„Luxusproblem“ gelöst: Kita-Provisorium soll bald stehen

Von: -vpu-
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Genießt oberste Priorität bei den Jülicher Politikern als Standort des Kita-Provisoriums: der alte Verkehrskindergarten. Foto: Wolters

Jülich. Eigentlich klang es ganz einfach. Landrat Wolfgang Spelthahn sagte mit Blick auf die in Jülich notwendige neue Kindertagesstätte: „Wir müssen einen Übergangsstandort identifizieren und so herrichten, dass wir nach den Sommerferien handlungsfähig sind.“

Der Chef im Kreishaus saß auf Wunsch der Kommunalpolitik im Stadtrat mit am Tisch neben Bürgermeister Heinrich Stommel. Bis zur Antwort gab es fast eine Stunde lang einen Schlagabtausch.

Die Diskussion drehte sich – wie in mehreren Sitzungen zuvor – um Standorte. „Will die Verwaltung die Beschlüsse des Fachausschusses nicht umsetzen? Es gibt ein klares Votum für die Jugendverkehrsschule“, sagte Helma Dürholz (SPD), nachdem die Verwaltung bei den politisch benannten Standorten im Heckfeld (Jugendverkehrsschule und alter Kreisbahnhof) Probleme mit vor allem einem großen benachbarten Unternehmen erneut angeführt hatte. Lambert Schmitz (CDU) ärgerte sich ebenfalls: Es gehe „ums Bangemachen“.

Beigeordneter Martin Schulz widersprach vehement. Die Verwaltung habe mit Hochdruck den Auftrag der Politik ausgeführt, eine Bauvoranfrage zur Jugendverkehrsschule vorbereitet und mit Unternehmen gesprochen. Es bleibe bei Vorbehalten eines Unternehmens, das um seine künftigen Entwicklungsmöglichkeiten fürchtet, wenn in seiner Nachbarschaft im Heckfeld eine Kita errichtet wird. Hier gehe es um Lärm- und Geruchsemissionen.

Nach langer Debatte benannte der Rat eine Prioritätenliste mit drei Standorten: die alte Jugendverkehrsschule oder der alte Kreisbahnhof. Sollten die Übergangscontainer für die neue Kita hier nicht untergebracht werden können, wurde als dritter Standort die alte Fachhochschule bestimmt, aber nur zur Not.

Benötigt werden aktuell Container für zwei Kindergartengruppen, da „25 bis 28 Eltern Bedarf angemeldet haben“, sagte Dezernentin Katarina Esser. Langfristig muss der Übergangs- eine Dauerlösung folgen. Auch hier sind viele Diskussionen zu erwarten, weil in den Reihen der großen Koalition offenbar die alte FH nicht in Betracht gezogen wird. Hier sollen gefragte Grundstücke in erster Linie vermarktet werden.

Betreuungsbedarf gibt es laut Landrat Spelthahn in der Stadt langfristig: „Jülich ist in der glücklichen Lage, Zuzug zu verzeichnen. Das ist ein Luxusproblem, um das sie andere Kommunen beneiden.“

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