Märchenhafter Tag im Park und im Jülicher Zoo

Von: ptj
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Ein alter Hase bei den „Märchenträumen“ im Brückenkopf-Park ist Josef Wirtz (MdL) – als Froschkönig. Foto: Jagodzinska
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Er kann es nicht lassen: Zooleiter Henry Fischer sucht gerne die Nähe der Jungwölfe, obwohl sie keine Welpen mehr sind. Foto: Jagodzinska
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Zootierpfleger Jonathan Keck ermöglicht die Berührung einer Kornnatter. Foto: Jagodzinska

Jülich. „Widi widi Wende, mach dem Chaos hier ein Ende“ – so lautet einer der Zaubersprüche von Bobo & Lo, den „Zauberlingen“ aus Belgien. Das sind Kinder, die „gerade das Zaubern erlernen“, wie Vorleser Herman Campo es ausdrückte.

Bobo & Lo gesellten sich in der neusten Auflage der „Märchenträume“ im Brückenkopf-Park am Sonntag als Neuzugänge zu den Märchenklassikern wie Aschenputtel, Rotkäppchen oder den Bremer Stadtmusikanten, aber auch unbekannteren wie den Grimms-Märchen „Allerleirau“ oder „Der wunderliche Spielmann“. Die Traditionsveranstaltung in Verbindung mit dem Zoofest lockte am Sonntag wieder zahlreiche Besucher an.

An besonders reizvollen Orten der gesamten Parkanlage wie dem Ort der Stille, dem Schachgarten oder im Flieg-Flatter-Summ-Garten mit geöffnetem Lehrbienenstand erwachten die Märchengestalten durch die markanten Stimmen diverser Leser in passender Kostümierung zu neuem Leben. Nicht wegzudenken ist Veranstaltungsmanager Hajo Bülles in Gestalt des gestiefelten Katers oder Gisa Stein als zauberhafte Meerjungfrau auf dem Bootssteg. Alte Hasen sind auch „Froschkönig“ alias MdL Josef Wirtz und Ulrike Fink aus dem Brückenkopfverein, die gerne ihre Rollen wechselt. Neu im Leserteam war Waltraud Weyand aus Jülich, die Kostproben aus ihrem ersten Kinderbuch „Erzähl mir was!“ gab, Geschichten aus dem täglichen Leben ohne Erfolgszwang oder Leistungsdruck. Bobo & Lo nahmen in Lesungen Gestalt an und begaben sich am Nachmittag in der Kindertheater-Inszenierung des Stolberger Kulturvereins „City Starlights“ auf der Hauptbühne auf „die Suche nach den verlorenen Märchen“.

Als gelungene Premiere im Rahmen des ansprechenden Kinder-Mitmachprogramms erwies sich der süße Maskottchentreff am Zoo-Eingang. Hier lockten das Park-Maskottchen „Julchen“, das der AOK-Gesundheitskasse, „Jolinchen“, der Bernhardiner „Mozart“ und Frosch „Quaquak“ aus der Glücksbringerfamilie der City Starlights. Neben reichlich Informationen spendierten kostümierte Mitglieder des Brückenkopfvereins Kindern gratis Zuckerwatte und boten eine Verlosung mit stolzen Preisen, darunter Dauerkarten und exklusive Zooführungen.

Zur Begegnung von Vorurteilen, Sorgen und Ängsten informierten „Wolfsbotschafter“ der NABU über die Rückkehr der Wölfe nach Deutschland nach 150 Jahren.

Aktuell leben etwa 40 Wolfsrudel in Deutschlands freier Natur. „Die Geschichte vom bösen Wolf sollte man Märchen sein lassen“, brachte Dr. Gudrun Maxam die Überzeugung aller Wolfsbotschafter aus den Punkt.

Nichtsdestotrotz wurde mit Besuchern auch gerne kontrovers diskutiert. Thema waren unter anderem die pro Bundesland verschiedenen „Managementpläne“ für Wölfe.

Natürlich zählten auch Luchs & Wolf in natura neben Stachelschweinen oder Erdmännchen zu den Anlaufpunkten der beliebten Führungen und Fütterungen. Spontan nahm Zoomitarbeiter Jonathan Keck eine Kornnatter in die Hand und lud auch Kinder zur Berührung der klein bleibenden Würgeschlange ein.

Woher stammt das Futter?

Als besonders interessant erwies sich der Blick hinter die Kulissen mit Zooleiter Henry Fischer und Jonathan Keck – erstmals für die Öffentlichkeit im Angebot. Die Männer führten kleine Gruppen durch Futterküche und Futtermittelraum, Betriebshof mit Scheune, Kühlkammer, Lagerraum und Brut- und Quarantänestationen, aber auch an die Nachtquartiere für Affen und Loris.

Woher stammt das Futter für die Zootiere? „Mäuse und Ratten sind Nachzuchten aus dem Forschungszentrum“, klärte Fischer auf. Fleisch stammt aus dem Schlachthof. Ein Großlieferant aus Holland liefert Eintagsküken, die unter anderem von Greifvögeln und Schlangen, aber auch gerne von Erdmännchen, Luchsen und Wölfen gefressen werden.

„Wir gehen dreimal die Woche zum Kaiser‘s, um Obst und Gemüse abzuholen, das liegen geblieben ist“, ergänzte er. Die Sonderführung endete im Wolfsgehege, wo Fischer erneut mit den noch verspielten, eineinhalb Jahren alten Jungwölfen Tobi und Cita herumtollte. Bis zu ihrer Geschlechtsreife, die „mit etwas Glück“ erst in einem Jahr zu erwarten ist, wird er sich diese Vorliebe sicher nicht nehmen lassen.

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