Hasselsweiler - Männergesangverein „Lätitia“ feiert Jubiläumskonzert mit viel Spaß

Männergesangverein „Lätitia“ feiert Jubiläumskonzert mit viel Spaß

Von: ptj
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Spontane Ehrung durch ein „Meisterquiz“: Lieven (am Mikro) wählt ahnungslose Mitsänger aus, die mit ihren Buchstaben den Namen „Ralph Over“ bilden. Foto: Jagodzinska

Hasselsweiler. Mit einem breit angelegten musikalischen Repertoire, viel Humor und Spontaneität feierte der Männergesangverein „Lätitia“ im „Kulturpalast von Hasselsweiler“, wie Bürgermeister Jürgen Frantzen die Bürgerhalle bezeichnete, sein 135-jähriges Bestehen.

Bühnengäste des Lied-Konzertes waren weitere „Over-Chöre“ unter dem Dirigat von Ralph Over, nämlich die Kirchenchöre Boslar und Linnich. Ersterer zählt 125 Jahre, letzterer ebenfalls 135.

Das Einzelrepertoire der Chorgäste reichte vom Spiritual „Amazing Grace“ über das „Veni Sancte Spiritus“ und das wunderschöne „Abendlied“ von C.C. Scholefield bis hin zu „Gib uns Frieden jeden Tag“. Gemeinsam widmeten sie abschließend dem gastgebenden Jubilar das „Irische Segenslied“.

Der jubilierende Chor würzte die Jubiläumsveranstaltung vor allem mit Stücken aus der Feder seines kreativen musikalischen Kopfes Ralph Over, der traditionelles Liedgut mit Sprech- und Spielpassagen in köstliche Unterhaltung zu verwandeln weiß.

Beispiele sind der „Kossako-Jazz“, das Stück „Stau“ mit Rap-Tendenzen, das moderne Liebeslied „Annemarie“ oder das Rockstück „Seife“, begleitet von Overs flottem rhythmischen Anschlag der Klaviertasten. Letztere drei Stücke interpretierte die aus der „Lätitia“ hervorgegangene „OP Klang“, ebenfalls eine Erfindung des Dirigenten. Dieser erklärte die Zusammensetzung augenzwinkernd: „Das sind Leute, die noch zusätzlich ihre Freizeit opfern zu Lasten ihrer Beziehung. Dafür kommt es denn aber auch zu so einem Sonderapplaus und das ist der Zweck“.

Anagramm aufgelöst

Ein vom Vorsitzenden Helmut Lieven improvisiertes „Masterquiz“ mit ausgewählten Sängern aus allen Stimmlagen klärte gegen Ende der Veranstaltung in einem Anagramm den Zusammenhang zwischen „Ralph Over“ und „Pher Vlora“, wie der Komponist sich im Programmheft nennt.

Eine besondere Auszeichnung Overs folgte im Zusammenhang mit dem roten Buch der Chronik von 1831. Lieven verlas, was eine Ordensfrau über die „musikalische Dreieinigkeit“ geschrieben hat. Fazit: „Nur derjenige, der eigene Melodien erfindet, darf Meister genannt werden.“

Als erste Rednerin betonte Kulturausschussvorsitzende Käthe Rolfink, zugleich Patin der Veranstaltung, die atypische Altersstruktur des Jubilars von 20 bis 80 Jahren, die es in der digitalen Welt sonst nicht mehr gäbe. Sie bezeichnete Over als „spiritus rector“ (lenkender Geist). Abschließend spendete sie Lieven ein dickes Lob „Ohne dein Engagement und ohne deine Beständigkeit würde das hier nicht so gut laufen.“

Lieven bemühte sich seinerseits besonders um Rede-Beiträge um die Jubiläumszahlenkombination 1 – 3 – 5“. So sei er selbst 1. Vorsitzender, und das seit 35 Jahren. Eine Familie aus dem Chor, die Dürens, singen seit drei Generationen, wenn auch leider mit nur vier Sängern. Wenn man den Familienbegriff erweitert, werden allerdings die gewünschten fünf daraus.

Den besten Einfall auf diesem Gebiet hatte Ortsvorsteher Robert Holzportz, unterstützt von Ehefrau Silvia. Die 1 deutete Holzportz als die Schulnote sehr gut für die auf sehr hohem Niveau befindliche Chorleitung und die sehr gute Vereinsarbeit. Die 3 bezog er auf drei angesagte MGV-Veranstaltungen im Jahr: jeweils ein Konzert „mit immer guten Ideen“, die herausragende Open-Air-Maifete einer in Gründung befindlicher Maigesellschaft und das beliebte Weihnachtssingen am 3. Weihnachtstag. Bei der 5 schlug er den Bogen zur 5. Jahreszeit, denn es gäbe nie eine Karnevalsfeier ohne den MGV. Aktuell hat sich mit Prinz Max, Bauer Tim, Jungfrau Manuela und Prinzenführer Helmut Lieven ein neues Hasselsweiler Dreigestirn gebildet, das am 26. November. inthronisiert wird.

Das Konzert hatte mit einem „Begrüßungs-Zweizeiler“ des MGV begonnen und endete mit einem „Abschluss-Zweizeiler“. Doch vorher durften „Klassiker nicht fehlen, die zu einer schönen Feier dazugehören“. Darunter das Lied, das in idealer Weise vom offiziellen Teil zur Geburtstagsfeier überleitete,„Ein Bier“ von Wolfgang Lüderitz.

Überzeugt stimmten die Jubilare auf die anschließende Feier ein: „Wir trinken mit Freuden ein Bier und stehen vereint an der Theke...“ Zur letzten Strophe erhob sich Over von seinem Dirigentenstuhl, mimte einen Brechanfall und dirigierte vermeintlich schwankend weiter, während die geübten Sänger immer betrunkener klangen. Sehr zur Freude des Publikums, das immer stärkeren Applaus spendete.

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