Literarischer Exkurs zu den Nachbarn

Von: Kr.
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Sie gestalteten die literarische Matinee der VHS in der Jülicher Stadtbücherei. Foto: Kròl

Jülich. Längst hat die Frankfurter Buchmesse ihre Tore wieder geschlossen, doch solch ein großes Ereignis rund ums Buch bleibt nicht ohne Auswirkungen. Und so hatte sich auch Gudrun Kaschluhn, Buchexpertin und Leiterin des Literaturkreises der VHS Jülicher Land, dort gründlich umgesehen und für ihre beliebte literarische Sonntagsmatinee lange und ausgiebig gestöbert.

Der diesjährige Ehrengast der Buchmesse „Flandern und die Niederlande“ mit seiner Vielzahl von sehr guten und bekannten Autoren, deren Bücher noch druckfrisch dort vorgestellt wurden, waren für sie eine gewaltige Fundgrube. Und so schlug sie bei ihrer aktuellen Matinee ganz gekonnt den Bogen über Flandern, den Niederlanden in die Euregio bis nach Jülich.

Überraschungen

Viele gute Ideen und etliche Überraschungen hatte sie mit in die Stadtbücherei gebracht. Unterstützt wurde sie wieder einmal bei der Vorstellung der Autoren und ihrer Werke von Ruth Tarvenier-Schwab, Ria Watrin, Bettina Schaffmann und Marianne Lohmer aus dem Jülicher Literaturkreis.

Dieses Mal hatte sie allerdings auch noch zwei besondere Gäste. Sie hatte Annemiek Krieger aus Linnich eingeladen, die nicht nur Leiterin der Katholischen Bücherei in Linnich ist sondern auch gebürtige Niederländerin. In ihrer Muttersprache las sie zwei wunderschöne Sonetten von Hans Keilson vor, der sie einst für seine große Liebe Hanna geschrieben hatte. Sie lieferte natürlich auch die Übersetzung mit und stellte den bekannten Schriftsteller, der 2011 im Alter von 101 Jahren gestorben war.

Er hatte das Licht der Welt zwar in Bad Freienwalde an der Oder erblickt, doch wie viele Menschen mit jüdischen Wurzeln nach der Machtübernahme Hitlers Zuflucht in den Niederlanden gesucht. Dort lebte und arbeitete er als Arzt und Psychiater nach dem Krieg vor allem mit schwer traumatisierten jüdischen Kindern. Während des Krieges lernte er auch das jüdische Mädchen Hanna kennen, dem er seine Sonetten widmete, die jetzt durch seine zweite Frau veröffentlicht wurden.

Von Amsterdam schlug Gudrun Kaschluhn den Bogen nach Jülich, denn als weiteren Überraschungsgast hatte sie Annalena Johnen eingeladen, die im vergangenen Jahr den Poetry-Slam-Wettbewerb am Gymnasium Zitadelle gewann und die ihren Siegertext vorstellte.

Mit Gustaaf Peek und seinem hocherotischen Buch „Göttin und Held“ kehrten die Literaturfreunde wieder nach Amsterdam zurück, erfuhren einiges über Paul Baeten, Isa Maron und ihrem spannenden Nordseekrimi, lernten Marcellus Emants kennen und unternahmen mit Maria Dermout einen Abstecher zu den Molukken.

Hochaktuell

Sachbücher, wie das von Geert Mak „Die vielen Leben des Jan Six“, Kinderbücher wie Bart Moeyaerts „Du und ich und alle anderen Kinder“, Romane und Erzählungen, darunter auch der hoch aktuellen Roman von Fikry el Azzouzi „Wir da draußen“, der beschreibt, wie aus jungen Männern Täter werden, und noch einen Rückblick auf die Geschichte während des Naziregims von Ida Simons hatte Gudrun Kaschluhn noch mitgebracht.

Zum Schluss las Gudrun Kaschluhn noch einige Geschichten aus dem Buch „Amsterdam“, in dem bekannte flämische Autoren erzählen.

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