Barmen - Literatur steht bei Matinee im Mittelpunkt

Literatur steht bei Matinee im Mittelpunkt

Von: Kr.
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Die literarische Matinee, die Andrea Royé und René Blanche im Science College gestalteten, kam bei ihren Gästen überaus gut an. Foto: Król

Barmen. Es war ein Versuchsballon, den das Haus Overbach startete, als statt zur musikalischen Matinee, die einmal monatlich im Anschluss an den Sonntagsgottesdienst in der Klosterkirche erfolgt, zur literarischen Matinee ins Science College eingeladen wurde.

All jene Zuhörer, die den kurzen Weg auf sich nahmen und dieser Lesung beiwohnten, waren der Ansicht: „Es hat sich gelohnt und eine Wiederholung wäre schön.“ Mit Andrea Royé und René Blanche hatte man allerdings auch zwei Vollblutprofis gewonnen.

Sie leiten gemeinsam die Schauspielschule in Aachen, sind selbst Schauspieler und arbeiten seit einiger Zeit eng mit dem Haus Overbach zusammen, um ihren Schauspielschülern die Möglichkeit zu bieten, Bühnenerfahrung zu sammeln und den Einstieg ins Berufsleben zu meistern. So wurde dort im vergangenen Jahr das Wintermärchen „Die Schneekönigin“ aufgeführt. Für den 22. April ist ein Da Vinci Festival der Aachener Schauspielschule im Haus Overbach geplant, bei dem als besonderer Gast Kathy Kelly erwartet wird.

Doch mit der literarischen Matinee gab es erst einmal einen schauspielerischen Vorgeschmack, der einfach Lust auf mehr machte. Jeweils drei Texte lasen Andrea Royé und René Blanche im Wechsel, wobei es sich um Ausarbeitungen handelte, die den Inhalt aus Sicht des Protagonisten wiedergeben. Gerne, so erklärten die beiden, werden solche Texte von Schauspielern beim Vorsprechen gewählt.Wie in dieser Situation begannen sie ihre Darbietung nach der Aufforderung: „Und bitte“.

So begann René Blanche mit der Geschichte von Tankred Dorst zu einem arbeitslosen Schauspieler, der zum Vorsprechen gekommen ist. Weiterhin hatte er von Jean Genet einen ernsten Text ausgewählt, in dem ein zum Tode verurteilter junger Mann Abschied von den Mitgefangenen nimmt. Als letztes las er Camus und die Geschichte eines Aktivisten, der ein Attentat begehen soll und daran durch moralische Bedenken gehindert wird.

Andrea Royé hatte aus Schillers „Don Carlos“ eine Szene der Prinzessin Eboli ausgewählt, in der sie erkennen muss, dass die Avancen, die Don Carlos macht, nicht ihr, sondern der Königin gelten. Sie stellte außerdem Tucholskis „Lottchen“ vor, die ihrem Geliebten einen Seitensprung beichtet. Auch sie hatte eine Szene von Jane Marten ausgewählt, in der eine Schauspielerin zum Vorsprechen geladen war.

Zum guten Schluss gab es einen Dialog so recht zum Schmunzeln: Wer hätte die Situation noch nicht erlebt, in der ein Ehepaar den Versuch startet, einen Witz zu erzählen, woraus sich schließlich ein handfester Ehekrach entwickelt.

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