Malteser sind über den Kreis „verwundert”

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Blick auf das St. Elisabeth-Krankenhaus: Verwundert sind die Malteser über Vorwürfe des Landrats, nicht zügig verfahren zu haben, um den Standort Jülich zu sichern.

Köln/Jülich. Mit großer Verwunderung hat die katholische Hilfsorgansation Malteser jüngste Äußerungen des Landrats des Kreises Düren, Wolfgang Spelthahn (CDU), und der Krankenhaus Düren gGmbH zur Kenntnis genommen.

Karl Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender der Geschäftsführung der Malteser Trägergesellschaft (MTG), Köln, sieht auf Seiten der Malteser keine Versäumnisse in dem Bemühen, das Krankenhaus St. Elisabeth in Jülich zu erhalten.

Das Haus befindet sich jetzt in der Trägerschaft der Caritas Trägergesellschaft West (ctw), Düren, doch läuft eine kartellrechtliche Prüfung. Nichtsdestotrotz plädiert der Prinz für eine „zügige Übertragung des Krankenhauses, um die Verunsicherung in der Region zu beenden”.

In dem Schreiben an Spelthahn rekapituliert Löwenstein: „Wir haben im Dezember 2008 die Gespräche mit der ctw intensiviert, die zu diesem Zeitpunkt noch ergebnisoffen waren, d.h. es wurde sowohl über eine Kooperation als auch eine mögliche Übertragung gesprochen. Das haben wir von Anfang an transparent gemacht, beispielsweise mit einer gemeinsamen Presseinformation vom 11. Dezember 2008 und einer Mitarbeiterinformation. In dieser Phase wurden dann auch die notwendigen Schritte für eine mögliche Übertragung in die Wege geleitet, um nicht unnötig Zeit zu verlieren.”

Wie der Malteser-Chef weiter darlegt, habe der damalige Geschäftsführer Wolfgang Brauers den Landrat darüber schriftlicham 5. Januar 2009 informiert und zugleich um Informationen gebeten, damit das Verfahren reibungslos über die Bühne gehen, um Jülich als Krankenhausstandort zu erhalten. „Dies war der frühestmögliche Zeitpunkt”, so Löwenstein.

Der Dürener Landrat habe darauf in einem Schreiben vom 18. Januar eine „Verzichtserklärung auf Rückübertragung” an den Kreis „in Aussicht” gestellt, berichtet er.

Ein persönliches Gespräch habe am 24. April stattgefunden. Vorab hätten die Malteser am 26. März eine Verzichtserklärung des Kreises Düren auf Rückübertragung offiziell beantragt, um auch formal alle notwendigen Schritte einzuhalten. Spelthahn, so Löwenstein, habe ihm April zu verstehen gegeben, dass der Kreis die Übertragungsabsicht von den Maltesern an die ctw wohlwollend betrachte, da es auch erklärte Absicht des Kreises sei, Jülich als Krankenhausstandort zu erhalten.

Aber „dass wir uns mit unserem Anliegen zu spät an den Kreis gewandt hätten, wurde mit keinem Wort erwähnt”, erinnert sich der MTG-Geschäftsführer. Erst bei einem erneuten Treffen am 22. Juni sei mitgeteilt worden, dass der Kreis sich noch nicht festgelegt habe. Eine Begründung habe es hierzu nicht gegeben, schon garnicht sei den Maltesern zu spätes Handeln vorgeworfen worden.

Löwenstein: „Was zu dem Sinneswandel des Kreises Düren geführt haben mag, kann ich nur erahnen.” Er habe vielmehr am 10. Juli nochmals ausführlich die Beweggründe der Malteser für eine Übertragung an einen katholischen Träger dargelegt. Und in dem zwischen Malteser und ctw am 9. Juli unterzeichneten Vertrag sei explizit als aufschiebende Bedingung die Zustimmung des Kreises Düren enthalten.

Er sei damals erleichtert gewesen, dass die ctw zugesichert habe, den Versorgungsauftrag des Krankenhauses ungeschmälert weiter führen zu wollen und keine betriebsbedingten Kündigungen vorzunehmen.

Wichtig aus betriebswirtschaftlicher Sicht sei für ihn auch die geografische Nähe des Krankenhauses Jülich zu den beiden Häusern der ctw in Birkesdorf und Linnich gewesen. Dies könne auch dabei helfen, die beiden Malteser-Krankenhaus-Standorte in Jülich und Simmerath abzusichern.

Zugleich widerspricht Löwenstein auch der Darstellung von Dipl.-Kfm. Uwe Stelling, Geschäftsführer der kommunalen Krankenhaus Düren gGmbH, es habe seit Herbst 2007 den Maltesern ein Angebot zur Zusammenarbeit mit der Krankenhaus Düren gGmbH vorgelegen.

Wie Löwenstein, der erst Februar 2008 Geschäftsführer der MTG geworden ist, schreibt, sei ihm dieser Vorschlag Stellings „nicht bekannt” gewesen.
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