Linnich - Linnicher Mahnung zur Achtsamkeit

Linnicher Mahnung zur Achtsamkeit

Von: Kr.
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Am ehemaligen Standort der Linnicher Synagoge trafen sich zahlreiche Linnicher Bürger zum Gedenken an die Opfer des Nazi-Regimes. Foto: Kròl

Linnich. „Wir brauchen dieses Gedenken und diese Erinnerung. Wir brauchen keine andere Erinnerungskultur. Dieses Gedenken ist eine bleibende Verantwortung.

Es lässt uns aufhorchen, wenn Töne von Intoleranz und Diskriminierung zu hören sind, denn auch heute noch gibt es Vorurteile und Ausgrenzung“, erklärte Linnichs Bürgermeisterin Marion Schunck Zenker bei der Gedenkfeier zum 79. Jahrestag der Reichspogromnacht am ehemaligen Standort der Linnicher Synagoge.

„Wir sind nicht verantwortlich für das, was damals geschah, aber wir dafür verantwortlich, dass Diskriminierung und Rassismus heute keinen Platz mehr in unserer Mitte haben. Die Geschichte darf sich nicht mehr wiederholen“, schlug sie den Bogen von den Gräueltaten des Nazi-Regimes zur Gegenwart. Wie ein roter Faden zog sich das durch die gesamte Feier, die zum einen ein Gedenken an die zahllosen Opfer des Nazi-Terrors war, zum anderen aber auch eine Mahnung darstellte, achtsam zu sein, gegen Einflüsse von rechts und rechten Ideologien nicht nachzugeben.

Zahlreiche Linnicher Bürger waren auch gekommen, ihre Verbundenheit mit den Opfern zu bekunden und sich gegen rechte Einflüsse zu stellen. Dem Grauen von damals gab man ein Gesicht anhand des Schicksals jüdischer Familien aus Linnich. Beteiligt an der Gestaltung der Gedenkfeier waren neben der Freiwilligen Feuerwehr auch die Vereinigten Schützengesellschaften Linnich, die beiden Kirchen und die Schulen.

So berichteten Schüler und Schülerinnen des Grundschulverbundes von einer jüdischen Familie, Realschüler leisteten einen Beitrag, und an den evangelischen Theologen Jochen Klepper, der mit seiner jüdischen Frau in den Selbstmord getrieben wurde, erinnerte die evangelische Pfarrerin Wiebke Harbeck.

Marion Lahey sprach ein Gebet für die Opfer. Die geschichtlichen Hintergründe erläuterten Patrick Schunn und Stefan Helm vom Linnicher Geschichtsverein.

Auch der Künstler Willi Arlt, der seine Skulptur aus dem Künstlerprojekt „Pillars of Freedom“ gegenüber der Gedenkstätte errichtet hatte, erklärte, dass er damit ein Zeichen für Toleranz und gegenseitigem Respekt zeigen wolle. „Sie steht für den Wert der Freiheit des Einzelnen“, erklärte er. Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde vom Posaunenchor der evangelischen Kirche.

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