Linnichs größtes innerörtliches Baugebiet zur Vermarktung vorbereitet

Von: Otto Jonel
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Bauland mitten im Ort. Das findet man selten. In Gereonsweiler liegt eine solche Insel, die nun bevölkert werden soll. Ab Herbst 2015 könnten hier statt Weidezaun Baukräne stehen. Foto: Otto Jonel

Gereonsweiler. Es hat was von dörflicher Idylle. Saftige Weiden, eine kleine Herde Kühe, denen es offensichtlich schmeckt, Bäume, fast kein Lärm, abgesehen von den Fahrgeräuschen auf der B 57.

Die sind allerdings gedämpft durch den „Lärmschutzwall“ von Häusern zwischen der Bundesstraße und dem Weideland. Das ist das Besondere an diesem Fleckchen Erde. Wie eine grüne Insel liegt es mitten in Gereonsweiler. Diese „Insel“ wird nun als Baugebiet erschlossen.

Sucht man nach einem Paradebeispiel innerörtlicher Bebauung und Lückenschluss – in Gereonsweiler hat man‘s. „Stimmt“, meint auch Hermann-Josef Reyer, Leiter des Linnicher Bauamts, „im Stadtgebiet Linnich ist das das größte innerörtliche Baugebiet.“ Alle übrigen schmiegen sich in Randlage an den Ort an.

Neu sind die Überlegungen nicht, die Gereonsweiler Insel zwischen Fuchsgracht, Ederener Straße und Kölnstraße zu bebauen. Der Grundsatzbeschluss reicht Jahrzehnte zurück. Anfang dieses Jahrzehnts kam allerdings Bewegung in die brachliegende Planung. In einer Ortsversammlung wurde Interesse an Bauland in diesem Bereich bekundet. Die gerade vor der Sommerpause ins Rollen gebrachte Flächennutzungsplanänderung greift nicht nur den Baulandwunsch auf, sondern deckt auch die Absicht des angrenzenden Altenheims Christinenstift planerisch auf, das Raum für ein Außengelände beansprucht.

In gewachsener Struktur

Das künftige Baugebiet wird 24.000 Quadratmeter groß sein. Es bietet Raum für 19 Grundstücke mit einer Größe von durchschnittlich 500 Quadratmetern. Gemessen an den über 60 Grundstücken im Körrenziger Baugebiet „Wiemersberg“ eher ein kleines Baugebiet also, durch seine Insellage aber eben ein besonderes. Ein Fremdkörper in gewachsener Struktur soll das neue Bauland – bis zur Offenlage muss die Verwaltung noch einige Unterlagen wie eine Modellberechnung zur Entwässerung erstellen – nicht werden. Maximal zwei Geschosse, höchstens zwei Wohnungen pro Haus sind zulässig, nur Einfamilien- oder Doppelhaus sind erlaubt. Abgeklärt als nicht schädlich ist laut Projektentwickler NRW.Urban die Nachbarschaft zum Gewerbe, das besteht in erster Linie aus der Tankstelle an der B 57 und einem großen Fahrradhändler an der Kölnstraße.

Das Inselbaugebiet Gereonsweiler wird auf lange Zeit Alleinstellungscharakter haben. Von der ursprünglichen Absichtserklärung der Politik „In jedem Ort ein neues Baugebiet“ ist man inzwischen abgerückt. In Linnich sind tatsächlich nur noch zwei weitere Baugebiete in der Überlegung – eines in Kofferen und eines in Boslar. Baugebiete sind schließlich nur dann sinnvoll, wenn sie „voll laufen“. Grundstücke, die sich nicht verkaufen lassen, liegen der Kommune wie ein Stein im Magen.

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