Mädchengymnasium feiert „Fest der Freundschaft“

Von: ptj
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Mit dem „Europa-Rap“ eröffneten die Schülerinnen der 6. Klassen im Pädagogischen Zentrum des Mädchengymnasiums den Festakt anlässlich des 15-jährigen Bestehens der Schulfreundschaft mit Chênée und Marseille. Foto: Jagodzinska

Jülich. „Réjouissons-nous ostensiblement, soyons heureux et satisfaits du travail accompli!“ (Freuen wir uns ganz offensichtlich, seien wir glücklich und zufrieden mit der geleisteten Arbeit). Dazu forderte Christian Sciaky vom Collège St. Joseph de Cluny in Marseille in seiner flammenden Rede beim Festakt zum „Fest der Freundschaft“ in der vollbesetzten Aula des Mädchengymnasiums (MGJ) auf

Anlass war der jeweils 15-jährige Austausch mit den Partnerschulen in Chênée bei Lüttich und Marseille, die wie die Jülicher Mädchenschule unter dem Patronat des Heiligen Josef stehen. Sciaky, der seine Zuhörer wiederholt mit „mes amis“ (meine Freunde) ansprach, betonte die wahre Freundschaft der katholischen Schulen in einer „entchristlichten Welt, wo die Menschlichkeit langsam zu einem Handelswert verkommt“.

37 Jungen und Mädchen zählte die anwesende Austauschgruppe aus Marseille, die sich gemeinsam mit den achten Klassen des MGJ an einem Projekttag dem Thema „Austausch, Europa, Freundschaft“ gewidmet hatte. Die aus etlichen überdimensional langen, bemalten und ineinandergreifenden Bleistiften in einer Projektarbeit mit der Jülicher Künstlerin Martina Geisler und den Kunstlehrerinnen Dorothée Cober und Bettina Groos entstandene Skulptur wartete verpackt im Hof und wurde erst am Ende des Festakts feierlich enthüllt.

Auch das Collège St. Joseph aus Chênée trug in besonderer Weise zur Festgestaltung bei. Neben Schulleiter Lucien Ramacciotti, der die Festgemeinde herzlich begrüßte, gestaltete ein wohlklingender Lehrerchor der Schule sowohl die einführende Heilige Messe wie den Festakt mit, die beide zweisprachig gestaltet wurden.

Auch MGJ-Leiterin Maria Bardenheuer sprach „vom Fest der Freude“. Denn: „Gerade in der aktuellen Situation, in der Europa weniger mit seinen Errungenschaften wie Frieden, Demokratie und Wohlstand, sondern mit der Euro-Krise und wieder erstarkenden nationalistischen Strömungen assoziiert wird, sind Freundschaften über Landes- und Sprachgrenzen hinweg, wie unsere Schulen sie pflegen, wichtiger denn je“. Inzwischen haben mehr als 1500 deutsche, belgische und französische Schüler/innen am Austausch teilgenommen, haben „Ängste und Vorurteile abgebaut und Freundschaften entwickelt“.

Seit 1999 investieren zudem Fachkollegen der drei Schulen viel Zeit und Mühe in die Organisation des jährlichen Austausches. Das Datum des Festes war bewusst auf den 9. Mai gelegt, der seit 1976 aus Anlass der ersten Direktwahlen zum Europaparlament in der ganzen EU als „Europatag“ gefeiert wird. Zur musikalischen Gestaltung des Festakts trugen neben dem schuleigenen Chor, dirigiert von Günter Jansen, Schülerinnen der 6. Klassen bei. Augenscheinlich mit viel Freude präsentierten sie den „Europa-Rap“, der sich in vielfacher Hinsicht mit der „Heimat vieler Menschen“ beschäftigte. Unter anderem offenbarte der Rap, dass der „Döner, wie wir ihn kennen“, nicht aus der Türkei, sondern aus Berlin-Charlottenburg stammt. „Danke für den Tag“ war schon die einführende Messe thematisch überschrieben, zelebriert von Schulseelsorger Dr. Thomas Schauff.

In seiner Predigt benannte er zwei wichtige „Brückenbauer“ der europäischen Versöhnung: Johannes Cassian, der in ein Kloster in Bethlehem eintrat und 415 bei Marseille das Männerkloster Saint Victoire und das Frauenkloster Saint Salvator gründete, und die heilige Juliana von Lüttich, Urheberin des Fronleichnamsfestes. Viele Worte des Dankes und der Freude fielen auch beim abschließenden Austausch bei deutschem Bier und Brezeln, belgischen Waffeln, Kaffee und Pralinen, dem elsässischen Schaumwein „Crémant D‘Alsace“ und französischem Wein zu Quiche Lorraine. Nicht fehlen durften Würstchen, ein reichhaltiges Salatbüffet und antialkoholische Getränke.

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