelle Aachen des kirchlich geprägten Hilfsdienstes tätig. Foto: Wolters

Jülich. Die Tage der Rettungswache des Malteser Hilfsdienstes (MHD) Am Mühlenteich in Jülich sind gezählt: Ende Mai, Anfang Juni steht der Wechsel in die neue Nordkreis-Wache in Mersch auf dem Plan, die der Rettungsdienst Kreis Düren (RDKD) bauen lässt.

„Wir stellen weiterhin das Personal, um den Rettungsdienst zu besetzen“, sagt Axel Rottländer, der seit wenigen Monaten als kommissarischer Dienststellenleiter der Malteser in Jülich fungiert.

Somit wechselt ein rund 50-köpfiges Team nach Mersch, das nicht allein aus Rettungssanitätern und -assistenten besteht, sondern auch Aufgaben auf fachlicher Ebene, im Qualitätsmanagement und bei der Weiterbildung umfasst, die durch regelmäßige Schulungen gesichert wird.

„Es kann keinen fließenden Übergang geben, sondern nur einen Umzug zu einem festgesetzten Termin“, sagt Rottländer, wobei der genaue Termin noch nicht feststehe, von dem an der Rettungsdienst fest im neuen Gebäude in Mersch angesiedelt ist.

Der neue Standort an der Alten Reichsstraße soll die Einsatzzeiten signifikant verkürzen und so die gesetzlich vorgegebenen Einsatzzeiten von zwölf Minuten zwischen Alarmierung und Eintreffen eines Rettungsmittels am Ort des Geschehens künftig gewährleisten. Das Einsatzgebiet der neuen Rettungswache erstreckt sich im Nordkreis von Jülich bis Linnich und Titz, ebenso auf der Autobahn über das Kreuz Jackerath hinaus.

Schon beim ersten Spatenstich Ende September vergangenen Jahres hatte Wolfgang Heidiger, Diözesangeschäftsführer des MHD, angekündigt, dass die bisherige Wache im Eigentum der Malteser nach dem Umzug komplett für Soziale Dienste genutzt werden soll, die der christlich geprägte Hilfsdienst in Jülich anbietet.

Ältere Mitglieder des Vereins erinnern sich noch, wie 1984 ein ehemaliges „Hilfsgebäude“ des Rurtal-Gymnasiums in Düren abgeholt und auf dem neuen Jülicher MHD-Gelände in direkter Nachbarschaft zum Mühlenteich in mühevoller Kleinarbeit wieder aufgebaut worden ist. In direkter Nachbarschaft kamen noch die für die Rettungswache genutzten Gebäudeteile und eine Werkstatt für die Wartung der verschiedenen Einsatzfahrzeuge hinzu.

Über zehn solcher Spezialfahrzeuge, die etwa auf den Transport von Rollstuhl-Patienten oder den Liegendtransport von Kranken zugeschnitten sind, verfügt beispielsweise der Fahrdienst des MHD, der auch und vor allem Transporte übernimmt, bei denen keine speziellen medizinischen Indikatoren der angemeldeten Fahrgäste vorliegen. Der Pool der Fahrer, die der MHD hier einsetzt, umfast knapp 20 Personen.

Der Malteser Menüservice versorgt etwa 400 Kunden regelmäßig mit „Essen auf Rädern“. Zwischen 9 und 12.30 Uhr wird das Essen auf vier Touren in und um Jülich ausgefahren. Täglich stehen acht Menü-Vorschläge zum Preis von 5,20 bis 8,50 Euro zur Auswahl, die sehr flexibel bei Angelika Grubert gebucht werden können. Samstags und sonntags stehen drei Gerichte zur Wahl.

„Es wird nicht nur eine Portion Essen verteilt“, umschreibt Axel Rottländer das zwischenmenschliche Moment dieser Dienstleistung, bei der eine enge Beziehung zu den Kunden aufgebaut werde. Manchmal sei das der einzige soziale Kontakt, den der Essensempfänger an einem Tag habe. „Wir wollen nicht zum teuren Jakob werden“, teilt der MHD laut Rottländer ganz bewusst das Essen in der Aluschale aus, um die Preise so im Rahmen zu halten, dass sich auch arme Rentner eine warme Mahlzeit am Tag leisten können.

Ofen im Fahrzeug

Beliefert werden die Malteser morgens um 9 Uhr von einem großen Caterer. Um das Essen auch beim Kunden warm ausliefern zu können, sind die Fahrzeuge mit speziellen Öfen ausgerüstet, die aktiv ein Auskühlen der Speisen verhindern. Kunden, die schon früh ihre Lieferung erhalten, können sich auch eine Warmhaltebox zulegen, wenn sie ihre Mahlzeit erst später einnehmen möchten.

Wer sich zur Mittagszeit eine Kalte Platte oder Salatplatte servieren lässt, dem steht bereits seine abendliche Mahlzeit zur Verfügung. Damit auch die Bestellung klappt, helfen die Fahrer ihrer Kundschaft, und „im Notfall liest Angelika Grubert den Speiseplan auch am Telefon vor“, erzählt Axel Rottländer. Angeboten wird der Service an sieben Tagen pro Woche, große Profite werden nach Worten des Dienststellenleiters nicht angestrebt. Es reiche, wenn die Einnahmen die Kosten für Essen, Fahrer und Fahrzeuge decken.

Das gilt in ähnlicher Weise für den Verleih des Spülmobils, das gern von Vereinen für Freiluft-Veranstaltungen gebucht wird.

In der alten Wache ist also auch künftig jede Menge los.

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