Literarische Polen-Reise

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Vesper-Pause wird zur Weiterbildung genutzt: Hier erläutert Elke Bennetreu (2.v.l.) Interessierten die auf den Tischen ausliegende polnische Literatur. Foto: Jagodzinska

Jülich. Einen schönen Auftakt zur Literaturreihe „Stimmen Europas - Europa erlesen” erlebte das Publikum im Rahmen der „Literarischen Freitagsvesper” im Jülicher Bonhoeffer-Haus.

Als erstes Literaturland hatten die Veranstalterinnen, Elke Bennetreu von der evangelischen Erwachsenenbildung im Kirchenkreis Jülich, und die Dürener Germanistin und Journalistin Margret Hanuschkin, Polen ausgewählt.

Dass „im Osten die Sonne aufgeht”, war hier nur ein Beweggrund. Vielmehr war „die Sprache für das Volk überlebenswichtig”, wie Hanuschkin gemeinsam mit den Literaturinteressierten herausarbeitete. Die vielschichtige Sprache, oft als Ausdruck der Sehnsucht verwendet, und ihre Dichter hatten für das polnische Volk neben Kultur und Religion stets eine hohe Wertigkeit. Nicht zuletzt deshalb, weil viel Poetik und Mystik zwischen die Zeilen passt, die jeder Zensur entgeht.

Eine unvorhergesehene Bereicherung erfuhr der literarische Abend durch zwei Muttersprachler, die Jülicherin Barbara Kobbertz und den Dürener Anton Popien. Sie brachten nicht nur das eine oder andere Gedicht in der Originalversion zu Gehör und ermöglichten so den direkten Vergleich zwischen der polnischen und deutschen Lautmalerei. Zudem verstärkten sie, durch Spracherläuterungen und geschichtliche Details, den authentischen Eindruck von Polen.

Übersetzern wie Karl Dedecius ist es im Übrigen zu verdanken, dass „ich jetzt auch vermehrt polnische Literatur lesen kann”, wie Margret Hanuschkin freudig bemerkte. Dedecius „findet den gleichen Sprachrhythmus im Polnischen wie im Deutschen”, obwohl dichterische Werke unter anderem von Adam Mickiewicz (1798 bis 1855), einem der wichtigsten Vertreter der polnischen Romantik, der später mehr und mehr ein unabhängiges Polen propagiert, „unheimlich schwer zu übersetzen sind”.
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