Lüpertz-Schau wird der Glanzpunkt in Linnich

Von: Antonius Wolters
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Seit zehn Jahren leitet sie das Deutsche Glasmalerei-Museum Linnich: Dr. Myriam Wierschowski vor dem Entwurfskarton des Werks „Kreuzigung“, den Johan Thorn Prikker in den 1920er Jahren erstellte. Foto: Wolters
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Das Deutsche Glasmalerei-Museum ehrt Markus Lüpertz anlässlich dessen 75. Geburtstags mit einer Sonderausstellung. Foto: imago/Lindenthaler

Linnich. Für Dr. Myriam Wierschowski ist das Ausstellungsjahr 2016 in mehrfacher Hinsicht ein besonderes: Am Montag ist es genau zehn Jahre her, dass die Kunsthistorikerin die Leitung des deutschen Glasmalerei-Museums in Linnich übernommen hat.

Damit ist sie länger im Amt, als all ihre Vorgänger zusammengenommen und hat dem Haus so die notwendige Kontinuität an der Spitze gegeben. Der persönliche Festtag tritt jedoch dahinter zurück, dass es gelungen ist, mit Markus Lüpertz „einen der besten deutschen Maler und Bildhauer nach Linnich zu holen“. Große Namen wie Lüpertz, der auch als Gedichteschreiber und Jazzpianist künstlerisch aktiv ist, strahlen natürlich auch auf das Museum ab. Um den von Wierschowski lange gehegten Wunsch zu erfüllen, bedurfte es der guten Kontakte der Sparkassen-Stiftung und des Kreises Düren, so dass der Künstler anlässlich seines 75. Geburtstages im April in einer Sonderausstellung präsentiert werden darf.

Bei Eröffnung mit Werk vertreten

Vor einem Jahr hat Lüpertz, der schon bei der Ausstellung „Lichtblicke“ zur Eröffnung des Glasmalerei-Museums 1997 mit einem Glasbild vertreten war, das Haus besucht und war gleich begeistert von den hier ausgestellten Werken der Klassischen Moderne. Zu seinem Geburtstag schenkt der Großkünstler dem Glasmalerei-Museum zwei monumentale Werke, die er speziell für das Haus entworfen hat. „Er schöpft die Technik der klassischen Glasmalerei aus“, verrät die Museumsleiterin vorab. Markus Lüpertz sei jemand, der diese Tradition herausfordert und der sich an den Größten messe. Bei Lüpertz‘ Werken handle es sich um so genannte Vanitas-Motive, die die Sterblichkeit des Menschen zum Thema haben.

Großes Spendenaufkommen

Damit die Entwürfe in der Glaswerkstatt Wilhelm Derix in Taunusstein ausgeführt werden können, habe es eines großen Spendenaufkommens bedurft, erläutert Wierschowski das weitere Vorgehen. So haben sich die Natur- und Kulturstiftung der Sparkasse, die Rheinische Sparkassenstiftung, die F. Victir-Rolff-Stiftung, der Landschaftsverband Rheinland und der Förderverein Glasmalerei-Museum Linnich an der Umsetzung der beiden Entwürfe beteiligt. Anfang April werden die beiden Glasfenster fertig, so dass nur noch wenig Zeit für den Aufbau der Werke in Linnich bleibt. Sie bilden bei der Ausstellungseröffnung am Sonntag, 24. April, um 12 Uhr das Kernstück der Präsentation, die sicherlich viele Lüpertz-Liebhaber nach Linnich locken wird.

Bereits einen Monat vorher wird eine Lüpertz-Ausstellung in Duisburg eröffnet, die eine Retrospektive seines malerischen und bildhauerischen Schaffens darstellt. Die Schau vom 24. April bis 18. Dezember im Glasmalerei-Museum ist in ein ausgesuchtes Rahmenprogramm eingebettet, das die Teilnehmer der verschiedenen Exkursionen nach Köln, Koblenz, Rheydt und Taunusstein umfassend mit dem architekturgebundenen glasmalerischen Werk von Markus Lüpertz vertraut macht. Auch die Ausstellung in Duisburg ist Ziel einer Exkursion.

Ein weiterer Höhepunkt im Ausstellungskalender ist ebenfalls mit einer hochkarätigen Schenkung verbunden, denn am 19. November stellt das Glasmalerei-Museum mit dem dreiteiligen Glasgemälde-Zyklus „Kreuzigung“ (1920) von Johan Thorn Prikker Inkunabeln der Glasmalereigeschichte vor. Diese bedeutsame Arbeit erhält das Museum von der Familie des mit Thorn Prikker befreundeten Architekten Georg Metzendorf (1874-1934), wobei der Anlass auch hier ein Geburtstagsjubiläum ist.

Dadurch kommen die Besucher künftig in den Genuss des bislang in Privatbesitz befindlichen Werkes, das in Linnich erstmals öffentlich zu sehen ist. „Die beiden Schenkungen stellen eine große Bereicherung für das Deutsche Glasmalerei-Museum dar, insbesondere aber auch für die kulturelle Landschaft des Rheinlandes“, schreibt Myriam Wyrschowski im Veranstaltungskalender des Museums. „Sowohl Markus Lüpertz als auch Johan Thorn Prikker sind mit ihrem künstlerischen Werdegang eng mit dem Rheinland verbunden.“

Über die Exkursionen im Rahmenprogramm der Lüpertz-Ausstellung hinaus sind im Jahreslauf weitere interessante Fahrten geplant. So geht es bereits am 12. März mit dem Bus in die benachbarten Niederlande, wo neben zeitgenössischer Glasmalerei neuartige Nutzungskonzepte historischer Kirchen in den Niederlanden in den Blick genommen werden, während weitere Exkursionen auf den Spuren von Georg Meistermann und von Ludwig Schaffrath nach Düren führen.

Nicht zuletzt freut sich Myriam Wierschowski, dass den Besuchern nach den jüngsten Umbauarbeiten wieder ein barrierefreies Museum angeboten werden kann, das auch von Menschen mit Handicap besucht werden kann, die jederzeit willkommen sind, sich von den Kunstwerken inspirieren zu lassen.

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