Linnicher Museumsbrücke muss saniert werden

Von: Otto Jonel
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Sie wird im Zuge der Umgestaltung der Rurstraße saniert: die Brücke über den Mühlenteich am Linnicher Glasmalerei-Museum. Foto: Jonel

Linnich. Dass ein 18-Millionen-Projekt wie das Integrierte Handlungskonzept zur Neugestaltung der Linnicher Innenstadt nicht völlig glatt und mit kommentarlosem Nicken über die Bühne gehen würde, war zu erwarten. Dass es sich allerdings schon in der Planungsphase unmittelbar vor Beginn der Umsetzung so zäh gestalten würde, überrascht.

In seiner jüngsten Sitzung tat sich der Bau- und Liegenschaftsausschuss einigermaßen schwer, drei Maßnahmen auf den Weg zu bringen. Als Stein des Anstoßes erwies sich unvermittelt die Brücke über den Mühlenteich am Glasmalerei-Museum.

Bei einer Routineüberprüfung war sie als Sanierungsfall eingestuft worden. Einige „konstruktive Teile“ sind laut Gutachter zu ersetzen. Den Sanierungsaufwand bezifferte der Experte mit 80000 Euro. Dem stünden 160.000 Euro gegenüber, die ein kompletter Brückenneubau kostete. Die Verwaltung hatte sich für die Sanierung ausgesprochen.

Das rief den Widerspruch der SPD hervor. Fraktionschef Hans-Friedrich Oetjen war hörbar in Rage. Die Brücke sei doch erst vor zwölf Jahren saniert worden. Jetzt spreche der Gutachter von Neubau oder Sanierung. „Was ist denn damals gemacht worden?“ Gegen Oetjens geäußerte Vermutung, dass der Gutachter sich auf Druck der Verwaltung für die kostengünstigere Lösung ausgesprochen habe – „Ich weiß ja, wie so was geht“ – verwahrte sich Beigeordneter Hans-Josef Corsten aufgebracht.

Der Gutachter habe sich ausdrücklich für eine Sanierung der Brücke ausgesprochen. Erst auf seine, Corstens, Nachfrage habe er eine Kostenschätzung zu einem Neubau abgegeben. Oetjen zeigte sich unbeeindruckt. „Wir packen hier eine Sache an, die 50 Jahre halten muss.“ Parteigenosse Manfred Neukirchen sprang seinem Fraktionsvorsitzenden bei. „Wir reden beim IHK von 18 Millionen oder mehr, und da wollen wir hier sparen und halbe Sachen machen?“

Auch der zeitliche Unterschied – acht Wochen für die Sanierung, sechs Monate für einen Neubau – sei zu verschmerzen, zumal es ohnehin noch keinen Bauzeitenplan gebe, wie Oetjen gegen das Planungsbüro MWM „spitzte“.

Die Kosten im Blick hatte auch Thomas Venrath (CDU): „Wenn die Sanierung 25 Jahre hält, sollten wir sanieren. Geld zum Rauswerfen haben wir nicht.“ Fakt ist laut Verwaltung, dass Sanierung oder Neubau ganz zu Lasten der Stadt gehen, nicht gefördert werden.

Während vier SPDler gegen die Brückensanierung stimmten, folgten alle übrigen Ausschussmitglieder der Empfehlung des Gutachters.

Geplant ist, im oberen Teil mit der Neugestaltung der Rurstraße zu beginnen. Die Sanierung der Brücke würde zeitgleich in Angriff genommen.

Einfacher fiel die Entscheidung über die Baumroste aus Metall, die der Plan eigentlich vorsieht. 19 davon sind im Verlauf der Rurstraße vorgesehen. Kostenfaktor 124.000 Euro. Nun wird im Einzelfall entschieden, ob auf den Baumrost verzichtet wird.

Als strittig erwies sich auch die Beleuchtungsfrage. Laut Planung sind 25 vier Meter hohe Straßenlaternen und 19 Bodenstrahler vorgesehen. Die im Januar vorgestellten multifunktional einsetzbaren Leuchtkörper würden rund 97000 Euro kosten. Dem Beleuchtungskonzept, das punktuelle wie auch flächenmäßige Ausleuchtung von Bereichen entlang der Rurstraße vorsieht, stimmten CDU, PKL und Grüne zu.

Allerdings forderte CDU-Fraktionschef Achim Grün „eine Alternative zu den Leuchtkörpern“ ein. Wie bei der Brücke ging die SPD auf Gegenkurs und entschied sich gegen Laternen und Stelen, wie sie im Januar dem Ausschuss vorgestellt worden waren. Oetjen: „Ein Beleuchtungskonzept für die Stadt gibt es nicht.“

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