Linnich - Linnicher Kinder bauen Brücke nach Bolivien

Linnicher Kinder bauen Brücke nach Bolivien

Letzte Aktualisierung:

Linnich. Eine besondere Aktion haben Schulkinder, Eltern und das Kollegium des Grundschulverbundes Linnich in den vergangenen Wochen in die Tat umgesetzt: Zahlreiche Fingerpüppchen wurden bei einer Fraueninitiative in El Alto, einer Stadt in den bolivianischen Anden, bestellt und in der Schule präsentiert.

Die Schülerinnen und Schüler ließen sich gleich von den detailgenau gestalteten Püppchen in über 60 Motiven begeistern und waren gern zu Spenden bereit, um die Strickfigürchen zu erwerben.

Kinder und Eltern waren zuvor informiert worden, wie man sich das Leben in El Alto in Südamerika vorstellen muss: Die Menschen in dieser schnell zur Millionenstadt angewachsenen Stadt leiden unter den kärglichen Gegebenheiten. Die bedrängenden Sorgen um das Überleben, Drogen und Gewalt sind stets in den Straßen präsent.

Lehrerin Marianne Coers, Mitglied des Vereins Bolivien-Brücke, erklärte: „Viele Frauen in El Alto sind in der täglichen Daseinsbewältigung ganz auf sich allein gestellt, da ihre Männer entweder anderswo versuchen, Geld zu verdienen oder die Familie ganz verlassen haben. Von staatlicher Seite kommt keine Hilfe. In der Regel müssen die Kinder schon in jungen Jahren mitarbeiten, indem sie stundenlang in Bussen die Haltestellen ausrufen, wiederverwertbaren Plastikmüll sammeln oder an einem kaum bestückten Verkaufsstand mithelfen.“

Die Mütter stricken die Fingerpüppchen in einem Projekt der Nachbarschaftshilfe und der Kirchengemeinde. Sie erhalten Unterstützung von dem deutschen Sozialarbeiter Tobias Pabel und können so ein bescheidenes Einkommen erwirtschaften, an Alphabetisierungskursen teilnehmen und auch eine Krankenversicherung abschließen, wie der Grundschulverbund mitteilt.

In diesem Projekt werden die Kinder außerhalb der Schulzeit und ihrer Erwerbsarbeit betreut. Sie bekommen regelmäßige Mahlzeiten, Hilfe bei den Hausaufgaben, notwendige psychologische Unterstützung und die Möglichkeit zur Körperpflege. Zudem können sie dort miteinander spielen, Musik machen, Kreativangebote wahrnehmen, jahreszeitliche Feste feiern.

Die Schülerinnen und Schüler in Linnich verstanden sofort, dass sie, indem sie sich vom Charme der Fingerpüppchen ansprechen ließen, zu den Kindern in Bolivien eine Brücke bauen und einen Beitrag zu deren Wohlergehen leisten konnten. Es machte ihnen Freude, die Stricktierchen direkt in Rollenspielen einzusetzen und damit witzige Dialoge zu entwickeln. So schaffen es die bolivianischen Mütter mit ihrer Kreativität und Strickkunst, die Fantasie deutscher Kinder anzuregen und sie in Spielszenen in Kontakt zu bringen.

Diese Aktion im Grundschulverbund Linnich ließ sich nur umsetzen durch den Einsatz zahlreicher Eltern, die die Ausgabe der Fingerpüppchen betreuten. Ihnen sprach Schulleiterin Susanne Kösters besonderen Dank aus.

Rektorin und Kollegium nahmen erfreut wahr, wie engagiert sich die Schulkinder bei der Auseinandersetzung mit den Lebensbedingungen der bolivianischen Familien, beim Spenden und beim spielerischen Einsatz der Fingerpüppchen zeigten. Der Initiative der strickenden Frauen ist ein recht hoher Betrag überwiesen worden.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert