Linnicher Kirchenchor feiert 135-jähriges Bestehen

Von: Kr.
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Mit der Alkuin Medaille als Geburtstagsgeschenk überraschte Pfarrer Werner Rombach die Vorsitzende Luise Ludwig und den gesamten Chor. Foto: Król
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Mit einem Konzert feierte der Linnicher Kirchenchor St. Martinus sein 135-jähriges Bestehen. Foto: Kròl

Linnich. „Wirklicher Bedarf für den Kirchenchor“. Ein kleine Satz, gefunden im Kassenbuch der Pfarrer St. Martinus Linnich aus dem Jahre 1881, das ist der einzige Hinweis auf das ungefähre Alter des St. Martinus Kirchenchores in Linnich.

Und diese erste Erwähnung in einem offiziellen Dokument nimmt der Kirchenchor zum Anlass, sein 135-jähriges Bestehen zu feiern. Nachweislich, so erklärte die Vorsitzende der Linnicher Sänger innen und Sänger, Luise Ludwig, sei dies aber auch das erste Jubiläum, das der Kirchenchor überhaupt feiere. Und wie könnte dies ein solcher Chor besser tun, als mit einem gut aufgestellten Konzert.

Doch zunächst einmal gab es einige Schwierigkeiten zu bewältigen. Die Feier, die ursprünglich für Sonntag, 26. Juni, geplant war, musste kurzfristig auf Samstag vorverlegt werden, da in Linnich demonstriert wurde. Und trotz Verlegung und strömenden Regens kamen die Gäste in großer Zahl in die Pfarrkirche, um ihre Verbundenheit mit dem Chor zu bekunden.

Gesang zur Ehre Gottes

„Veni Sancti Spiritus, reple Tuorum… – Komm Heiliger Geist, entzünde das Feuer Deiner Liebe…“ stimmte der Chor zu Beginn an und Luise Ludwig, die die Gäste begrüßte, meinte: „Dies mögen sich auch die Menschen gedacht haben, die diesen Chor gründeten. Entzünde in uns die Freude des Gesangs zur Ehre Gottes, zur Freude der Sänger und zur Freude der Zuhörer“, fuhr sie fort.

Pastoralreferentin Marion Lahey, die im Namen von Oberpfarrer Stefan Bäuerle, sowie der Pfarrer Heinz Philippen und Jürgen Frisch Glückwünsche überbrachte, sagte: „Der Chor hat in all den vielen Jahren sein Bestes gegeben und ist im Gottesslob der Gemeinde musikalisch vorangegangen.“ Sie wünschte den Sängerinnen und Sängern, dass sie noch viele Jahre erfahren dürfen, wie sich ihre Stimmen zu einem einzigen Gesang und zu einem einzigen Klang fügen“. Die Grüße des Bistums überbrachte der Präses des Diözesan-Cäcilienverbandes, Pfarrer Werner Rombach.

Er hob die große Bedeutung der Musik für das kirchliche Leben hervor. Schon der heilige Augustinus habe sich durch den Gesang berühren lassen. „Musica Sacra ist eine Kraft, die die Herzen der Menschen berührt. Durch ihren Gesang dürfen Sie die Menschen mit Gott in Berührung bringen, dass sie sich wie der Heilige Augustinus durch den Gesang wohl fühlen“, erklärte er. Als besonderes Geschenk hatte er für den Linnicher Chor eine besondere Ehrung mitgebracht. Die Alkuin Medaille und die dazu gehörige Urkunde wird fortan den Probenraum des Linnicher Chores schmücken.

Kurz ging Beate Leufen-Gotzen auf die Geschichte des Chores ein und auf die Schwierigkeiten, an Unterlagen zu gelangen. Außer dem Eintrag im Kassenbuch der Pfarre ist aus der Anfangszeit des Chores kaum etwas erhalten. Auch die beiden Kriege haben dazu beigetragen, dass viele Unterlagen zerstört wurden. Lediglich Zeitzeugen berichten, dass der Chor im Zweiten Weltkrieg nur kurz seine Aktivitäten einstellte.

1942 habe er noch neue Mitglieder verbuchen können und bis kurz vor der Evakuierung der Bevölkerung 1944 habe er noch Gottesdienste mit gestaltete. Im August 1945 sei schon wieder geprobt worden. Rege nimmt der Chor seither am Gemeindeleben und auch am Leben der Stadt teil, gestaltet Messfeiern und Konzerte, ist beim Martinusmarkt ebenso dabei wie beim Karneval und aus dem kirchlichen Leben nicht wegzudenken.

Mit den kurzen Ausführungen von Beate Leufen-Gotzen war dem offiziellen Teil auch schon Genüge getan und der Kirchenchor wandte sich dem zu, was er am besten kann: dem Gesang. Gemeinsam mit den befreundeten Kirchenchören aus Gereonsweiler Welz, der von Leo Maaßen dirigiert wird sowie Boslar und dem Männergesangverein Lätitia Hasselweiler, die wie der Linnicher Chor von Ralph Over geleitet werden, war ein ansprechendes und anspruchsvolles Programm zusammengestellt worden.

Den festlichen Auftakt zum Konzert bot Leo Maaßen an der Orgel mit „Trumpet Voluntary“ von Ch.J. Stanley. Die vier Chöre hatten ausschließlich kirchliche Musik für ihr Programm gewählt und gemeinsam setzten sie einen eindrucksvollen Schlusspunkt mit dem Lied „Lobt den Herrn der Welt“ von Willy Trapp.

In gemütlicher Runde feierte man anschließend im Martinuszentrum das 135-jährige Bestehen des Kirchenchores.

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