AZ App

„Maiblömche“: Einmal Prinz, Bauer oder Jungfrau sein

Von: Daniela Mengel-Driefert
Letzte Aktualisierung:
11707246.jpg
Er hat das Zeug zur Rampensau: Prinz Manuel I. beim Gastauftritt auf dem Prinzenbiwak der KG Ulk Selgersdorf. Foto: Mengel-Driefert
11705918.jpg
Das Dreigestirn der KG Maiblömche Lich-Steinstraß: Prinzenführer Thomas, Jungfrau Alexandra, Prinz Manuel I. und Bauer David.

Lich-Steinstraß. Prinz Manuel I., Bauer David und Jungfrau Alexandra sind die offiziellen Regenten und das Aushängeschild der KG „Maiblömche“ Lich-Steinstraß dieser Session. „Wir wollten das schon immer machen“, sagt Prinz Manuel (Steinberg). Spontan stimmten sie auf einer Herrensitzung zu und besiegelten die Abmachung auf Bierdeckeln.

Die Karnevalsgesellschaft ist froh über jede Gruppe, die dazu bereit ist, erklärt der Pressesprecher der KG „Maiblömche“, Dirk Emunds. Unter einer Bedingung: „Es müssen Männer sein. Wir sind da ganz traditionell und feiern den Lich-Steinstraßer Karneval nach Kölner Art.“

Eins fällt ins Auge, wer das diesjährige Dreigestirn mit Prinzenführer Thomas sieht: Die Vier sind jünger als ihre Kollegen – genaugenommen zwischen 25 und 34 Jahre alt. Dennoch kennen sie sich gut, spielten von klein an zusammen Fußball, gehören seit Jahren der Prinzengarde an. „Mit der Truppe“, dachte David Pahsen, der Bauer, „kann das nur Spaß machen.“

Die Vier sind befreundet und ein eingespieltes Team. Das hilft bei den Vorbereitungen. Denn lange vor der Session gibt es viel zu tun. Einkleidungs- und Fototermine nehmen viel Zeit in Anspruch. Die Orden müssen gestaltet, das Wurfmaterial besorgt werden. Insgesamt werden auf dem Rosenmontagszug und den Sitzungen 20 000 Artikel verteilt. Darunter sind Schokolade, Popcorn, Chips und vieles mehr.

Was ist der Reiz am Dreigestirn-Dasein? „Da zehrt man lange von“, antwortet Dirk Emunds. Wer einmal Dreigestirn war, erinnert sich noch Jahrzehnte später. Die Männer werden in den Sälen und im Zug gefeiert, besonders der Prinz. Wenn alles vorbei ist, karnevasldienstags die Entkleidung stattfindet, sind alle traurig. Die Insignien, das sind die Perücke der Jungfrau, der Dreschflegel und Hut des Bauern und die Prinzenkappe, werden offiziell zurückgegeben. „Dann ist der Prinz kein Prinz mehr, sondern nur noch der Manuel.“

Jeden Abend ein Fest

Wird das Dreigestirn für die Bühnenauftritte geschult? „Wir haben schon gezeigt bekommen, wie man sich auf der Bühne bewegt“, verrät Manuel Steinberg. „Welche Gesten wirken und gut ankommen.“ Und: „Wir sollen aus jedem Abend ein Fest machen“. Das mit dem Fest scheint den vier Freunden leicht zu fallen, obwohl es für Bauer David immer noch ein wenig ungewohnt sei, auf der Bühne zu stehen.

Ganz anders der Prinz, der mit einem verschmitzten Lachen sagt, er habe zeitlebens nie Probleme gehabt, im Mittelpunkt zu stehen. Deshalb seien sie sich auch schnell einig bei der Besetzung der Rollen gewesen. Sascha Eschweiler wollte sofort die Jungfrau werden, und die vierte Rolle, die des Prinzenführers, ist mit Thomas Erken besetzt. Er kann das Geld gut zusammenhalten, sagen die anderen.

Aufgaben des Prinzenführers

Dann steigt das Dreigestirn samt Prinzenführer in einen Kleinbus, den ein Sponsor für die Session zur Verfügung gestellt hat. Es geht zum Prinzenbiwak der KG „Ulk“ Selgersdorf. Exakt um 12.10 steht der Auftritt an. Das Zelt ist voll, es ist warm. Das „Maiblömche“-Dreigestirn ist gut drauf, einer holt Kölsch, sie stoßen gemeinsam an, singen Lieder, die gerade im Saal gespielt werden.

Der Prinzenführer hat einen Koffer dabei, öffnet ihn und zeigt, was er mit sich trägt: Handschuhe, die Prinzenkappe, Orden und Schutzengel. Was ist die Aufgabe des Prinzenführers? Der verwaltet das Geld, antwortet Thomas Erkes, er kümmere sich auch darum, dass die anderen pünktlich sind, alle Sachen beisammen haben. Hin und wieder komme es vor, dass einer die Handschuhe auf links habe. Sonst klappt alles, sagt Erkes und lacht.

Dann wird es ernst. Die Jungfrau legt die Zöpfe zurecht, die Männer richten ihre Kopfbedeckungen, es geht los. Begleitet von der Prinzengarde, der Tanzgarde und dem Präsidenten Mike Schmitz zieht die Gesellschaft auf die Bühne. Die Vier strahlen noch mehr, als sie das ohnehin schon tun. Huldvoll lachen sie von der Bühne dem Karnevalsvolk entgegen, verbreiten Spaß, verteilen Orden. Es ist der zweite Termin für diesen Tag, zwei weitere folgen. Gegen 17 Uhr wird ihr Pflichtprogramm zu Ende sein, auch danach lassen sie den Tag gemeinsam ausklingen …

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.