Linnichs Langzeitplan für mehr Lebensqualität

Von: Otto Jonel
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Den Verkehr in der Kernstadt in den Griff zu kriegen, wird Schlüsselaufgabe sein, um die städtebauliche Qualität Linnichs zu steigern. Foto: Jonel
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Der Vorher-Nachher-Vergleich der Gevelsberger Innenstadt zeigt, was auch in Linnich möglich wäre.
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Ein unter Wert genutztes Kapital ist der Altermarkt.

Linnich. Man müsste eine Brücke schlagen können – vom kommenden Dienstag, 21. April, zehn Jahre in die Zukunft. Linnich dürfte sich zwischen beiden Zweitpolen geradezu dramatisch verändert haben. Vor allem die Kernstadt, heute noch ein Ort, der eher den Fluchtinstinkt kitzelt, soll spätestens 2025 Lust auf Flanieren und Verweilen machen.

Dies nicht zuletzt, weil auch der Einzelhandel einen attraktiven Standort gewonnen hat. Der Schlüssel, der diese Vision aufschließt, heißt IHK – Integriertes Handlungskonzept.

Hinter dem sperrigen Begriff verbirgt sich der bahnbrechende Plan von der Umgestaltung der Linnicher Innenstadt – und darüber hinaus. Wie ernst es viele damit meinen, verdeutlicht ein selbst für den Bürgermeister so noch nicht erlebtes Phänomen: „Die Politik in Linnich hat sich zusammengerauft und will das IHK im Wesentlichen begleiten.“

Offensichtlich erhebt niemand aus Profilierungssucht den Alleinanspruch auf Urheberschaft dieser großen Idee. Auf eine weitere Besonderheit weist Jan Siebenmorgen hin. „Eine solch große Unterstützung wie durch ‚Wir in Linnich‘ haben wir nirgendwo gehabt.“

Das Kompliment an den Linnicher Stadtmarketingverein kommt aus berufenem Mund. Dipl.-Ing Bauingenieurwesen Siebenmorgen ist der für Linnich abgestellte Planer der renommierten Planungsgruppe MWM.

Auftaktveranstaltung

Tatsächlich hatte der Stadtmarketingverein vor einem Jahr mit einem schon recht ausgefeilten Zukunftsmodell der Stadt den Anstoß zu dem Prozess gegeben, der jetzt so richtig Fahrt aufnehmen soll. In der Auftaktveranstaltung am Dienstag, 21. April, ab 19 Uhr in der Aula der Realschule wird sich die Öffentlichkeit ein Bild davon machen können, wie sich Linnich wandeln soll.

Den Drei-Stufen-Plan vom „Ist“ zum „Soll“ über den „Weg dahin“ hat Siebenmorgen in einen hübschen Slogan gepackt. „Das Ist soll weg!“

Noch ist der Plan nicht bis zum letzten Punkt ausgereift. Die Sondierungsphase ist voll im Gang. Einiges an Vorarbeit ist allerdings schon geleistet, wovon sich jeder beim Stadtfest an diesem Wochenende am gemeinsamen Stand von „Wir in Linnich“, Politik und MWM überzeugen kann. Dazu zählt beispielsweise die umfangreiche Bestandsanalyse mit dem zentralen Aspekt des Verkehrs.

„Der städtebauliche Umbau Linnichs gewinnt nur, wenn die Verkehrsproblematik behandelt wird“, lautet eine Essenz der Untersuchung. Nur ein Beispiel verdeutlicht, welchen Einfluss der Verkehr auf die Kernstadt nimmt: Auf der B56 wurden pro Tag 8000 Fahrzeuge gezählt. Über die Rurstraße quälen sich hingegen täglich 11.000 Fahrzeuge.

Bei allem Einsatz, von dem bislang nur ein Bruchteil an die Öffentlichkeit gelangt ist, haben die Zukunftsgestalter eben diese Öffentlichkeit fest im Blick. Die Bürgerschaft ist ausdrücklich aufgefordert, sich in den Gestaltungsprozess einzubringen. Sie soll nicht nur auf Mängel hinweisen, sondern auch Lösungsmöglichkeiten einbringen. Mangel an Themen herrscht definitiv nicht.

Das hat schon die Bürgerwerkstatt bewiesen, zu der der Stadtmarketingverein „Wir in Linnich“ eingeladen hatte, um Ideen zur Gestaltung der Rurstraße und der angrenzenden Bereiche zu sammeln. Vieles findet sich in der Planung wieder, die MWM bis zum Herbst abgabereif vollenden will, um auf deren Basis den Antrag auf Förderung durch das Land einzureichen.

Und es gibt noch so viel mehr Ansätze. Der Altermarkt etwa, von dem die Städteplaner sagen, er werde als Parkplatz völlig unter Wert genutzt. Oder die historischen Besonderheiten, die es verdienten, ins rechte Licht gerückt zu werden. Nicht nur im übertragenen Sinne, sondern durchaus im wörtlichen, wie die Illumination etwa des Hexenturms in Jülich oder der Burg in Heinsberg anschaulich beweisen.

Das Integrierte Handlungskonzept ist letztlich die Blaupause der Umsetzung. Sehr viel wird kaum geändert werden, denn vom Tag der Abgabe ist der Kostenrahmen abgesteckt und „muss über die folgenden acht Jahre eingehalten werden“, sagte Siebenmorgen. Die Planungsbüro wird Jahr für Jahr auf der Basis des Masterkonzepts die Förderanträge für anstehende Maßnahmen stellen. Es wird ein arbeitsreicher Sommer werden, um bis zum Abgabe des IHK die Aspekte zusammenzuführen, die als Ganzes Linnichs städtebauliche Qualität zu einem Quantensprung verhelfen.

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