Linnicher Skulpturenweg: Lichtgestalten zwischen Erlen und Nesseln

Von: Kr.
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Exponat auf dem Linnicher Skul
Exponat auf dem Linnicher Skulpturenweg: Durch farbige Keramik und rostigem Stahl spielt Angelika Keller mit dem Licht am Rurufer.

Linnich. Unzweifelhaft ist der Linnicher Skulpturenweg, der nun schon zum vierten Mal stattfand, eines der Glanzpunkte im Linnicher Kultursommer. Entlang der Rur, inmitten der naturbelassenen Auen haben in diesem Jahr wieder 17 Künstler und Künstlerinnen ihre Objekte platziert und geben damit diesem Stück Wildnis während des gesamten Kultursommers ein völlig anderes Gesicht.

Zwischen Weiden und Erlen im kniehohen Gras und zwischen Brennnesseln und anderen Wildkräutern entsprechend dem Thema „LICHTgestalten” sind die Darstellungen zu finden, die mal mit Licht gestalten und mal Lichtgestalten darstellen.

Neue Räume

Immer weitere Kreise zieht diese Aktion des Linnicher Kultursommers, die zahlreiche Besucher zur Eröffnung anlockte. Herzlich hieß sie alle Kurt Beaujean, Vorsitzender des Vereins „Wir in Linnich”, unter dessen Federführung der Kultursommer erstmals durchgeführt wurde, willkommen.

Beaujean versäumte es nicht vor allem dem Rurdorfer Künstlerehepaar Bina und Wilfried Theisen zu danken, die als „die Eltern” dieses Skulpturenweges anzusehen sind. „Kunst schafft neue Räume, sie entführt uns in die Welt der Phantasie”, erklärte er und gab das Wort an die Jülicher Kunsthistorikerin Dorothee Schenk weiter, die die Künstler und ihre Arbeiten vorstellte.

Ursula und Angelo Lopiano schufen gemeinsam einen Würfel mit Prismen und nannten ihr Werk die Quadratur des Lichts und deuteten damit an, dass sich Licht sehr wohl in eine Form bringen lässt. Aus dem Erkelenzer Atelier von Dietmar Heinzel stammen gleich zwei Kunstwerke, zum einen das Siegerpodest sowie die Skulptur „Sich in die Arme nehmen”. Willi Arlt aus Geilenkirchen-Lindrn holte vom Himmel die grüne Sonne, eine riesige Skulptur, die eine grüne Sonne gegen den Himmel reckt.

Bina hat dagegen die Sonne in gelb-rote Scheiben gebannt, die sich um sich selbst bewegen und das Licht stets anders einfangen.

„Heart and Soul” heißt das Gemeinschaftsprojekt der Düsseldorferin Lydia Rosati mit Petra Nolting, die filigrane Gestalten in den Bäumen an der Rur versteckten.

Alter Vogel

Zweimal taucht der alte mythische Vogel Phönix aus. Bei Melanie Tilkov aus Monheim steigt er buchstäblich aus. Die Karlsruherin Deborah Wulff lässt ihn in seiner ganzen Schönheit in den Bäumen schweben. „Gebeugt” betitelt der Kölner Thomas Bock sein Werk, eine Gestalt die ihr Gesicht von der Sonne abwendet. Mit dem Licht gestalten wollten Eva Stefanie Mosburger- Dalz und Martin Dalz aus Wassenberg, die den Fluss und das Licht an seinen Ufern fotografisch darstellten. Lichtgestalten hatte dagegen die Düsseldorferin Sandra Struck-Germann in weißem Filz dargestellt. Kinder sind für sie die wahren Lichtgestalten.

Mit farbiger Keramik und farbigen transparenten Scheiben sowie Stahl haben Angelika und Heinrich Keller aus Aldenhoven das Thema umgesetzt. Energiegeladen, unter Strom stehen, kommen dagegen die Figuren von Gerd Frank, ebenfalls aus Aldenhoven, daher. Der letzte in dieser langen Reihe von Künstlern ist Wilfried Theisen, der aus Gymnastikbällen und Holz das Licht verdeutlicht, dass nach oben strebt.

Nicht vergessen werden dürfen die Schüler und Schülerinnen der Krokodilgruppe der Förderschule Linnich, dies ich ebenfalls am Skulpturenweg beteiligten. Sie hatten Objekte zur Fußballweltmeisterschaft aus Holzquadern geschaffen, die leider schon kurz nach der Installation Vandalen zum Opfer fielen (wir berichteten). Nun sind aber drei dieser kleinen Kunstwerke wieder aufgetaucht.

Zum Abschluss ihrer Ausführungen bemerkte Dorothee Schenk allerdings auch: „Kunst ist nicht nur schaffen, Kunst ist auch Schwerstarbeit”. Dies, so erklärte sie, habe sie erfahren müssen, als sie die Künstler beim Aufbau der Exponate besucht habe.

Sie zitierte die US-Schriftstellerin und Kunstsammlerin Gertrude Stein(1874 - 1946), eine Zeitgenossin von Pablo Picasso und Henri Matisse, mit den Worten „Freude ist ein Zeichen, das Licht nahe ist” und forderte ihre Zuhörer am Rurufer auf, den Skulpturenweg zu erkunden und zu genießen.

Rast an der Rur

Übrigens werden die Künstler auch dauerhaft das Rurufer bereichern. Sie stiften eine bunt bemalte Bierzeltgarnitur, die dauerhaft am Rurufer zur Rast einladen soll.

Damit greifen sie die Idee von Agnes Hasse auf, die mehrmals mit einer bunt bemalten Tischgruppe am Skulpturenweg teilnahm und die sich bei Spaziergängern und Passanten stets großer Beliebtheit erfreute.
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