Machbarkeitsstudie zum Alten Rathaus wird eingeleitet

Von: Volker Uerlings
Letzte Aktualisierung:
rathausbu3sp
Der Parkplatz neben der Innenstadt-Sparkasse und der „Luftraum” hinter dem alten Rathaus: Dort wären An- und Neubauten möglich. Foto: Uerlings

Jülich. Die von einem Jülicher Bürger-Bündnis gewünschte Machbarkeitsstudie zum Alten Rathaus kommt. Einstimmig beauftragte der Planungs-, Bau- und Umweltausschuss die Verwaltung, ein solches Gutachten in Auftrag zu geben.

Zu prüfen ist, ob ein Dienstleistungszentrum auch im Herzen der Stadt realisiert werden kann. Dieser Komplex soll fast alle Einrichtungen von Stadt und Kreis in Jülich aufnehmen.Im Falle des Marktes gibt es aber eine Ausnahme: Die Polizei wäre hier wohl fehl am Platze, weil sich häufige Einsatzfahrten in einem verkehrsberuhigten Bereich kaum realisieren lassen.

Wie berichtet, ist eine Studie des Architekten Jörg Aldinger zu dem Schluss gekommen, dass dieses Zentrum der öffentlichen Hand am Schwanenteich machbar ist. Das könnte durch einen Anbau ans Neue Rathaus oder einen Neubau daneben geschehen. Hier wären die Ordnungshüter mit dabei. Um die jetzt auf zwei Gebäude verteilten Einrichtungen der Stadtverwaltung plus Jobcom und Kfz-Zulassungsstelle des Kreises mitten in der City unterzubringen, reicht das Alte Rathaus nicht aus.

Die neue Studie soll mithin auch untersuchen, wo An- oder Neubauten möglich sind. Theoretisch steht dafür der „Luftraum” über der Rathaus-Passage zur Verfügung. Dieses Recht hat sich die Stadt vor Jahrzehnten vom Grundstückseigentümer einräumen lassen. Doch auch der kleine Parkplatz und die Rathaus-Passage selbst sollen in die Planungen einbezogen werden. Dann müssten nicht gerade günstige Innenstadt-Grundstücke erworben werden.

Vertreter mehrerer Fraktionen ließen ihre Sympathie für ein Dienstleistungszentrum mitten in der Stadt erkennen. Ausschussvorsitzender Erich Gussen erneuerte außerdem eine bekannte Forderung: Wenn ein Jülicher Rathaus als solches nicht mehr benötigt wird, muss für den verbleibenden Standort „eine Lösung da sein”. Eine Machbarkeitsstudie könne diese Anforderung nicht leisten, sagte Beigeordneter Martin Schulz. „Die Lösungen müssen wir selbst finden.”

An dringend zu beseitigenden Raumproblemen städtischer Einrichtungen mangelt es nicht. In Zukunft verliert beispielsweise die Volkshochschule Räume im Schulzentrum. Auch das Museum ist im Kulturhaus am Hexenturm nicht adäquat untergebracht. Von den Problemen des Stadtarchivs ganz zu schweigen. Deshalb liegt es nahe, diese Institutionen in dem Rathaus zu bündeln, das leer steht, wenn der Standort für ein Dienstleistungszentrum gefunden ist.

Eine wohl einmalige Chance

Als Sprecher des Bürger-Bündnisses untermauerte Wolfgang Hommel im Ausschuss, warum die fünf Institutionen mit über 1000 Mitgliedern den Standort Marktplatz favorisieren: „Wir denken, dass ein Rathaus in die Innenstadt gehört!” Die Einrichtungen der Verwaltung dort zu konzentrieren, sei eine wohl einmalige Chance, die gesamte Innenstadt zu beleben und im Speziellen ein Viertel, das schon bessere Zeiten erlebt habe.

Ausgeräumt wurde in der Sitzung ein Missverständnis zwischen Stadt und Bürger-Bündnis. In der Vorlage zur Sitzung war zu lesen, dass eine von Jörg Aldinger vorgeschlagene Lösung am Schwanenteich „weiterverfolgt” werde. „Wir wollen nicht vollendete Tatsachen schaffen”, erklärte Martin Schulz. Aber unabhängig von den Neu- und Anbauplänen müsse für das Neue Rathaus zum Beispiel der unzureichende Brandschutz gewährleistet werden.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert