Linnicher Preisträger wirkt lieber im Verborgenen

Von: Kr.
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Einen Bürgerpreis-Träger in Gummistiefeln (links) hatte man in Linnich noch nicht. Zu Beginn der Verleihungfeier tat Karl-Heinz Johnen, was er am meisten liebt: Er pflanzte einen Baum. Foto: Kròl

Linnich/Tetz. „Ich komme mir vor wie ein Maulwurf, den man ans Tageslicht gezerrt hat“, meinte Karl-Heinz Johnen und war ziemlich verlegen. Dieser Vergleich war aber überaus treffend. Als Landschaftswart werkelt er meistens im Verborgenen, doch nicht weniger engagiert und effektiv als dieses Tier im „Untergrund“. Johnen fühlt sich in der freien Natur, für die er sich unermüdlich einsetzt, am wohlsten.

Doch nun musste er einmal an die Öffentlichkeit, denn der SPD-Ortsverein Linnich hatte ihn als diesjährigen Träger seines Bürgerpreises auserkoren. Da der Landschaftswart nicht gern im Mittelpunkt steht, fiel die Verleihung wesentlich kleiner und einmal ganz anders aus.

„Wir hatten schon Preisträger in Shorts und Badeschuhen, als wir den Förderverein des Schwimmbades ausgezeichnet haben, aber einen in Gummistiefeln hatten wir noch nie“, sagte Linnichs Bürgermeisterin und Ortsvereinsvorsitzende der SPD, Marion Schunck-Zenker, schmunzelnd. „Das zeigt aber auch, wie breit unsere Preisträger aufgestellt sind.“

Eine ganze Reihe von ihnen hieß sie willkommen, aber nicht etwa im Linnicher Rathaussaal, sondern am Tetzer Sportplatz. Von dort machte man sich zu Fuß auf zum Radweg zwischen Tetz und Broich. Und hier wurde der Landschaftswart und neue Preisträger aktiv.

Unter der Mithilfe von Marion Schunck-Zenker und im Beisein der zahlreichen Gäste pflanzte Johnen dort einen Baum. Eine Linde, einen Ableger der Dorflinde, hatte er herangezogen. Doch so ganz ohne offiziellen Teil ließ man den frisch gebackenen Preisträger nicht davon kommen.

„Brennt für seine Aufgabe“

In der Gaststätte „Zum Treffpunkt“ erinnerte die Ortsvereinsvorsitzende an die zahlreichen Aktivitäten des Preisträgers. „Karl-Heinz brennt für seine Aufgabe“, sagte sie. Seit 1970 engagiert er sich im BUND und Nabu, hat Uhu und Steinkauzprogramme mitgetragen, Eulenkästen gebaut, Brutinseln für Wasservögel am Füssenicher See sowie Fledermaushöhlen mit Teichanlage am Blausteinsee mitgebaut.

Er hat ein Schwalbenhaus für Ederen errichtet, und seit 1985 versieht er die Arbeit des Landschaftswartes. Seither ist er permanent mit dem Fahrrad unterwegs, doch er kontrolliert nicht nur, er packt auch dort mit an, wo es nötig ist. Und falls er einmal einen Umweltsünder auf frischer Tat ertappt, sucht er das Gespräch. Ganz besonders aber liegt ihm der Erhalt des Baumbestandes am Herzen.

In ihren Dank für dieses unermüdliche Engagement für die Natur und den Umweltschutz schloss Marion Schunck-Zenker auch ein Dankeschön an Sibilla Johnen mit ein, die ihren Ehemann in allen Belangen unterstützt.

„Ohne Bäume können wir nicht leben“, erklärte der Preisträger in seinen Dankesworten. So ist es ihm unter anderem ein Anliegen, die Baumreihe am Radweg wieder zu schließen und Alleen neu zu schaffen.

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