Loblied auf den heimischen Wald

Von: ptj
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Konrad Hecker, Leiter des Fors
Konrad Hecker, Leiter des Forstamts Rureifel/Jülicher Börde, referierte über „Schätze des Waldes”. Foto: jago

Jülich. „Das internationale Jahr der Wälder haben die Vereinten Nationen ausgerufen”. Diese Verknüpfung zum literarischen Quiz der Jülicher Stadtbücherei stellte Konrad Hecker her, Leiter des Forstamts Rureifel/Jülicher Börde. Anlass war die zweiteilige Abschlussveranstaltung mit Verlosung der Quiz-Gewinner.

Hecker lieferte in seinem umfassend informativen Referat mit einer Prise Humor im Erwachsenenteil am Abend zunächst einige Zahlen. Zu einem Drittel ist die Erdoberfläche mit Wald bedeckt. Der weltweite Waldverlust beträgt 13 Millionen Hektar jährlich, was sich bekanntermaßen negativ auf die Biodiversität (Artenvielfalt) und das Klima auswirkt. 16 000 Arten sind vom Aussterben bedroht, darunter 25 Prozent aller Säugetiere.

Im Vergleich verfüge Deutschland über 11 Millionen Hektar Wald und stehe sowohl als Holzimporteur als auch -exporteur weltweit an vierter oder fünfter Stelle. Von der weiten Welt unterscheide sich Deutschland durch das Zertifizierungssystem „Forest Stewardship Council” (FSC): „Wir dürfen keinen Kahlschlag machen, keine Pestizide verwenden. Weltweit herrschen die strengsten Regeln in der Waldwirtschaftung.”

Nicht genutzt

Hecker: „Unser Engagement für die Erhaltung der Wälder spiegelt sich weltweit wieder und wird vielleicht eines Tages noch honoriert”. Der Referent thematisierte die „besonderen Verhältnisse” in NRW: „Knapp 70 Prozent des Waldes gehören Privatpersonen und werden überhaupt nicht genutzt”. Vorteilhaft sei hierbei der „Naturschutz pur”: Über viele Jahre könne sich neue Biodiversität entwickeln. Andererseits „schöpfen wir unser Potenzial nicht aus”. Wälder seien „nachhaltiger Rohstoff, Werkstoff, Energieträger, sichern Lebensqualität, filtern Wasser und Luft, bieten Arbeit und Einkommen und sind Erholungsraum und Sportfläche”, lautete Heckers Loblied auf den Wald.

Ein überraschender Tipp des Referenten war die gezielte Nachfrage nach Holz, denn: „Ein Kubikmeter verbautes Holz bindet eine Tonne schädliches Kohlendioxid”. Eine irrige Annahme sei, „dass dafür Wald verschwindet”. Ferner sei es schlechter, boreale Nadelwälder auf der Nordhalbkugel zu Papier und Brennholz zu verarbeiten, die wesentlich länger wachsen als in unserer (noch) gemäßigten Klimazone.

Virginia und Jo Lisken verschönten den stimmungsvollen Abend im familiären Flair mit einigen wohlklingenden Liedbeiträgen, begleitet von Gitarre und Cajon. Spontan hatten sie zum Waldthema auch das lyrische Stück „Forest” von „The Cure” ins ansprechende Repertoire aufgenommen.

Zum Schluss zog „Glücksfee” Evelyn Wirtz die Gewinner des Erwachsenenquiz aus der Lostrommel: Besitzerin eines prall gefüllten Aktionsrucksacks ist jetzt Katharina Junggeburth aus Inden/Altdorf. Eine Eintrittskarte für das Overbacher Adventssingen gewann André Bücker aus Jülich, ein Buchpaket Helen Zoey Born.

Ein witziges Detail am Rande: Eine Besucherin der Veranstaltung hat einst selbst ein Stück Wald von ihrer Großmutter geerbt und fühlte sich nach dem Referat durchaus ermutigt, sich diesbezüglich beraten zu lassen. Am Nachmittag beteiligten sich 14 Kinder an der Aktion „Hörfilm - der Film für die Ohren”: Unter Leitung von Logopädin und Stimmcoach Stephanie Marx erweckten die Kinder diverse Charaktere aus den Harry-Potter-Büchern durch Stimmveränderung zum Leben, wie Lord Voldemort, Hermine oder Dobby.

Begeistert waren die Kids schließlich beim Anhören ihres auf Laptop und Anlage entstandenen Hörbuchs.

Büchereileiter Werner Wieczorek versprach den Teilnehmern je ein eigenes Exemplar als CD.

Ein gefüllter Rucksack als Hauptpreis des Schülerquiz ging an die Overbacher Schülerin Isabel Appuhn.
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